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Hubschrauberrettung für fast 100 Schüler im Kleinwalsertal

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  • Hubschrauberrettung für fast 100 Schüler im Kleinwalsertal

    Wenn man sich nur auf das Internet verlässt:

    107 deutsche Schüler und Lehrer aus Bergnot gerettet - Im österreichischen Kleinwalsertal mussten Schüler und Lehrer mit Hubschraubern gerettet werden. Die Lehrer hatten eine vermeintlich leichte Wanderroute rausgesucht.
    In Kleinwalsertal in Österreich sind Schüler und Lehrer aus Deutschland in Bergnot geraten und mussten mit Hubschraubern gerettet werden. Die 99 Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren und acht Lehrer aus dem Raum Ludwigshafen waren auf einer für ihre Ausrüstung und Fähigkeiten zu schwierigen Route unterwegs, wie die Polizei Vorarlberg mitteilte. Die Lehrer hätten die Route aufgrund von irreführenden Informationen aus dem Internet ausgesucht.


    Hier der Link zum ganzen Artikel in der Zeit, steht auch in anderen Medien: https://www.zeit.de/politik/2022-06/...lehrer-bergnot

    Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert.

    Viele Liebe Grüße von climby
    Meine Nachbarn hören Metal, ob sie wollen oder nicht

  • #2
    Perfekt ausgebildete Lehrer (Leerer) von 8 Erwachsenen kommt kein einziger obwohl anscheinend keinerlei Erfahrung in den Bergen auf die Idee einen Einheimischen über den geplanten Weg zu fragen. Ich würde einfach sagen vorsätzlich blöd
    Liebe Grüße
    Willi

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    • #3
      Zitat von climby Beitrag anzeigen
      Wenn man sich nur auf das Internet verlässt:


      Die Lehrer hätten die Route aufgrund von irreführenden Informationen aus dem Internet ausgesucht.
      laut orf vorarlberg könnte es sich dabei mitunter um diesen Internetbericht handeln:

      https://www.hikr.org/tour/post110309.html

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      • #4
        Dazu gibt es auch in anderen Zeitungen etwas zu lesen:

        Artikel aus den OÖN:

        https://www.nachrichten.at/panorama/...;art58,3663377

        99 Schüler in Bergnot: "Immer mehr verlassen sich auf irgendwelche Apps"

        2674477_artikeldetail-maxi_1yE5PL_PPw5TC.jpg
        Die Schüler und Lehrergruppe mussten gerettet werden.
        Bild: LANDESPOLIZEIDIREKTION VORARLBER (LANDESPOLIZEIDIREKTION VORARLBER)


        BREGENZ. Die Rettung von 99 Schülerinnen und Schülern sowie acht Lehrern aus Bergnot im Kleinwalsertal am Dienstagabend war auch für die Bergrettung Vorarlberg ein äußerst außergewöhnlicher Fall.

        Bergrettung-Pressesprecher Klaus Drexel konnte sich im Gespräch mit der APA an kein ähnliches Vorkommnis in der jüngeren Vergangenheit erinnern. In letzter Zeit hätten mehrere Rettungsaktionen durchgeführt werden müssen, weil sich Personen auf irgendwelche Apps verlassen hätten, bedauerte er.
        Laut der Beschreibung Drexels wollten die Schulklassen aus Deutschland, die sich auf Landschulwoche befanden, eine "Feierabendtour" machen. Allerdings gebe es auf dem Heuberggrat "eine sehr anspruchsvolle Stelle, wenn es nass und rutschig ist" - was genau der Fall war. Dafür seien manche der Schüler nicht ausgerüstet gewesen. Wenn noch dazu aufgrund von Stürzen Panik ausbreche, kippe die Stimmung in einer Gruppe schnell.

        Um die Schüler in Sicherheit zu bringen, seien glücklicherweise zwei Hubschrauber zur Verfügung gestanden. Diese habe man im Takt in Dreiergruppen vom Berg geflogen. "Man kann sich ausrechnen, wie oft geflogen werden musste", sagte dazu Drexel. Auch seien die Wetterbedingungen bei immer wieder auftauchenden Regenzellen schwierig gewesen.

        Drexel riet dringend davon ab - so wie es die Lehrpersonen im Kleinwalsertal getan hatten -, Routen aufgrund von Beschreibungen im Internet zu planen. "Das ist sehr, sehr kritisch zu sehen. Dort werden auch alte, ungewartete Wege beschrieben, die mittlerweile zugewachsen sind", stellte Drexel fest. So könne man leicht in eine "ungute Situation" geraten.

        Um Bergtouren seriös zu planen, verwies der Bergretter auf den "PEAK Bergcheck" - P für Planung, E für Einschätzung, A für Ausrüstung und K für Kontrolle. Dabei geht es um die Klärung von Fragen wie "Was habe ich vor?", "Ist diese Wanderung für mich geeignet?", aber auch um Ausrüstungsfragen und darum, wie man sich während der Wanderung fühlt. Wenn man sich bezüglich einer Tour unsicher sei, könne man sich jederzeit beim Tourismus- oder dem Alpenverein oder der Bergrettung erkundigen. Das schaffe Sicherheit, empfahl Drexel diese Vorgangsweise.





        Artikel aus den SN:

        https://www.sn.at/panorama/oesterrei...ttet-122476957

        99 Schüler im Kleinwalsertal aus Bergnot gerettet

        99 Schülerinnen und Schüler sowie acht Lehrer aus Deutschland sind am Dienstag im Kleinwalsertal mit Hubschraubern aus Bergnot gerettet worden. Die Lehrerschaft hatte aus dem Internet eine Wanderroute ausgewählt, die weder der Bekleidung und dem Schuhwerk der Jugendgruppe, noch ihrer Bergerfahrung entsprach, teilte die Polizei Vorarlberg in der Nacht auf Mittwoch mit.

        2674477_artikeldetail-maxi_1yE5PL_PPw5TC.jpg

        Der Hubschrauber musste die Schülergruppe aus der Bergnot retten

        Demnach brach die Gruppe aus 12-14-Jährigen aus Ludwigshafen gemeinsam mit ihren Lehrern gegen 15.00 Uhr von Schöntal in Hirschegg/Kleinwalsertal zum Walmendingerhorn nach Mittelberg auf. Die nicht beschilderte Tour führte über den schmalen Heuberggrat, der laut Polizei "Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert". Der Steig war zudem aufgrund der vorhergehenden Regenfälle nass und glitschig. Als eine Teilgruppe sich aufgrund der schwierigen Verhältnisse zur Umkehr entschied, rutschten zwei Schüler ab und zogen sich leichte Verletzungen zu. Daraufhin gerieten einzelne Kinder in Panik, weswegen eine Lehrperson einen Notruf absetzte.

        Die gesamte Gruppe wurde mit Hubschraubern mittels Taubergung geborgen und dann mit den Fahrzeugen von Bergrettung und Feuerwehr in die Unterkunft gebracht. "Mehrere Schüler waren erschöpft, unterkühlt, durchnässt und völlig aufgelöst", beschreibt die Polizei die Situation. Der Fall werde nach Abschluss der Erhebungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt, hieß es.

        Die Lehrer hatten sich offenbar aufgrund der Beschreibung eines Users auf der Bergwanderer-Webseite Hikr.org für die Route über den Grat entschieden. Dieser bezeichnet die Tour über den Heuberggrat als "klasse Feierabendrunde", wie auch die Polizei in ihrer Aussendung zitierte. Trotz der ausgeschilderten Warnung, nur mit Kletterausrüstung weiterzugehen, sei der Weg völlig harmlos ("schwierig ist hier nichts"), meinte der User "Andy84". Andere Wanderer hatten hingegen deutlich mehr Schwierigkeiten auf der Route: "Es war die anspruchsvollste Kletterei, die wir bisher gemacht haben", schrieb "ju_wi" nach einer Begehung bei nassen Verhältnissen.
        My Blogs > Meine bisher erstellten Tourenberichte

        Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist - denn vorher gehörst du ihm. (Hans Kammerlander)
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        • #5
          Zitat von babyshamble Beitrag anzeigen

          laut orf vorarlberg könnte es sich dabei mitunter um diesen Internetbericht handeln:

          https://www.hikr.org/tour/post110309.html
          Ich habe auf hikr. org auch schon geschaut und nehme ebenfalls an, dass es sich um diesem Bericht handelt. Die angegebene Schwierigkeit T4 / I-Klettern ist aus meiner Sicht auch nicht so falsch.:
          Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Falls markiert: weiss-blau-weiss. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Anforderungen: Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein
          Rückzug schwierig werden. Beispieltouren Fornohütte, Schreckhornhütte, Dossenhütte, Mischabelhütte, Übergang Voralphütte- Bergseehütte, Vorder Glärnisch, Steghorn (Leiterli), Piz Terri, Pass Casnile Sud.

          2 andere Beschreibungen aus diesem Portal beschreiben die Tour mit ähnlichen Bewertungen. Der Verbalteil verharmlost zwar, es war wohl ein guter Bergsteiger, aber es ja ist immer subjektiv.

          Überrascht hat mich auch der Aufbruch um 15:00 Uhr.

          Ich sollte also meine Einführungssatz korrigieren. Das Internet war zwar ungenau, aber Fehler lag aus meiner Sicht schon eher in der falschen Beurteilung der Tour bei diesen Bedingungen.

          Viele Liebe Grüße von climby
          Meine Nachbarn hören Metal, ob sie wollen oder nicht

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          • #6
            Davon reden wir: Aufstieg vom Schöntalhof rechts oben, über Heuberggrat zum Walmendingerhorn.

            karte.jpg
            http://www.wetteran.de

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            • #7
              Von Lehrern sollte man erwarten, dass sie sinnerfassend lesen können.
              Von Journalisten übrigens auch, "völlig harmlos" mit "schwierig ist hier nichts" gleichzusetzen.

              "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

              https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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              • #8
                Nachdem das heute schon ausgiebig auf reddit besprochen wurde... Ja der oben verlinkte Tourenbericht, ist jener auf den sich die Gruppe verlassen hat. Ein zweiter Bericht, der im Bericht der ORF Vorarlberg erwähnt wurde ist dieser: https://www.hikr.org/tour/post16722.html

                Dabei beschreibt "ju_wi":
                [...] eine spannende Unternehmung, die höchste Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert – eine Tour, die gut in das hikr-Sortiment passt und uns - bei nassen Bedingungen - ganz schön ins Schwitzen brachte
                Die Bedingungen dürften gestern ähnlich gewesen sein. Und weiter:

                Die Kletterei wird je nach Quelle in die Ier oder IIer Kategorie eingeordnet – persönlich denke ich, dass es nicht über I hinausgeht (auch lt AV-Führer), denn es waren immer gute Tritte und Griffe vorhanden. Allerdings war es für uns die anspruchsvollste Kletterei, die wir bisher gemacht haben, da sie auf 50 cm breiten, stellenweise recht vertikalen Gratabbrüchen maximal (zu allen Seiten) ausgesetzt ist.
                Die Abrrüche sieht man am Bild vom Exilfranken ja recht gut. Soweit sind sie aber zum Glück eh nicht gekommen. Dem Bild im ORF Bericht nach, dürften sie nicht mal den Heuberg erreicht haben - die richtig schlimmen und gefährlichen Stellen, wären sicher erst später gekommen.

                Schlimm genug, dass sich Lehrer die für eine so große Gruppe Verantwortung tragen auf Tourenberichte im Internet verlassen (anstatt mal vor Ort nachzufragen) - die hätte nur einmal weiter klicken müssen und hätten einen Bericht gelesen, der einen gänzlich anderen Ton anschlägt.

                Dass der Bürgermeister von Mittelberg jetzt aber dem hikr User Verantwortungslosigkeit vorwirft, finde ich aber fast noch lächerlicher. Solche Berichte sind ja immer höchst subjektiv. Was für den einen eine "klasse Feierabendrunde" ist, ist für den anderen hochalpine Kletterei. Einzig den Kommentar bezüglich des Hinweisschilds hätte sich der gute Andy84 sparen können.

                Nach kurzer Zeit trifft man auf ein Hinweis-Schild, welches den Weiterweg nur mit Kletterausrüstung begehbar ausweist. Selten so gut gelacht!
                Meine Touren

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                • #9
                  Zitat von groberschnitzer Beitrag anzeigen
                  Einzig den Kommentar bezüglich des Hinweisschilds hätte sich der gute Andy84 sparen können.
                  Das Zitat habe ich im Bericht nicht gefunden. Wo hast du das her?

                  Wahrscheinlich verstehe ich einfach nicht genug vom Klettern, aber ich wüsste nicht, was ich auf einer solchen Tour damit anfangen sollte, außer es als Trainingsgewicht zu nutzen.
                  "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

                  https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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                  • #10
                    Ein mittlerweile etwas erweiterter Bericht im ORF.Vorarlberg:

                    99 Schüler und acht Lehrer in Bergnot geraten

                    lg
                    Norbert
                    Meine Touren in Europa
                    ... in Italien
                    Meine Touren in Südamerika
                    Blumen und anderes

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                    • #11
                      Zitat von placeboi Beitrag anzeigen

                      Das Zitat habe ich im Bericht nicht gefunden. Wo hast du das her?
                      Heute früh war der Kommentar auf der hikr-Seite noch drin. Wurde anscheinend vom User selbst entfernt und abgeändert in:
                      "Nach kurzer Zeit trifft man auf ein Hinweis-Schild, welches den Weiterweg nur mit Kletterausrüstung begehbar ausweist."

                      lg, Manfred (manfredsberge.blogspot.com)

                      Meine Tourenberichte auf gipfeltreffen

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                      • #12
                        Zitat von placeboi Beitrag anzeigen

                        Das Zitat habe ich im Bericht nicht gefunden. Wo hast du das her?

                        Wahrscheinlich verstehe ich einfach nicht genug vom Klettern, aber ich wüsste nicht, was ich auf einer solchen Tour damit anfangen sollte, außer es als Trainingsgewicht zu nutzen.
                        Andy scheint den Trubel um seinen Bericht mitbekommen zu haben und hat den "Selten so gut gelacht"-Kommentar nun wohl entfernt. Ich hab mir seinen Bericht heut vormittag schon mal (für reddit) rauskopiert und da war das nocht mit dabei. Auch im deutschen sub-reddit wurde das diskutiert und da hat auch jemand den Beitrag kopiert, mit dem Kommentar.

                        Ich denke, wenn der Alpenverein (oder wer auch immer) ein Schild anbringt, mit dem Hinweis Kletterausrüstung zu verwenden, dann kann man das ruhig unkommentiert lassen bzw. zumindest nicht derart lächerlich machen. Scheinbar gabs an diesem Grat schon öfters Probleme, sonst wäre ein solcher Hinweis sicher nicht notwendig. Ob für dich oder sonst einen erfahrenen Wanderer/Kletterer die Ausrüstung wirklich notwendig ist, ist natürlich eine andere Sache und das muss im Endeffekt dann eh jeder für sich entscheiden.
                        Meine Touren

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                        • #13
                          Zitat von groberschnitzer Beitrag anzeigen
                          Ich denke, wenn der Alpenverein (oder wer auch immer) ein Schild anbringt, mit dem Hinweis Kletterausrüstung zu verwenden, dann kann man das ruhig unkommentiert lassen bzw. zumindest nicht derart lächerlich machen. Scheinbar gabs an diesem Grat schon öfters Probleme, sonst wäre ein solcher Hinweis sicher nicht notwendig. Ob für dich oder sonst einen erfahrenen Wanderer/Kletterer die Ausrüstung wirklich notwendig ist, ist natürlich eine andere Sache und das muss im Endeffekt dann eh jeder für sich entscheiden.
                          Auf dem besagten Schild steht folgendes:

                          „Heuberggrat
                          Begehbar nur mit Kletterausrüstung
                          Für Wanderer gesperrt
                          Absturzgefahr“

                          Ich denke bei dieser unglücklichen Formulierung darf man auch so ein Kommentar wie Andy84 anmerken.

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                          • #14
                            Hier noch die Presseaussendung der Polizei:

                            https://www.polizei.gv.at/vbg/presse...7877733D&pro=0
                            Presseaussendung der Polizei Vorarlberg


                            Alpine Notlage - Bergung von 99 Schülern und acht Lehrpersonen.

                            Am 07.06.2021 gegen 15:00 Uhr unternahmen 99 Schüler im Alter von 12 – 14 Jahren aus Ludwigshafen (D), gemeinsam mit acht Lehrpersonen eine Tour vom Schöntal in Hirschegg/Kleinwalsertal über den Heuberggrat zum Walmendingerhorn nach Mittelberg. Da zum Zeitpunkt der Ankunft schönes Wetter herrschte, entschloss sich die Lehrerschaft mit den Schülern eine Wanderung (Bergtour) im Nahbereich der Unterkunft, im Heuberggebiet, zu unternehmen. Aufgrund einer Anfrage in einer Suchmaschine im Internet entschied sich das Lehrpersonal für eine aktuell nicht mehr ausgeschilderte Route. Im Internet wurde gegenständliche Route als klassische Feierabendrunde beschrieben. Tatsächlich ist der schmale Heuberggrat ein teilweise ausgesetzter Weg mit Kletterpassagen der Schwindelfreiheit, Trittsicherheit sowie Erfahrung im alpinen Gelände erfordert. Auf Grund dessen ist die Tour in den offiziellen Wanderführern nicht mehr ausgeschrieben. Die 99 Schulkinder wurden auf die acht Lehrpersonen aufgeteilt. Auf Grund der Regenfälle der letzten Tage sowie dem am Nachmittag einsetzenden Regen, waren die Bedingungen äußerst schwierig, zumal, nicht alle Schüler optimales Schuhwerk trugen. Eine Lehrperson war mit der Situation überfordert und entschied sich zum Umkehren. Bei diesem Wendemanöver rutschen zwei Schüler ab und zogen sich leichte Verletzungen zu. Auf Grund der auftretenden Panik einzelner Schüler, sowie der schlechten Beschaffenheit des Weges (nass und rutschig) wurde der Notruf durch das Lehrpersonal abgesetzt. In der Folge wurden alle 99 Schüler sowie acht Lehrpersonen mit den alarmierten Hubschraubern (Libelle, C8) mittels Taubergung vom Grat zu einem Zwischenlandeplatz verbracht. Der Weitertransport erfolgte mit Fahrzeugen der Bergrettung und Feuerwehr. Die Sammelstelle für die geborgenen Schüler und Lehrer wurde direkt vor dem Jugendheim eingerichtet. Sämtliche Schüler und Lehrer wurden durch die Rettung erstversorgt und durch die Polizei registriert. Durch die Belegschaft der Jugendheime wurden die bereits geborgenen Schüler mit warmen Getränken und Speisen versorgt. Zwei Schulkinder erlitten leichte Verletzungen im Bereich des Oberkörpers und der Beine. Mehrere Schüler waren erschöpft, unterkühlt, durchnässt und völlig aufgelöst. Auf Grund dieses Umstandes wurde das Kriseninterventionsteam hinzugezogen.

                            Im Einsatz befanden sich
                            10 Personen der Walser Rettung mit zwei RTW,
                            1 Notarzt,
                            40 Personen der Bergrettungen des Kleinwalsertales,
                            5 Personen der FFW Mittelberg,
                            3 Personen des KIT,
                            der Bürgermeister,
                            2 Personen der Polizeiinspektion Kleinwalsertal.

                            Nach Abschluss der Erhebungen wird der SV der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt.

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                            • #15


                              Hätte jemand mit der Lehreperson so machen sollen, als sie diese grandiose Idee hatte.
                              Aber anscheinend kam ja auch keiner ihrer Kollegen auf den Gedanken vielleicht einen Einheimischen zu fragen.

                              Völlig Ahnungslos am Berg unterwegs sein ist ja das Eine, aber gleich mit 99 Schülern.


                              Der Internet-Bericht mag etwas flapsig formuliert (gewesen) sein, aber mit etwas Ahnung von der Materie sind die objektiven Schwierigkeiten doch klar erfasst.
                              Muss man halt wissen, was T4 bzw. UIAA 1 heißt.
                              "Immer der Kante entlang" und "etwas schmaler", "Hände aus den Hosentaschen" würden erfahrenen Berggehern eigentlich auch Hinweise geben.

                              Anscheinend ist ein Bergtourenbericht für die Lehrerin halt ähnlich aufschlussreich, wie für mich ein Segelbericht.
                              Vielleicht sollte ich demnächst eine Segeltour machen, ohne Skipper (heißt das so beim Segeln?), aber dafür such ich mir noch ein paar Kinder
                              Zuletzt geändert von oeksn85; 09.06.2022, 12:53.

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