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Tourengehen auf beschneiten Skipisten

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    Artikel aus dem Standard:



    Pistenmaut für Tourengeher wird salonfähiger

    Regina Bruckner3. November 2017, 08:00

    Manche Skigebiete sperren Tourengeher aus, andere schnüren Angebote und verlangen einen Obolus

    Wien – Die Oberösterreicher preschen vor. Im kommenden Winter müssen Tourengeher in einigen Skigebieten für die Pistenbenützung zahlen: 14 Euro für Tagestickets in den Skiregionen Sternstein, Kasberg und Wurzeralm, acht Euro für ein Abendticket auf dem Kasberg und zehn für eines auf der Wurzeralm. Eine Liftfahrt ist bei Letzteren inbegriffen. Auf den Hausberg der Bad Ischler, die Katrin, gibt es ebenso ein Angebot für Tourengeher, ein Teilabschnitt der Höss in Hinterstoder soll noch folgen.
    Von der Rand- zur Trendsportart

    Unter Sportlern ist das Thema umstritten. Regelmäßig pochen viele auf ihre "Wegefreiheit" und auf das Recht, die von den Liftbetreibern geschaffene Infrastruktur kostenlos zu nutzen. So wie es vielerorts lange war. Eines hat sich allerdings geändert. Tourengehen entwickelte sich von der Rand- zur Trendsportart. 2015/2016 wurden in Österreich 50.000 Paar Tourenski verkauft, mehr als Alpinski. Geschätzte 500.000 Tourengeher sind laut Alpenverein unterwegs. Nicht überall sind sie gleichermaßen willkommen.
    Manche sehen sie als Chance, sich in einer Nische zu positionieren. Planai-Chef Georg Bliem ist so einer. "Bei uns ist das kein großes Problem", sagt er. Es gebe eigene Skitourenabende auf der Hochwurzen, sobald die Galsterbergalm genug Schnee habe, seien auch dort Tourengeher willkommen. Auf einer eigenen Spur. Damit Tourengeher nicht Rodlern und Skifahrern in die Quere kommen, hat man einen eigenen Parkplatz eingerichtet. Heuer werde man dort eine kleine Gebühr von drei bis vier Euro verlangen. "Wir wollen uns da keine goldene Nase verdienen."
    Mehr gezielte Angebote

    Dass man den Skiwanderer etwas bieten könnte, spricht sich zunehmend herum. Die Abtenauer Bergbahnen haben ein Areal für Pistentourengeher eingerichtet. Die Salzburger Schmittenhöhebahn belebte eine seit 15 Jahren stillgelegte Skiabfahrt wieder. In den Pongauer Skigebieten Flachau, Wagrain und Alpendorf bieten die Seilbahnbetreiber eigene Routen im Stadtskigebiet Hahnbaum in St. Johann im Pongau. Kostenlos. Hintergedanke ist laut Wolfgang Hettegger, Vorstand der Alpendorf Bergbahnen, auch, die Tourengeher in dafür vorgesehene Bahnen zu lenken.
    So einfach ist die Sache nicht überall. Auf der Turracher Höhe zwischen Steiermark und Kärnten, wo das Pistengehen vor zwei Jahren verboten wurde, wollte man ebenfalls eine eigene Tourenstrecke errichten. Damals herrschte Schneemangel, und die Tourenwanderer rückten immer stärker auf die Pisten vor. Mittlerweile gibt man an Donnerstagnachmittagen eine Strecke frei. Eine eigene Route gibt es noch nicht. – Alles sehr kompliziert, die Wege dürfen sich etwa nicht mit der Piste kreuzen, heißt es bei den Bergbahnen. Ähnliches gilt für das Stuhleck.
    Erhaltung der Infrastruktur kostet

    Auch der Hauser Kaibling in Schladming hat die Pisten für Tourengeher 2015 gesperrt. "Wenn wir genug Schnee haben, haben wir kein Problem", sagt Arthur Moser, Seilbahnenobmann und Hauser-Kaibling-Chef. Ändern will man derzeit nichts. Verlange man etwas, müsse man Extrarouten auch beschneien. "Mit ein paar Euro ist es da nicht getan", sagt Moser.
    Robert Steiger, Tourismusforscher an der Uni Innsbruck, findet es gut, dass das Bewusstsein dafür steige, dass die Infrastruktur auch erhalten werden muss: "Dafür sollte auch ein Obolus gezahlt werden." Die Aufregung über neue Gebühren würde sich in der Regel rasch wieder legen.
    Mit Augenmaß

    Beim Alpenverein klingt das strikte Nein zur Pistenmaut nicht mehr ganz so strikt. "Wenn die Betreiber eine Infrastruktur schaffen, kann man wohl am Null-Euro-Aufstiegsrecht nicht festhalten", findet der Leiter der Sektion Bergsport, Michael Larcher. Aber man müsse dabei Augenmaß behalten. Was den Oberösterreichern nicht ganz gelungen sei.
    Auf der Wurzeralm wo laut Helmut Holzinger von täglich 4.000 Besuchern rund 1.000 "Pistengeher" sind – will man auch eigene Routen für die Tourengeher präparieren. Durch klare Regelungen wolle man für mehr Sicherheit sorgen, denn viele Tourengeher würden nachts auf den Pisten gehen, während diese präpariert werden, was zu gefährlichen Situationen führt. Kontrollieren wolle man sie nachts über die Parkplatzüberwachung. Larchinger findet, dass zumindest das Argument mit dem Sicherheitsaspekt überspannt werde. Dass aufsteigende Tourengeher mit abfahrenden Pistenfahrern kollidieren, sei kein nachgewiesenes Risiko, jenes mit den Pistenraupen hingegen schon. Ausjudiziert sei die Sache um das Recht unentgeltlich am Pistenrand aufsteigen zu dürfen nicht, auch wenn es in der Fis-Regel 7 vorgesehen sei. Ankommen lassen würde er es auf eine juristische Klärung nicht: Gut möglich, dass die Liftbetreiber recht bekämen.
    Abstimmen und informieren

    Dass man aber auch ganz ohne Pistenmaut auskomme, zeige das Beispiel Innsbruck, so Larcher. Das Aufkommen an Tourengehern sei im Großraum nach Büroschluss enorm. Mittlerweile hätte es sich auch dank Pistenkalenders eingespielt. Er erfasst, wo an welchen Tagen bis wann Tourengehen erlaubt ist. Die Pistenraupe rückt da erst nach 22 Uhr an. Das frühere Ärgernis, dass am nächsten Morgen eingefrorene Spuren das Pistenvergnügen der Skifahrer arg trüben, ist damit ausgeräumt. (Regina Bruckner, 3.11.2017






    http://derstandard.at/2000067067973/...-salonfaehiger

    LG
    der 31.12.
    Zuletzt geändert von Ansahias; 05.11.2017, 09:05. Grund: vollständigen Text eingefügt.

  • #2
    Was ist beim Pistentourengehen anders als beim Rodeln im Schigebiet?
    Beispiel Stuhleck:
    Es gibt dort die gleichen Argumente über das Pistentourengehen wie überall, nur anders wird es mit dem Rodeln gehandhabt.
    Wenn ich aufs Stuhleck rodeln gehe, finde ich zunächst, dass es auch beworben wird auf der Schigebietsrodelbahn zu rodeln.
    Weiters kann ich selbstverständlich auf den Parkplätzen kostenlos ohne Diskussion parken.
    Ich kann weiters selbstverständlich zu Fuß auf der Rodelbahn hinaufgehen und dann auf der ausgewiesenen und präparierten! Rodelbahn kostenlos abfahren.
    Wenn ich rodeln gehe, nutze ich natürlich die vorhandene und dafür geschaffene Infrastruktur ohne auch einen Beitrag leisten zu müssen.
    Wenn ich pistentouren gehe, werde ich mit vielen Argumenten abgehalten oder zum Zahlen gezwungen.
    Jetzt stellt sich die Frage, wenn abseits ich der Piste aufsteige, oder eine Aufstiegspur geschaffen wird, um den Schiläufern nicht die Quere zu kommen, wird es dann auch kostenlos wie das Rodeln?

    Kommentar


    • #3
      Zitat von HansS Beitrag anzeigen
      Was ist beim Pistentourengehen anders als beim Rodeln im Schigebiet?
      Beispiel Stuhleck:
      ...
      Die Argumentation ist aber schon ein wenig verkrampft.
      Aus den Infos auf Semmering-Webpage zum Rodeln leite ich jedenfalls ab, dass da kalkuliert wird, dass die Rodler auch Lift fahren und zahlen ( Rodelkarte 4 Fahrten 32,- Eur).

      aber wenns unbedingt vollkommen gratis sein muß:
      Als Naturfreund mit dem Zug anreisen (oder als Autofreund im Ort parken) und schon ist es gratis.
      Wenn`s zuwenig Naturschnee gibt, der abseits der Piste nur für's Raufgehen reicht, und runter ist nur auf der Piste möglich, dann war ich jedenfalls stets erfreut, wenn auch mit leicht schlechtem Gewissen, dass ich gratis den teuren weissen Teppich benutzen durfte, den sozusagen die anderen braven Pistenfahrer für mich Schnorrer mitzahlen müssen.
      Wer unbedingt auf Kunstschneepisten herumrennen will und im Winter vielleicht auch noch Erdbeeren essen will, logisch daß das nicht gratis sein kann.

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      • #4
        Das ist schon klar, das damit kalkuliert wird die Seilbahn zu benutzen, aber es ist nicht zwingend.
        Im letzten Winter bin ich ca. 10 mal raufgegangen, aber immer mit dem Fahrrad gekommen und immer im Wald auf einer schon vorhandenen Spur aufgestiegen und habe erst im Bereich W11-Bergstation die Piste gequert.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von kokos Beitrag anzeigen
          ...
          Wer unbedingt auf Kunstschneepisten herumrennen will und im Winter vielleicht auch noch Erdbeeren essen will, logisch daß das nicht gratis sein kann.
          Das Problem ist aus meiner Sicht halt die Höhe des Nicht-Gratis sein. Gegen bis zu 5,- € Parkplatzgebühr wird sich jetzt nicht der große Widerstand bilden. Wenn es darüber hinaus geht, hat man halt den Eindruck, der Tourengeher ist unerwünscht soll (aus welchen Gründen auch immer) vergrault werden.

          Viele Liebe Grüße von climby
          Meine Nachbarn hören Metal, ob sie wollen oder nicht

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          • #6
            Ich hoffe die bauen dort bald eine Tiefgarage, damit ich beim Anfellen keine kalten Hände mehr bekomme...

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            • #7
              Ich halt nix von "Bevormundung"! Wenn jemand auf der Piste gehen möchte, soll er das! Also Kritik an solchen Personen finde ich........!
              Es ist ein Trend und je nach Einzugsgebiet und Liftanbieter ein eigenes Thema. Leider!!
              Vor allem wenn es sich um "geförderte" Liftbetreiber handelt, sollte es vom "Förderer" Aktivitäten geben. Ein wenig Innovation, Offenheit und alle wären zufrieden.
              Die Frühwinterverhältnisse in den letzten Jahren haben auch dazu beigetragen. Und man war weit weg von "Pulvertraumfeeling" im November oder Dezember. Die Kunstschneepistenbetreiber sind halt die ersten und wer von den "Besessenen" kann die Saison erwarten? Außerdem wenig oder kein Risiko, die Verhältnisse sind mir auch egal, was spricht eigentlich gegen das Pistengehen? Noch etwas fällt mir ein! Es gibt doch Gebiete, da sind die Tourengeher unerwünscht und trotzdem überlaufen, ich glaube daher, dass viele der Tourengeher eine "bequemere" Variante bevorzugen würden, wenn die Pistenbetreiber gute Rahmenbedingungen schaffen würden. Wäre also auch ein Vorteil für die Jagdpächter etc.

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              • #8
                Alpenvereins-Appell an Pistentourengeher

                Pistentourengehen wird immer beliebter, stellt auch der Österreichische Alpenverein fest und er ortet zunehemnd Konfliktpotential. Tourengeher auszusperren oder zu bestrafen sei aber der falsche Weg, heißt es seitens des ÖAV.

                Der Boom beim Pistenskitouren-Gehen sorgt auch in dieser Saison für Diskussionen. Laut dem Alpenverein haben sich Pistentouren zu einem eigenen Freizeitsportsegment entwickelt. Die Anzahl der Tourengeher, die ihr Hobby generell auf die Piste verlegen und selten bis gar nicht mehr ins freie Gelände gehen, steige merkbar an, so Michael Larcher, Bergführer und Leiter der Bergsportabteilung im Alpenverein.
                Für den Ansatz, von Tourengehern an manchen „Hotspots“ einen angemessenen Infrastrukturbeitrag einzuheben, zeigt der Alpenverein Verständnis. Allerdings könne man den Boom der Pistentouren auch nutzen, um gemeinsam neue Konzepte zu erarbeiten, von denen alle Beteiligten profitieren. „Tourengeher auszusperren oder gar zu strafen, wäre mit Sicherheit der falsche Weg“, betont Michael Larcher vom Alpenverein.

                Workout-Charakter statt naturnah
                Eine Pistentour sei weniger zeitaufwändig und weniger Gefahren ausgesetzt als eine Tour im freien Gelände. Die ursprünglich sehr naturnahe Bergsportart erhalte einen Workout-Charakter, so Larcher. „Zwei Stunden Training und man ist wieder zu Hause. Schnell, gefahrlos, bequem – das wird den Bedürfnissen einer wachsenden Gruppe von Freizeitsportlern gerecht.“

                Besonders kritisch sind schneearme Winter
                Kritisch werde es vor allem in schneearmen Wintern, dann könnte es auf den Pisten eng werden. Larcher plädiert für gegenseitige Rücksichtnahme. Pisten seien für Liftbenützer gebaut. Tourengeher sollten sich daher auch wie Gäste im Skigebiet verhalten und ein paar grundlegende Regeln beachten.“ Die meisten davon gehören ohnehin zum Hausverstand. Sperren während der Pistenpräparierung müssen allein schon aus Sicherheitsgründen ernst genommen werden.“

                Die Aufstiegsspur gehöre an den Pistenrand und besonders an Engstellen gehe man einzeln hintereinander. Gequert werden sollten Pisten nur an übersichtlichen Stellen mit genügend Abstand.

                Zehn Regeln für Pistentourengeher
                Die zehn Verhaltensregeln für Pistengeher (vom Alpenverein und dem Kuratorium für Alpine Sicherheit) stellen neben den FIS-Regeln die Grundlage für ein konfliktfreies Miteinander dar:
                1. Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.
                2. Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten.
                  Beim Einsatz von Pistengeräten, insbesondere mit Seilwinden, oder bei Lawinen-sprengungen, etc. kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können daher aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten gesperrt sein.
                3. Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.
                4. Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.
                5. Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren.
                  Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.
                6. Bis 22:30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.
                7. Sichtbar machen.
                  Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.
                8. Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.
                9. Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.
                10. Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten.

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