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Blockgletscher - Wasserreserven!

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  • Blockgletscher - Wasserreserven!

    Lehrreiches Kurz-Video zum Phänomen Blockgletscher und die damit verbundenen Wasserreserven: Geologe Prof. Karl Krainer ist jede Woche im Kaunertal unterwegs....

    http://tirol.orf.at/stories/307550/
    LGr. Pablito

  • #2
    AW: Blockgletscher - Wasserreserven!

    Es gibt Blockgletscher die ein Laie fast gar nicht erkennt.
    Wiederum gibt es welche die eine richtig schöne Zunge aufweisen (Reichenkarferner) und die jeder sehen kann.

    Es gibt aber auch Teile bei richtigen Gletschern die stark Schuttbedeckt sind aber nicht als Toteis deklariert werden da man Schuttogiven erkennen kann.

    Das Eis bleibt durch die hohe Schuttauflage einfach länger erhalten.
    Den schönsten Vergleich bei uns, ist zwar kein Blockgletscher aber das macht nichts, ist die Pasterze.

    Der Schuttbedeckete Teil ist mindestens noch um 100m länger und am höchsten Punkt um 30 Meter höher als das Blankeis.

    Der längste Gletscher Italiens der Glacier du Miage ist 10km Lang und zu 8 km mit Schutt bedeckt. Es ist der einzige Gletscher der Alpen der eine sehr geringe Oberflächenabschmelze im Zungenbereich hat. Das Eis ist fast noch so hoch wie die 1850er Moräne hoch ist.

    Anbei noch ein paar Blockgletscher der Stubaier Alpen

    Lg Andi
    Angehängte Dateien

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    • #3
      AW: Blockgletscher - Wasserreserven!

      diese eisteile sind durchaus gefährlich, denn nachsacken der gesteinsmassen ist nicht selten. aber markierte wege meiden diese gegenden in der regel, in verlassenen tälern wie dem Larstigtal/Stubaier kann man regelrecht zuschauen.

      das hier ist zwar toteis am rande einer grossen offensichtlichen gletscherzunge, aber wenn man nach eis unter schutt ausschau halten will, dann sollte man nach solchen flächen suchen:

      Toteis unter der Seitenmoräne
      servus, andré
      http://www.carto.net/andre.mw/photos/places/

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      • #4
        AW: Blockgletscher - Wasserreserven!

        Zusätzlich kann man ja einen Blockgletscher nach seinem Aktivitätszustand (Aktiv, Inaktiv oder Fossil) einstufen.

        Aktive Blockgletscher bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von einigen Zentime-tern bis einigen Dezimetern pro Jahr hang- oder talabwärts. Sie werden von steilen Rinnen bzw. Rändern abgegrenzt und haben lang gezogene Rücken und Vertiefungen. In den Ostalpen findet man aktive Blockgletscher meist über 2500 m Seehöhe zB. in den Stubaier und Ötztaler Alpen.
        Sehr interessant ist, dass aktive Blockgletscher wichtige Transportsysteme für Verwitterungsschutt im Hochgebirge darstellen. Sie transportieren die riesigen Schuttmassen, die von den steilen Begrenzungen herabstürzen (vgl. Frostsprengung) hang- und talabwärts. Weiters darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Blockgletscher große Wasserspeicher darstellen und für technische Bauten im Hochgebirge (Wege, Seilbahnen, Lawinenverbauungen, Schutzhütten etc.) von großer Bedeutung sind. Für die Forschung sind die Blockgletscher ebenfalls sehr interessant, da sie wichtige Hinweise auf das Paläoklima bzw. auf Klimaänderungen liefern.

        Die inaktiven Blockgletscher bewegen sich nicht mehr, gefrorenes Material (der im inneren vorliegende Eiskern) ist aber dennoch vorhanden. Wenn nun das Eis zu schmelzen beginnt, sinkt die Blockgletscheroberfläche ein. Danach kommt es zu einem Vegetationsanflug auf den feinmaterialreichen Stellen, da im Hochsommer die Deckschicht bis zu 10m nicht gefroren ist. Es kann auch vorkommen, dass sich der Blockgletscher zu weit von seinem Schutthang entfernt hat und daher von seiner Schutt- und Eiszufuhr abgeschnitten ist. Wenn das der Fall ist, spricht man von „dynamischer Inaktivität“.
        Inaktive Blockgletscher können im Gegensatz zu fossilen wieder reaktiviert werden, wenn zusätzliches Eis im Inneren wieder angelagert und aufgrund eines vorhandenen Druckes plastisch verformt wird, sodass eine Fortbewegung wieder möglich wird.

        Fossile Blockgletscher sind im Unterschied zu dem aktiven und inaktiven Blockgletscher völlig eisfrei, da das Eis durch einen längeren Aufenthalt in Gebieten ohne Permafrost abgeschmolzen ist. Mit dem Schmelzwasser wurden die feinkörnigen Schluff- und Tonfraktionen ausgeschwemmt, die mit dem Eis zusammen den Eiszement bildeten, der für das Fließen/Gleiten des Blockgletschers mitverantwortlich ist. Das Schutt-Eis-Verhältnis ist im Blockgletscher so verringert, dass eine Bewegung gar nicht mehr möglich ist. Ein fossiler Blockgletscher kann dadurch auch bei Absenkung der Permafrostgrenze, wie oben erwähnt, nicht mehr aktiv werden.

        Um einen fossilen Blockgletscher zu sehen, muss man nicht unbedingt sehr weit gehen. zB. befindet sich ein kleiner an den Steilhängen des Kl. Bösenstein, 2359m. Am Bild zu erkennen bzw. zu erahnen. Zur Veranschaulichung dienen sicher die oben angeführten besser.

        011 Scheiblsee, Hauseck, Bösenstein.jpg

        Auch befinden sich sehr schöne fossile Blockgletscher im Hochreichartmassiv. Näheres siehe Grafik (Dr. Thomas Untersweg u. Mag. Herwig Proske (1996); Joanneum Research) bzw. geographisches Institut:

        Bild 1.png


        Durch die bereits angesprochenen Toteislöcher kann sich bei entsprechender Umgebung auch ein Moor (vorerst Niedermoor) bilden.

        05 Moor.jpg

        Allgemein: Dieser See bzw. Moor (Niedermoor) wurde glazial verursacht. Der Gletscher zieht nicht schnell zurück, sondern zerfällt – Toteis entsteht. Gletscher schüttet Material noch immer darüber, daher wird die Ablation verhindert – Toteislöcher (Söll) entstehen!
        Mit diesen Toteislöchern wird dann der Moorbildung Tür und Tor geöffnet. Niedermoore sind ein Stadium im Entwicklungsprozess von Teichen oder seichten Seen zu Hochmooren. Sie entstehen bei der Verlandung stehender oder langsam fließender Gewässer durch Schilf, Seggen oder Moose. Dabei ist zu beachten, dass ihr Wasserkörper mit dem mineralhaltigen Grundwasser verbunden ist. Die darauf wachsenden Pflanzen müssen in leicht sauren, neutralen oder sogar alkalischen (bis zu pH 8) Milieu gedeihen können und bilden Torf mit relativ hohem Kohlenstoffgehalt (ca. 10 %). Die Torftiefe von Niedermooren beträgt meist nicht mehr als zwei Meter.
        Wenn ein Niedermoor das Stadium erreicht hat, wo seine Torfmoosdecke den Kontakt zum Grundwasser verliert, dann wird durch Klima und Umweltbedingungen darüber entschieden, ob es sich zu einem Hochmoor oder zu einem verlandeten Waldgebiet weiterentwickelt.
        Zuletzt geändert von hamasdann; 15.09.2008, 09:10.

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        • #5
          AW: Blockgletscher - Wasserreserven!

          Danke Pablito,
          sehr interessantes Video.

          Grüße
          Andy W.
          Schneeschuh 'Meine Spur' Bilder

          Externer Link zum DSLR-Forum:
          'Unterwegs in den Hohen Tauern' - Bilder meiner Touren
          http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=781935

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