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Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

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  • Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

    Am Nachmittag des 10. Juli gingen Steffi, Caro und ich von der Oberiß auf die Franz-Senn-Hütte im Oberbergtal. Wegen einem 'Alpinärztekongress' und diversen Jugendgruppen war die Hütte gut voll. Das Tal zeigte sich herrlich sommerlich:

    [ATTACH]151360[/ATTACH]


    Die südliche (3272m, links) und die nördliche Wildgratspitze (3320m), dazwischen der unbenannte Seitenarm des Alpeiner Ferners, über den der Weg zur Wildgratscharte, unserem Einstieg führt:

    [ATTACH]151361[/ATTACH]


    Vom Alpeiner Ferner schlängelt sich der Alpeiner Bach bis zur Franz-Senn-Hütte, wo er dann steil ins Oberbergtal stürzt:

    [ATTACH]151362[/ATTACH]


    Die Zunge des Alpeiner Ferners:

    [ATTACH]151363[/ATTACH]


    Jetzt sind wir schon ein gutes Stück weiter oben, dennoch ist alles, was mit dem Alpeiner Ferner zu tun hat, immer lang und anstrengend:

    [ATTACH]151364[/ATTACH]


    Kurz vor der Wildgratscharte, rechts im Hintergrund die Ruderhofspitze:

    [ATTACH]151365[/ATTACH]


    Die Höhe der Wildgratscharte kann bequem über ganz neu eingerichtete Drahtseilversicherungen erreicht werden und schon steht man am Einstieg des Südgrates der nördlichen Wildgratspitze. 6 Seillängen in begeisternder Kletterei im II.-III. Grad. In fast jeder Länge hat man die Wahl zwischen griffigen Wandstellen, bombenfesten Kanten und schönen Verschneidungen. So ist für jeden etwas dabei und je nach Tagesverfassung kann man sich den Aufstieg schwerer oder leichter machen. Die Qualität der Kletterei läßt sich am Gipfelgrinsen von Steffi und Caro erahnen:

    [ATTACH]151366[/ATTACH]


    Das Wetter (es war irrsinnig warm und fast windstill, die Wolkentürme wurden rasant größer) ließ uns nicht lange am Gipfel verweilen. Und jetzt kam der bescheidene Teil der Tour. Laut Führern wäre der beste Abstieg der Verbindungsgrat nach Norden zum Schrandele, Abstieg auf den Schwarzenbergferner und wieder zurück über die Wildgratscharte. Der Grat war jedoch ein einziges Gemetzel aus kühlschrankgroßen, dröhnenden, wackelnden und rutschenden Blöcken:

    [ATTACH]151367[/ATTACH]


    So mußten wir nach einem Drittel (der Rest sah noch schlimmer aus) die Notbremse ziehen und uns 3x50m nach Westen auf den Wildgratferner abseilen. Von dort ging es dann recht flott wieder Richtung Franz-Senn-Hütte und dem sagenhaften Apfelstrudel, von dem es kein Foto gibt.

    [ATTACH]151368[/ATTACH]


    Das Abseilen auf den Wildgratferner ist wohl der schnellste und kürzeste Abstieg. Der angenehmste, weil festeste und übersichtlichste dürfte aber sein, wenn man einfach wieder über den Südgrat zur Wildgratscharte absteigt. In diesem Fall könnte man Pickel und Steigeisen auch am Einstieg deponieren.
    Alles in allem war die Tour weit und anstrengend, aber der Fels des Südgrates und der tolle Ausblick auf die großen Ferner und Berge des Stubais haben uns einen wunderschönen Tag bereitet.
    Meine Arbeit - http://www.johannesplattner.com
    Mein Vergnügen - http://www.tirol-foto.at

  • #2
    AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

    Schöner Bericht aus einer schönen Gegend.
    War das Abseilen einfach an natürlichen Gegebenheiten möglich ohne größeren Materialverlust?
    "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

    https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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    • #3
      AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

      es fand sich doch der ein oder andere feste block und drei reepschnüre mußten dran glauben...
      deren preis entspricht der parkgebühr bei der oberiß, von daher darf man sich eigentlich nicht beschweren. oder doch?
      Meine Arbeit - http://www.johannesplattner.com
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      • #4
        AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

        schöner bericht und klasse bilder

        helmut55
        Lg. helmut55

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        • #5
          AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

          Zitat von johannesuundderrucksack Beitrag anzeigen
          es fand sich doch der ein oder andere feste block und drei reepschnüre mußten dran glauben...
          deren preis entspricht der parkgebühr bei der oberiß, von daher darf man sich eigentlich nicht beschweren. oder doch?
          Ich würde mich auf keinen Fall beschweren, wenn nur Reepschnüre zurück bleiben.
          "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

          https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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          • #6
            AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

            Sehr schöner Bericht!

            Bei unserer Schrandele-Tour vor 3 Wochen habe ich auch gedacht: Was ist das für ein grauslig aussehender Nordgrat. Wenn ich es richtig weiß laut Klier von der Scharte zw. Schrandele und Wildgratspitze in 45min im Ier-Gelände zur Wildgratspitze. Naja, wer´s glaubt...

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            • #7
              AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

              Zitat von westalpenfreak Beitrag anzeigen
              Bei unserer Schrandele-Tour vor 3 Wochen habe ich auch gedacht: Was ist das für ein grauslig aussehender Nordgrat.
              habe dein foto vom schrandele aus gesehen. mit dem schnee sieht es irgendwie noch ein bisschen freundlicher aus, aber dennoch bin ich froh, daß wir uns den letzten teil gespart haben.
              Zitat von westalpenfreak Beitrag anzeigen
              Wenn ich es richtig weiß laut Klier von der Scharte zw. Schrandele und Wildgratspitze in 45min im Ier-Gelände zur Wildgratspitze. Naja, wer´s glaubt...
              heute habe ich in der buchhandlung in den neuen stubai-führer von walter klier geschaut (von 2006 oder 2007, weiß nicht mehr so genau) und war recht erfreut, daß der grat inzwischen mit II und einer stunde angegeben wird. allerdings wird wird noch immer behauptet, der südgrat sei VOR ALLEM zusammen mit dem übergang zum schrandele lohnend. hhmmm... der südgrat grenzt schon fast an 'gesusskletterei', am einstieg gibt es sogar einen borhaken. der nordgrat ist dann das gebiet für den abenteuerlustigen bröselspezialisten. es wird also offensichtlich der allround-bergsteiger angesprochen...
              darüber muß man sich bei einem klassischen alpin-führer natürlich nicht wundern. das hadern mit dem führer gehört ja auch irgendwie dazu.
              Zuletzt geändert von JOH4NNES; 12.07.2008, 20:17.
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              • #8
                AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008


                Ich war am 7. Jänner 2000 im Zuge einer Schitour auf diesem Gipfel.

                Leider konnte ich Ferdinand nicht dazu übereden, über die damals ideal gangbare Rinne
                - siehe schwarz-grüner Pfeil -
                ganz leicht (natürlich schon mit Steigeisen und Pickel) zu diesem Gipfel aufzusteigen,
                weil Schmolli anschließend noch (allein) auf`s Schrandele eilen wollte.
                ( Es kam aber aus Zeitmangel nicht mehr dazu. )
                Wir starteten also deshalb beim "SCHIDEPOT Schrandele" :

                Karte Wildgrat fff.jpg

                Dieses Foto wird Euch vielleicht interessieren :

                Die Nördl. Wildgratspitze und links davon das Schrandele
                von der Südlichen Wildgratspitze aus.

                wildgrat 1 f.jpg

                Meine für einen kalten Wintertag empfohlene Aufstiegsrinne links hinter der Nördl. Wildgratspitze
                kann man hier - weil verdeckt - nur erahnen.




                PS :

                Das in der AV-Karte eingezeichnete Gipfelkreuz dürfte
                - westalpenfreak wird es freuen -
                noch immer nicht errichtet sein !
                Zuletzt geändert von Willy; 12.07.2008, 21:27.
                TOUREN PLANEN - TOUREN (ERFOLGREICH) DURCHFÜHREN - TOUREN DOKUMENTIEREN

                Das ist auch eine Art "Heilige Dreifaltigkeit" !

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                • #9
                  AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                  das bild ist sehr schön und läßt uns nocheinmal den tollen grat im geiste durchklettern. mit dem ganzen schnee erkennt man die einzelnen stellen noch viel besser.
                  von einer gut gangbaren rinne konnten wir nur träumen. aber ich wünsche mir sowieso eine kleine bis mittlere eiszeit.
                  und nun die enttäuschung: es gibt ein gipfelkreuz! es ist zwar recht klein und die natur hat sich auch schon ordentlich daran zu schaffen gemacht. es ist in der mitte ordentlich abgeknickt. uns wären zwei möglichkeiten eingefallen, was der grund dafür sein könnte. einmal der föhn (es ist richtung norden geknickt und hat jede menge verzierungen -> große angriffsfläche) oder der blitz (keine ahnung ob ein blitz zu soetwas führen könnte, der knick ist ziemlich sauber).
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                  • #10
                    AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                    Gratulation zum Gipfel und zu dieser tollen Tour.

                    Gruß, Günter
                    Meine Touren in Europa

                    Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                    (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                    • #11
                      AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                      dito: danke für Bericht & Fotos!!
                      Habe vor nunmehr 10 Jahren ...nach dem Schrandele dankend auf die Nördliche Wildgratspitze verzichtet, trotz aller Erfahrung, dass die Optik eines und die Wirklichkeit dann ein zweites...
                      Mich würde interessieren: gab's unterwegs irgendwo Spalten..?

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                      • #12
                        AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                        das bild nr.6 mit der ruderhofspitze trifft es ganz gut: in den aperen gletscherteilen gibt es jede menge spalten. in schattigen und windgeschützten mulden lag noch ziemlich viel schnee, wohl genug um mich (70kg+ausrüstung) zu tragen. das problem sind die übergangsbereiche. dort hatte es viele so gerade noch verdeckte spalten.
                        das ganze ausmaß konnte man aber erst von oben erkennen, davon habe ich leider kein foto. in allen bereichen des alpeiner ferners und seinen nebenarmen sowie dem schwarzenbergferner ziehen sich die spalten meist über die ganze breite des jeweiligen gletscherteiles. man kann eigentlich sagen, daß keiner der üblichen übergänge und anstiege spaltenfrei ist.
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                        • #13
                          AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                          danke, dass du nicht näher beschreibst wie ich mühsam über den grat richtung schrandele gestolpert bin...

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                          • #14
                            AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                            Haben sie die Rinne auf die Wildgratscharte repariert, die Rechte oder Linke?
                            Ich hatte auf der Wildgratscharte 2003 mit meiner Frau schlimme Erlebnisse.
                            Die linke Rinne war durch den Steinschlag schon lebensgefährlich, beim Abstieg auf der von unten gesehen rechten Rinne erwies sich als noch gefährlicher, weil ab der Hälfte alles abgebrochen ist und nur mehr Blankeis war und unten die Randspalte für nicht gerade Humor sorgte. Es konnte auch kein fester Fels zum Abseilen gefunden werden, so mußten halt 2 Eisschrauben dran glauben, damit wir uns abseilen konnten, dies meldete ich auch gleich Fankhauser Horst von der Franz Senn Hütte, Tags darauf war die Rinne gesperrt.
                            Ich habe das Glück in den Bergen zu wohnen und mein Hobby mit meiner Fau teilen zu können
                            http://www.skatingloipen.at
                            ---------------------------------------------------

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                            • #15
                              AW: Nördliche Wildgratspitze (3320m), Stubai, 11.Juli 2008

                              Zitat von wowe58 Beitrag anzeigen
                              Haben sie die Rinne auf die Wildgratscharte repariert, die Rechte oder Linke?
                              die gruseligen rinnen sind zum glück geschichte. jetzt gibt es ein durchgängiges drahtseil vom alpeiner ferner bis auf die scharte. alles nagelneu, solide und in festen platten. das randspaltenproblem ist wohl abhängig von den verhältnissen. bei unserer tour anfang juli war schon ein berherzter schritt notwendig.
                              Meine Arbeit - http://www.johannesplattner.com
                              Mein Vergnügen - http://www.tirol-foto.at

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