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Gahns: Plateaurunde und Rote Wand ab Gasteil / Rax-Schneeberg-Gruppe, 26.12.2019

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  • Gahns: Plateaurunde und Rote Wand ab Gasteil / Rax-Schneeberg-Gruppe, 26.12.2019

    Wann immer es in den vergangenen Jahren von der Zeit und den Bedingungen her möglich war, habe ich den Stephanustag am 26.12. dafür genützt, um (allein) unterwegs zu sein. Nach den meist sehr vollen Adventwochen und den Weihnachtsfeiertagen hatte ich stets das Gefühl, dass ein "Durchlüften" sehr gut tut.

    Heuer nahm ich mir einen Besuch des Gahns vor. Das weitläufige Plateau ist von Wien recht schnell zu erreichen und bietet nahezu immer viel Ruhe. Und von dem relativ hoch gelegenen Gasteil im Osten (gut 700m) bin ich bisher noch nie auf den Gahns gestartet. Bisher war der Dezember in Ostösterreich ja - wieder einmal - von deutlich zu hohen Temperaturen geprägt und bot in den Niederungen daher noch keine Wintereindrücke. Pünktlich in der Nacht zum 26. Dezember bekamen die NÖ. Voralpen aber doch einigen Neuschnee ab. Ich entschied mich also dafür, die Schneeschuhe auf den Rucksack zu geben und zu schauen, wie die Bedingungen auf dem Plateau wären.

    Der erste Blick von Gasteil Richtung Nordosten nach Felberhof und zum Gösing bietet zwar schönes Licht, aber noch ein wenig winterliches Bild. Lediglich auf der Hohen Wand links hinten ist der Neuschnee zu erkennen.
    02-Felberhof-HoheWand-Gösing.jpg

    Ganz zart sind die Hänge oberhalb von Gasteil angezuckert. Das Gut Gasteil im Bild wird seit Jahrzehnten von dem Bildhauerehepaar Johannes und Charlotte Seidl bewohnt; etliche ihrer Skulpturen stehen in der Landschaft.
    Im Hintergrund links Vorberge des Wechselstocks und rechts die drei Ottergipfel.
    03-GutGasteil-BlickOtter.jpg

    Nach der zweiten Kehre des Anstiegswegs verlasse ich die markierte Route, um einen kleinen Bogen zur Kleewiese zu schlagen. Wie erhofft, bietet die sanft nach Osten geneigte Wiese schöne Ausblicke zum Gösing und dem Südlichen Wiener Becken. In etwas unter 900m Höhe liegen ein paar Zentimeter Schnee.
    07-Kleewiese-BlickGösing-Ternitz.jpg

    Bald kehre ich zum markierten Weg zurück und befinde mich hier bereits auf der - seit Jahren von einem großen Schlag geprägten - Steilstufe nördlich über der Pottschacher Hütte.
    09-OberhalbPottschacherHütte.jpg

    Nach einem flachen Riegel mit lockerem Baumbestand führt der Weg dann in dichten Nadelwald. Nach wie vor ist die Schneehöhe eher bescheiden, aber hier bieten sich nun doch erste Wintereindrücke.
    13-Winterwald.jpg

    Wenn die Schneefälle noch nicht lange zurück liegen, lohnt stets auch ein Blick auf viele hübsche Details.
    14-ZweigemitNeuschnee.jpg

    Ich wähle den Weg nördlich um den Hartriegel herum und erreiche nach einem kurzen steileren Anstieg schließlich die Kaiserwiese in 1178m Höhe.
    Die Schneefallgrenze muss einige Zeit knapp darunter gelegen haben, denn zu meiner Überraschung liegt hier nun etwa ein Viertelmeter schöner, noch vollkommen unberührter Pulverschnee. Ich raste kurz, genieße die Winterimpressionen und entscheide mich, den Schneeschuhen heute doch einen Praxiseinsatz zu gönnen.
    16-Kaiserwiese.jpg

    So kann man sich eine stille Winterlandschaft vorstellen. Dass die Wolken sich - den Prognosen folgend - recht hartnäckig halten und kaum einmal die Sonne durchlassen, passt da sogar recht gut dazu.
    In der hölzernen Jagdhütte soll einst der Kaiser übernachtet haben; daher der Name der Wiese. Heute dient es als Forsthütte der Stadt Wien.
    20-Kaiserwiese.jpg

    Ich stapfe auf der verschneiten Forststraße etwa nach Westnordwesten und erreiche bald die lange schmale Hübelwiese. Hier findet sich neben reichlichen Holzvorräten eine weitere Forsthütte der Stadt Wien.
    22-Hübelwiese-Forsthütte.jpg

    Die Straße fällt dann allmählich zu der Mulde mit der Bodenwiese ab. Ganz unberührt liegt sie im Neuschnee da - bis mir ein weiterer Schneeschuhwanderer entgegenkommt. Es wird abseits der Roten Wand und der Wegabschnitte unterhalb der Pottschacher Hütte heute die einzige Begegnung bleiben.
    Der abgerundete Berg vor mir ist das Alpl knapp nordöstlich des Krummbachsteins.
    25-Begegnung.jpg

    Bei der Wegkreuzung namens "Beim alten Wirtshaus" erreiche ich das Nordende der riesigen Bodenwiese. Links wieder das Alpl und der Krummbachstein-Stock. Auch der Hochschneeberg rechts ist gar nicht mehr weit entfernt, die Wolken geben aber nicht sehr viel von ihm frei.
    27-Bodenwiese-KrummbachsteinSchneeberg.jpg

    Ich trete etwas auf die freie Fläche hinaus, denn erst dort zeigt sich die Bodenwiese fast in ihren ganzen gewaltigen Dimensionen: Bis zur Waldburgangerhütte an ihrer Südspitze erstreckt sie sich über eine Länge von etwa zweieinhalb Kilometern!
    29-Bodenwiese-BlickSüden.jpg

    Rasch ziehen die Wolken dahin, zugleich bin ich auf dem Plateau erfreulich gut vor dem Wind geschützt.
    Am schönsten sind bei solchen Wetterlagen natürlich immer die kurzen Sonnenfenster, in denen sich die Landschaft sofort in satten Farben zeigt.
    31-Bodenwiese-Sonnenfenster.jpg

    Die "große Runde" über die komplette Bodenwiese und die Schwarzenberg-Aussicht wäre grundsätzlich natürlich reizvoll, aber ich bin dafür bereits zu spät dran (etwas nach 13 Uhr). So entscheide ich mich dafür, lieber über die Hübelwiese zur Kaiserwiese zurückzustapfen und kann auf dem (moderaten) Anstieg nun schon zwischen zwei Spuren wählen.
    32-SpurenimSchnee.jpg

    Ein typisches Bild des winterlichen Walds, inzwischen bereits wieder ganz nahe der Kaiserwiese.
    35-verschneiterWald.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 28.12.2019, 22:32.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Auch diese vom leuchtend weißen Neuschnee geprägte Szenerie gewinnt natürlich nochmals entscheidend dazu, wenn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt.
    image_589636.jpg

    Angesichts eines solchen Gebildes kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen: An welches Tier erinnert es am meisten?
    image_589663.jpg

    Nach wenigen Minuten leicht ansteigendem Weg erreiche ich mit der Unteren Brandstatt bereits die nächste Wiese. Habe ich vielleicht Glück, dass sich gerade jetzt erneut ein Sonnenfenster öffnet?
    image_589664.jpg

    O ja, es sieht sehr danach aus!
    image_589665.jpg

    Ich bin nun etwas nach 14 Uhr Richtung Südwesten unterwegs. Wenn ich mich umdrehe, steht die Sonne daher exakt in meinem Rücken und schafft im Verein mit den tiefen, schnell ziehenden Wolken ein fast dramatisch wirkendes Stimmungsbild. Dabei haben die Wolken - zumindest an meinem Standort - lediglich ein paar zarte, feine Schneeflocken mit im Gepäck.
    image_589637.jpg

    image_589666.jpg

    So exakt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz zu sein, erlebe ich immer wieder als ein großes Geschenk!
    In knapp über 1200m Höhe liegen hier - bei leichten Verwehungen - gut 25 Zentimeter Schnee. Die Schneeschuhe leisten daher beste Dienste; ohne sie wäre es sicher relativ mühsam, über solche unverspurten Wiesen zu gehen.
    image_589667.jpg

    Nach dem Überqueren der Unteren Brandstatt versteckt sich die Sonne wieder hinter den Wolken. Die Eindrücke einer stillen tiefwinterlichen Landschaft bleiben hingegen unverändert.
    52-Winterlandschaft.jpg

    Ich stehe bereits westlich des Hartriegels und beschließe, dem flachen bewaldeten Gipfel noch ein kurzen Besuch abzustatten. Mir ist bewusst, dass auf dem Gahnsplateau - vielleicht mit Ausnahme des Saurüssels - nicht die Erhebungen die stärksten Eindrücke hinterlassen. Aber wenn ich schon einmal so nahe am höchsten Punkt vorbeikomme...
    Die Kuppe - laut NÖ Atlas 1207m und somit drei Meter höher als in der AMap angegeben - ist von Westen durch lichten Wald wie auf diesem Foto ganz problemfrei zu erreichen. Ein kleines Steinmännchen markiert den höchsten Punkt.
    54-Hartriegel.jpg

    Zurück auf die Forststraße und im Bogen um den Hartriegel herum, bis der markierte Weg zu sehen ist, der nur einige Meter parallel zu ihr verläuft. Nun ist es nicht mehr weit zur Roten Wand, die meines Erachtens den schönsten Ausblick des gesamten Gahnsplateaus bietet. Und der erste Blick ins untere Schwarzatal sieht auch gleich verheißungsvoll aus! Die Wetterlage leistet - mit Schnee- und Regenschauern, die Richtung Osten ziehen, und Sonnenfenstern dazwischen - durchaus ihren Beitrag dazu.
    58-RoteWand-BlickWimpassing.jpg

    Besonders beeindruckend ist immer wieder der Blick über die steile Flanke hinunter zur kleinen Gemeinde Prigglitz, mehr als 500 Höhenmeter tiefer gelegen.
    66-RoteWand-TiefblickPrigglitz.jpg

    Im Süden bis Südwesten grüßen die drei Ottergipfel vor dem Stock des Hochwechsels sowie weiter rechts Sonnwendstein, Hirschenkogel und Stuhleck.
    63-BlickHochwechsel-SonnwendsteinStuhleck.jpg

    Der Sonnwendstein mit dem Wallfahrtsort Maria Schutz zu seinen Füßen, rechts der Hirschenkogel (mit den Schipisten) und dahinter das Stuhleck.
    Auch hier bestätigt sich, dass oberhalb von gut 1000m aktuell signifikant mehr Schnee als darunter liegt. Wahrscheinlich ist auf den Bäumen etwa auf halber Höhe des Sonnwendsteins auch etwas Reif mit im Spiel, z.B. von einer tiefen Wolkenschicht, die einige Zeit genau dort hing.
    65-BlickSonnwendsteinStuhleck.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 28.12.2019, 22:39.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

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    • #3

      Die Rote Wand ist definitiv ein Ort, an dem man es länger gut aushalten kann. Bei West- bis Nordwestwind hat sie zudem noch den Vorteil einer recht gut geschützten Lage.
      Ich raste einige Zeit, stärke mich, schaue genussvoll um mich und versende - dank des guten Netzes - nun die Grüße des Tages. Allerdings werde ich dabei durch das Schauspiel der Natur wiederholt unterbrochen, beispielsweise durch diese immer intensiver werdenden "Lichtspiele" hinter dem Stuhleck.
      68-BlickSemmeringStuhleck.jpg

      Das Stuhleck im Zoom, genau hinter dem Hirschenkogel. Rechts sind die - noch relativ neuen - Windräder um die Amundsenhöhe zu erkennen.
      70-ZoomStuhleckAmundsenhöhe.jpg

      An sich war mein Plan, noch im letzten Tageslicht wieder bis Gasteil abzusteigen, so wäre es nun um 15.40 Uhr längst Zeit für den Aufbruch. Aber die Natur will mich offensichtlich noch nicht gehen lassen: Die Sonne scheint nochmals auf den Platz über der Roten Wand.
      72-RoteWand-Sonnenlicht.jpg

      Prigglitz und das Schwarzatal unter mir. Die Schauerwolken sind abgezogen, und der Blick ist nun wunderbar klar. So ist rechts hinter der Buckligen Welt auch der Geschriebenstein in mehr als 55km Entfernung bestens zu erkennen.
      73-TiefblickPrigglitzSchwarzatal.jpg

      Ich nehme einen weiteren Anlauf zum Abstieg, komme aber erneut nur wenige Schritte weit. Denn nun scheint die Abendsonne präzise auf den Ostteil der Roten Wand.
      Besser ginge es nicht mehr.
      Wenn mich jemand fragt, warum ich regelmäßig unterwegs sein möchte, würde ich antworten: Zu einem guten Teil wegen der Hoffnung, immer wieder solche Augenblicke erleben zu dürfen. Die sich einprägen und deren Farben noch lange wärmen werden.
      75-RoteWand.jpg

      Nun versuche ich zügig abzusteigen; da ist es von Vorteil, dass der Weg mittlerweile recht gut gespurt ist.
      Begleitet werde ich von in der Sonne leuchtenden Wolken...
      76-Wolkenfärbung.jpg

      ...sowie natürlich einem generell bereits mehr von Abendfarben geprägten Himmel.
      77-Winterwald.jpg

      Die Pottschacher Hütte der Naturfreunde ist wie stets bis Silvester bewirtschaftet und hätte auch jetzt noch offen.
      Eineinhalb Stunden früher hätte eine Einkehr den Tag gut abrunden können, nun nütze ich lieber das noch vorhandene Tageslicht für den weiteren Abstieg Richtung Gasteil.
      80-PottschacherHütte.jpg

      Es geht sich knapp aus, dass ich noch in der ausklingenden Dämmerung nach Gasteil zurückkomme. Wenige Minuten nach diesem Blick am Gfieder vorbei hinunter nach Ternitz bin ich beim Auto zurück und trete sehr zufrieden die Rückfahrt an. Der Tag hat wesentlich mehr geboten als ich mir davor erwartet hätte.
      82-BlickTernitz-Abendlicht.jpg
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 28.12.2019, 20:46.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

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      • #4
        Informationen zur Wanderung

        14,5 Kilometer Strecke, ziemlich genau 600 Höhenmeter.
        Mit dem Abschnitt Kaiserwiese - Bodenwiese - Kaiserwiese - Hartriegel - Rote Wand habe ich auf fast der Hälfte der gesamten Route (etwa 6,5km) die Schneeschuhe genützt.

        Auf der folgenden Karte habe ich meine Route bis zur Kaiserwiese und zurück blau eingezeichnet. (Die 1,8km lange Strecke zur Bodenwiese befände sich links oberhalb des Ausschnitts.)
        KartenausschnittGahns-2.jpg
        Kartenausschnitt aus KOMPASS DVD K4290 "Niederösterreich", Lizenznr. 18-0408-ILVB

        Die Orientierung ist auch dort, wo ich auf unmarkierten Strässchen unterwegs war oder von der Standardroute abgewichen bin, generell einfach.
        Ein wenig unübersichtlich ist es allenfalls nahe der Pottschacher Hütte: zum einen wegen der Vielfalt unterschiedlichster Wege, aber auch durch kleine Änderungen seit den Schlägerungen auf dem Hang nördlich über der Hütte. Die südwestliche der zwei früheren markierten Routen ist im oberen Abschnitt nicht mehr begehbar, da der Hohlweg mittlerweile komplett verwachsen ist. Ich habe das durch eine Kennzeichnung mit xxx ergänzt. Die digitale AMap gibt den aktuellen Stand bereits korrekt wieder.
        Die Rote Wand habe ich ebenfalls zusätzlich eingetragen. Der tolle Aussichtsplatz befindet sich links unter dem Buchstaben R.

        Die Pottschacher Hütte der Naturfreunde ist üblicherweise bis Silvester geöffnet, dann von Neujahr bis (etwa) Ostern aber geschlossen. Wer sie bei einer Schneeschuhwanderung zur Einkehr nützen will, müsste also vor dem Jahreswechsel unterwegs sein.

        Wenn man von Prigglitz aus kommt, ist in Gasteil direkt vor der Abzweigung des markierten Wegs Platz für etwa 10 Autos. Man kann entlang eines Wegs parken, der rechts parallel zur Straße verläuft.

        Das Gahnsplateau bietet bei ausreichender Schneelage natürlich ideales Schneeschuhgelände und dazu noch eine riesige Vielfalt an Wegkombinationen oder individuellen Routen. Der einzige Nachteil ist vielleicht, dass die kurzen Wintertage nicht dafür ausreichen, den Gahns samt Auf- und Abstieg einigermaßen komplett zu überqueren.
        Insofern erstaunt es mich, dass ich - nach dem Saurüssel zum Jahresende 2011 - erst zum zweiten Mal mit Schneeschuhen oben unterwegs war.


        Aktuelle Bedingungen am 26.12.2019

        Unter 700m Höhe schneefrei.
        Darüber bis in Höhen von ca. 1050m nur wenige Zentimeter Schnee. Leicht winterliche Optik, noch keine Vereisungen, nicht einmal Gamaschen als Ausrüstung notwendig.
        Die entscheidende Schwelle lag etwa bei 1100m: Darüber um die 25 Zentimeter schöner, frischer Pulverschnee, zum Teil vom Nachmittag und der Nacht davor.

        Die Schnee- und Graupelschauer heute (am 28.12.2019) haben die Hänge zum Teil bis in die Talregion angezuckert und schaffen ein etwas winterlicheres Bild, ohne an den Bedingungen etwas Wesentliches zu ändern. Zur Zeit sind in Wochenfrist weder ein Kaltlufteinbruch noch weitere ergiebigere Schneefälle in Sicht.
        So wird man bis ins anbrechende Jahr 2020 hinein unter 1050-1100m Höhe ohne spezielle Winterausrüstung wandern können. Der Viertelmeter Schnee darüber ist dann fast etwas überraschend. In dieser Höhenlage boten die Schneeschuhe eine deutliche Erleichterung für das Vorankommen.


        Persönliches Fazit

        Das Gahnsplateau bietet in relativer Nähe zu Wien mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit viel Platz und Ruhe und dazu noch eine riesige Auswahl an Routen(varianten).
        Es ist sicher kein Zufall, dass es unter den regelmäßigen Forumsteilnehmern mehrere Liebhaber hat.

        Generell ist es nicht mein Stil, vor meinen Wanderungen so viel offen zu lassen wie diesmal.
        Aber im Rückblick hat alles perfekt gepasst:
        + die Entscheidung erst bei der Kaiserwiese, die Schneeschuhe anzulegen
        + das kilometerlange entspannende Stapfen über das frisch verschneite Hochplateau
        + der Verzicht auf die "lange Runde" Bodenwiese - Schwarzenbergaussicht, die mir bis Einbruch der Dunkelheit ein Unterwegs-Sein ohne Pause abverlangt hätte.
        So wären mir sowohl das Sonnenfenster auf der Unteren Brandstatt als auch all die tollen Eindrücke auf der Roten Wand entgangen. Als hätte ich geahnt, dass ich dafür Zeitspielräume brauche...

        In den vergangenen Jahren war ich vor Silvester zwar zumeist mindestens einmal bei geringer Schneelage stapfend unterwegs, aber ohne Einsatz der Schneeschuhe. Dass es so sinnvoll sein würde, sie diesmal mitzunehmen, hat mich in diesem Ausmaß selbst überrascht.
        Ich möchte mir gar keinen anderen Verlauf des Tages mehr vorstellen. Allein schon die 50 Minuten auf der Roten Wand als abschließender Höhepunkt haben so viel geboten, dass ich die Eindrücke davon ein gutes Stück ins neue Jahr hineinnehmen kann.
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 29.12.2019, 14:28.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

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        • #5
          Schöne Wanderung und tolle stimmungsgeladene Bilder, danke !!!

          LG
          der 31.12.

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          • #6
            Toll erwischt, ich erhoffe mir für die kommenden Wanderungen ähnlich schöne Eindrücke!

            lg
            Norbert
            Meine Touren in Europa
            ... in Italien
            Meine Touren in Südamerika
            Blumen und anderes

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            • #7
              Schöne Lichtstimmungen!

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              • #8
                Stimmungsvolle, einsame Wanderung. Danke fürs Teilhaben lassen.

                lg Chris

                Kommentar


                • #9
                  Oben gibt es doch ordentlich viel Schnee.
                  Nette Eindrücke.
                  Lg. helmut55

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                  • #10
                    Sehr schöner Bericht. Tolle Frühwinterstimmungen eingefangen und danke für den Bericht zur Schneelage.
                    LG. Martin
                    Alle meine Beiträge im Tourenforum

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                    • #11
                      Zitat von waldrauschen Beitrag anzeigen
                      Sehr schöner Bericht. Tolle Frühwinterstimmungen eingefangen ............
                      Perfekte Zusammenfassung.
                      LG, Herman
                      Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe ist der Herr, der Himmel und Erde erschaffen hat (Ps 121). Gipfelkreuz Seespitze (3021 m), Venedigergruppe, Osttirol.

                      Weitere Themen und Berichten von mir.

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                      • #12
                        Herzlichen Dank für all eure Antworten!

                        Etwa ein Viertelmeter frischer Pulverschnee genügt, um eine ganze Landschaft zu verzaubern. Wahrscheinlich habe ich diese Stimmung noch deutlicher erleben können, weil ich mit etwas weniger Schnee gerechnet hatte und so noch ein Überraschungsmoment dazu kam.

                        Gestern, am 4. Jänner, sind in den NÖ. Voralpen wieder einige Zentimeter Neuschnee bis in die Talregionen gefallen. Zumindest für ein paar Tage kann man nun z.B. auch im Wienerwald einen Hauch von Winter erleben. Ergiebige Schneefälle und dauerhaft tiefe Temperaturen sind nach den Prognosen aber nicht in Sicht. Daher dürfte sich nicht so rasch etwas daran ändern, dass ausgeprägtere Wintereindrücke erst in Höhen über 1000-1100m geboten werden.

                        Dort könnte man den Schneemangel in den niedrigeren Regionen fast vergessen, wie auch dieser Zoom von der Roten Wand zu Sonnwendstein, Hirschenkogel und Stuhleck nochmals zeigt.
                        69-ZoomSonnwendsteinStuhleck.jpg
                        Lg, Wolfgang


                        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                        der sowohl für den Einzelnen
                        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                        (David Steindl-Rast)

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