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Wank - Skitour mit Hindernissen am 22.03.2018

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  • Wank - Skitour mit Hindernissen am 22.03.2018

    Prolog
    Anfang Januar 2018
    Simonita (S) zu Freund (F): "Ich möchte einmal im Leben eine Skitour gemacht haben, bist dabei?"
    F: "Eh klar!"
    S: "Dann leihen wir uns die Sachen aus und gehen nächste Woche am Hirschberg!"

    Mitte Januar 2018 (eine Woche später)
    Nachmittags, fix und fertig und "verharscht" auf der Couch.
    S: "Des war a einmalige Gschicht! Nie wieder!!!"

    Mitte Februar 2018
    S zu F: "Du, hast gsehn, jetzt gibt's die Tourenskier super runtergesetzt! Ich glaub, ich hol mir welche!"
    F: "Hab ich mir auch schon überlegt!!!"
    Im Laden.
    S zu Verkäufer (V): "Welche Länge soll ich bei den Skiern jetzt nehmen?"
    V: "Das müssen Sie doch wissen! Man kommt mit jeder Länge den Berg runter!"
    S: "Ääääh !?!?!?"
    ...
    S: "Der Schuh ist mir leider voll eng!"
    V: "Das kann nicht sein, das ist der breiteste Schuh, den ich habe!"
    S: "Ich kann auch wieder gehen???"
    ...


    22.03.2018
    Nachdem es mit der Beschaffung der Tourenausrüstung schließlich doch noch hingehauen hat und einige Einsteigertouren erfolgreich absolviert waren, sollte es diesmal ein etwas fortgeschritteneres Ziel werden. Eine Tour ins Grieskar (bei der Alpspitze) war angedacht, bei ungünstigen Verhältnissen mit Ausweichziel Stuibensee oder Stuibenkopf.

    Um 8 Uhr stehen wir frohen Mutes bei blauem Himmel an der Alpspitzbahn, am Vortag hatte es etwas Neuschnee gegeben. Unterwegs hatten wir noch den neuen Lawinenlagebericht gecheckt - ok, Grieskar eher ungünstig. Dann eben Stuibensee und Stuibenkopf. Auch dort gibt es eh ein herrliches Ambiente - wir sind ja flexibel. Am Eingang der Alpspitzbahn kommt uns ein Bahnmitarbeiter entgegen: Die Bahn fährt gerade nicht, da oben die Lawinen weggesprengt werden. Keine Aussage möglich, wie lange das dauern wird. Aber wir könnten ja zum Hausberg, da würde die Bahn fahren...

    Doch Pisteln ist leider nicht auf unserem Plan... Einige Minuten und vergebliche Internetrechercheversuche später ("Edge" sei Dank) ist der Wank als Ausweichziel auserkoren - von dem stand doch irgendwas in dem Rother Tourenführer... am Forstweg bis zur Esterbergalm und dann rechts... oder so...

    Schon am Parkplatz nehmen wir die eher dürftige Schneeauflage im unteren Bereich zur Kenntnis, aber es wird schon irgendwie gehen. Ein früher Tourengeher kommt gerade herab und meint, oben ging es super, aber die Forststraße wäre eher ein Fall für Steinskier. Gut, was soll's - wir ziehen los. Das Hinweisschild am Anfang des Forstweges, dass diese im Winter geräumt sei, nehmen wir argwöhnisch in Augenschein. Aber wenn der Kamerad alles abgefahren ist, kann das ja nicht so ernst sein.

    Hin und wieder ein leicht wehmütiger Blick zurück zum Wetterstein...

    01_Zugspitzblick.jpg

    ... steigen wir den langen Forstweg auf, ständig die Schneeauflage kritisch inspizierend und überlegend, ob da später eine Abfahrt möglich sei. Es waren schon arg viele "Feinde" zu sehen. Zu Beginn des Hochplateaus endlich, endlich eine schöne Neuschneeauflage und herrlich verschneite Bäume ringsum.

    02_Winterwald.jpg

    Die Stimmung steigt! Zumindest hier oben können wir nachher super abfahren!

    Die Esterbergalm im Blick, trauen wir unseren Augen kaum. Uns kommt ein Räumfahrzeug entgegen!!! Von jetzt auf gleich ist es vorbei mit der weißen Pracht und nur noch wenige Millimeter Schnee bedecken den Weg.

    03_Frisch_geraeumt.jpg

    Gekonnt ignorieren wir diese Tatsache erst einmal und freuen uns jetzt auf den herrlich freien Hang von der Esterbergalm hinauf zum Rosswank. Ein herrlich breiter Rücken, ideale Neigung - perfekt. Als wir näher kommen, wieder ein Moment des ungläubigen Staunens. Da hat tatsächlich jemand mit einer Pistenraupe eine Spur den Hang hinaufgezogen.

    04_Ueberraschungspiste.jpg

    Auch hier kommt die mittlerweile schon bewährte Taktik des Ignorierens zur Anwendung - immerhin ist die "Piste" anständig verschneit und wir ziehen tapfer unsere Spur nach oben.

    05_Verschneite_Piste.jpg

    Ab dem Rosswank genießen wir eine grandiose Aussicht. Alte Bekannte kommen in Sicht.

    06_Erste_Ausblicke.jpg

    Wir steigen weiter zum Wank-Nebengipfel, es ist geradezu idyllisch.

    07_Idylle.jpg

    Über die Aussicht kann man sich auch nicht beschweren, sei es ins Estergebirge...

    08_Estergebirge.jpg

    ... oder in den Wetterstein.

    09_Wetterstein.jpg

    Am Wank Nebengipfel machen wir Gipfel und ich setze mich kurz in den Schnee, um die beiden Folterinstrumente an meinen Füßen (auch Skischuhe genannt) auszuziehen (ich sag nur, kompetente Beratung sei Dank). Da passiert es zum dritten Mal - wir können es nicht fassen. Vom Wank kommt eine Pistenraupe herüber und legt eine Pistenspur direkt an uns vorbei bis zur Esterbergalm. Der herrliche Neuschnee. Oh Mann!!!

    Vorher:

    10_Vorher.jpg

    Nachher:

    11_Nachher.jpg

    Die Abfahrt ist dennoch herrlich, die Piste lassen wir einfach weitgehend links oder rechts liegen. Viel zu schnell sind wir bei der Esterbergalm. Das Hochplateau legen wir teils fahrend, teils tragend und teils skatend zurück. Dann geht es noch durch eine Waldschneise erst links, dann rechts des Weges. Aber dann haben Räumdienst und Sonne gewonnen...

    12_Dem_Raeumdienst_sei_Dank.jpg

    So stellt sich immerhin die Frage nicht mehr, ob man auf der steinigen Forststraße abfahren kann - auf blankem Asphalt geht es definitiv nicht! Also zack, Skier an den Rucksack und die letzten schlappen 3 km runter getragen. Hätten wir Skitourenneulinge das also auch im Erfahrungsschatz verbucht...

    Fazit:
    1. Für eine Skitour zweiter Wahl war es echt eine nette Tour, insbesondere natürlich im oberen Bereich ab der Esterbergalm. Dank des geräumten Forstweges muss man sie aber irgendwie kein zweites Mal gemacht haben...
    2. Man lernt nie aus!
    3. Rechne immer mit Überraschungen!!!

  • #2
    Schöner Bericht mit tollen Aufnahmen, wenn auch mit einigen Umwägbarkeiten. Na immerhin war das Wetter ja perfekt.
    Diese Unart mit der Pistenraupe an Skitourenbergen scheint um sich zu greifen: wir haben letztens den Rauschberg bei Ruhpolding von Süden hinaufgespurt. Unten Forstweg, oben freie Hänge und schön einsam. Wir haben nicht schlecht gestaunt (und uns eigentlich geärgert...), als im oberen Teil dann bis zum aufgelassenen Lifthaus herunter eine Spur mit einer Pistenraupe gezogen war. Wir haben die Spur ignoriert und haben schön brav durch den Gipfelhang unsere eigene Aufstiegsspur gezogen. Warum da eine Pistenraupe fährt hat sich uns nicht erschlossen. Pistenbetrieb ist da schon lange keiner mehr.
    Gruss Thomas
    Zuletzt geändert von Tomaselli; 24.03.2018, 23:00.
    Neugierig, wo wir gerade unterwegs sind: www.segeln-und-klettern.de

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    • #3
      So so, du jetzt auch mit Ski.

      Als ich vor ein paar Jahren mal im Winter am Wank war, war die Straße weiß. Ist die fiese Räumung neu? Besonders ärgerlich ist es, dass es von der Esterbergalm ein paar nette Touren gibt, die damit deutlich schlechter werden, zumal es von München aus natürlich lange nicht so eine große Auswahl von Touren gibt wie von Innsbruck aus. Hier kann man wie ich heute auch am zweiten schönen Tag des Wochenendes 700Hm unverspurten Pulver finden (ok, ein paar Spuren gab es, aber bei einem 1,5km breiten Hang ist mir das ziemlich egal, weil man mehr als genug Platz hat).
      "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

      https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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      • #4
        Pervers. Und noch perverser, dass ich mir sogar sehr gut vorstellen kann, dass nach Planierung mehr Skitourengeher kommen als vorher. Pistentouren scheinen mittlerweile schon eine eigene Sportart geworden zu sein.
        Zuletzt geändert von Deichjodler; 02.04.2018, 13:12. Grund: "Räumung" durch "Planierung" ersetzt, da sonst missverständlich.
        Tourenberichte und Sonstiges auf www.deichjodler.com

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        • #5
          Zitat von Tomaselli Beitrag anzeigen
          Schöner Bericht mit tollen Aufnahmen, wenn auch mit einigen Umwägbarkeiten.
          Vielen Dank

          Zitat von Tomaselli Beitrag anzeigen
          Diese Unart mit der Pistenraupe an Skitourenbergen scheint um sich zu greifen: wir haben letztens den Rauschberg bei Ruhpolding von Süden hinaufgespurt. Unten Forstweg, oben freie Hänge und schön einsam. Wir haben nicht schlecht gestaunt (und uns eigentlich geärgert...), als im oberen Teil dann bis zum aufgelassenen Lifthaus herunter eine Spur mit einer Pistenraupe gezogen war. Wir haben die Spur ignoriert und haben schön brav durch den Gipfelhang unsere eigene Aufstiegsspur gezogen. Warum da eine Pistenraupe fährt hat sich uns nicht erschlossen. Pistenbetrieb ist da schon lange keiner mehr.
          Am Rauschberg also auch - keine gute Entwicklung... bleibt irgendwie nur, beim nächsten Mal halt woanders hinzugehen...

          Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
          So so, du jetzt auch mit Ski.
          Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte... Hatte mich halt allerweil nicht getraut vorher - jetzt war es aber irgendwie so weit...

          Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
          Ist die fiese Räumung neu?
          In meinem Rother Skitourenführer ist davon auf jeden Fall noch nicht die Rede - da wird noch angepriesen, dass die Forststraße als Rodelbahn in Betrieb ist.
          So richtig kann ich mir nicht erklären, was sie sich davon versprechen. Dass mehr Leute den langen Hatscher auf die Esterbergalm auf sich nehmen und dort einkehren? Doch eher kaum, wenn es keine Möglichkeit mehr für einen beschleunigten Abstieg gibt??

          Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
          Hier kann man wie ich heute auch am zweiten schönen Tag des Wochenendes 700Hm unverspurten Pulver finden (ok, ein paar Spuren gab es, aber bei einem 1,5km breiten Hang ist mir das ziemlich egal, weil man mehr als genug Platz hat).
          Jaja, erzähl's halt noch - bin gaaar nicht neidisch..

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          • #6
            Zitat von Deichjodler Beitrag anzeigen
            Pervers. Und noch perverser, dass ich mir sogar sehr gut vorstellen kann, dass nach Räumung mehr Skitourengeher kommen als vorher. Pistentouren scheinen mittlerweile schon eine eigene Sportart geworden zu sein.
            Aber eine Pistentour, wo man erstmal 4 oder 5 km die Ski hintragen muss, das entspricht doch eigentlich nicht dem Zeitgeist? Der "moderne" Pistentourengeher will doch am liebsten direkt auf der Piste parken?

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            • #7
              Zitat von simonita Beitrag anzeigen

              Aber eine Pistentour, wo man erstmal 4 oder 5 km die Ski hintragen muss, das entspricht doch eigentlich nicht dem Zeitgeist? Der "moderne" Pistentourengeher will doch am liebsten direkt auf der Piste parken?
              Da hast Du recht. Ich meinte auch eher die Planierung im oberen Bereich als die Kompletträumung unten.
              Tourenberichte und Sonstiges auf www.deichjodler.com

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              • #8
                Hah! Gleich der nächste Bericht, den ich um Haaresbreite überlesen hätte

                Ja, am Ende greifen alle zu den Skiern. Man kommt einfach nicht drumherum

                Humorvolle Geschichte von einer feinen Einsteigertour. Hat mir wirklich gefallen. Und was für traumhafte Bilder vom verschneiten Zugspitzerl!
                "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
                Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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                • #9
                  Zitat von Wette Beitrag anzeigen
                  Ja, am Ende greifen alle zu den Skiern. Man kommt einfach nicht drumherum
                  Ich kann mich noch sehr gut an Deinen Einsteig ins Skitourengeschäft erinnern. Du hast mich damit sowohl beeindruckt als auch ermutigt, es selbst mal zu versuchen!

                  Zitat von Wette Beitrag anzeigen
                  Humorvolle Geschichte von einer feinen Einsteigertour. Hat mir wirklich gefallen. Und was für traumhafte Bilder vom verschneiten Zugspitzerl!
                  Vielen Dank! Ich hab mich sehr über Dein Feedback gefreut, und die Motivation steigt, bald einen nächsten Bericht zu schreiben.

                  Ich habe versucht, mich ein wenig an den von mir hochgeschätzten humorvollen Stil von GEROLSTEINER anzulehnen. Ich vermisse seine Berichte, wie z.B. den vom Brunntalparadies (und ebenso die ernsteren Berichte).

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                  • #10
                    Zitat von placeboi Beitrag anzeigen

                    Ist die fiese Räumung neu?
                    Die Forststraßenräumungen werden zunehmend zum Ärgernis, sehr oft entpuppt sich eine in einem Führer beschriebene oder auch jahrelang gut bekannte Forststraßen-Abfahrtsstrecke inzwischen als blankgeräumter Hatscher. Vielleicht eine Variante der Jägerschaft, die Zahl der Schitourengeher zu verringern?

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                    • #11
                      Zitat von simonita Beitrag anzeigen

                      Ich kann mich noch sehr gut an Deinen Einsteig ins Skitourengeschäft erinnern. Du hast mich damit sowohl beeindruckt als auch ermutigt, es selbst mal zu versuchen!
                      Oh, sowas liest man gern. Nur gut, dass du mich an dem Tag nicht hast abfahren und mehrmals hinfallen sehen. Das wäre sicher keine Motivation gewesen


                      Zitat von simonita Beitrag anzeigen
                      Ich habe versucht, mich ein wenig an den von mir hochgeschätzten humorvollen Stil von GEROLSTEINER anzulehnen. Ich vermisse seine Berichte, wie z.B. den vom Brunntalparadies (und ebenso die ernsteren Berichte).
                      Danke für den letzten Link. Und ja, ich mag seine Berichte auch sehr. Originell. Unkonventionell. Ehrlich. Humorvoll. Nachdenklich. Eine gute Mischung.
                      "Meine Spur ziehe ich am liebsten, wohin keine andere führt. Ich kann zurückblicken und sie beurteilen, was ich sonst nicht könnte, weil sie sich durch die vielen anderen verlieren würde.
                      Auch mein Leben will ich unter Kontrolle haben. Darum gehe ich einen eigenen Weg, dem nicht jeder folgt." (Heini Holzer)

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