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Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

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  • Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

    Eigentlich hatte ich ja versprochen, im Garten noch was zu arbeiten, aber die Meteorologen haben plötzlich einige Schönwettertage prognostiziert.
    Also, wenn schon kalte Finger, dachte ich mir, dann wenigstens auf Schitour und nicht mit dem Akkuschrauber im Gemüsegarten. Wir haben also kurz entschlossen dem Toten Gebirge einen Besuch abgestattet.

    Unsere Route (in Pink): Hinterstoder(605m) -Prielschutzhaus (Nächtigung) – Klinserschlucht- Pühringer Hütte (Nächtigung) –Elm(2128m)-Grundlsee(720m)


    Start ist in Oberösterreich, Ende in der Steiermark, als Steirer stelle ich den Bericht natürlich in das Steiermarkforum rein, die Oberösterreicher dürfen aber trotzdem mitlesen, da bin ich eh flexibel.
    Die Tourenplanung hab ich eigentlich vollständig aus dem empfehlenswerten Totes-Gebirge-Schitourenführer von Christian Sadleder übernommen, die GPS-Tracks fast zur Gänze von der Digitalen Alpenvereinskarte.

    Um 15 Uhr geht’s los in Hinterstoder, wir können sogar gleich die Schi anschnallen:


    Im Steilaufschwung nach der Materialseilbahn sind sowohl Trittspuren als auch Schispuren vorhanden. Uns scheint es einfacher, die Schi am Rucksack raufzutragen, hier beim Klinser Wasserfall.


    Wir schleppen sicherheitshalber das ganze Biwakzeug mit und sind seeehr langsam unterwegs. Statt 2h15 wie im Führer brauchen wir 3h30 bis zum Prielschutzhaus, das wir erst erreichen, als es schon finster ist.
    Der Winterraum ist offen und hat(te) eine Menge zu bieten: Bier, Radler, Limo, leider alle 5 Kisten leer. Laut Eintrag im Hüttenbuch haben die letzten Gäste vor uns am 30.1. noch einige Flascherln geleert.
    Es tragen sich aber vielleicht nicht alle in den Hüttenbüchern ein, ich hoffe sehr, es zahlen aber alle die Kosten für Übernachtung, Brennholz und Getränke, sonst wird’s das vielleicht in dieser Form nicht mehr geben. Man kann natürlich auch ohne Ofen im Winterraum übernachten, wie in der Adamekhütte am Dachstein oder der Erzherzog Johann Hütte am Glockner, ist halt nicht so gemütlich.

    Am nächsten Tag brechen wir dann um 7.30 Uhr auf Richtung Klinserschlucht:


    Der Schnee ist recht unterschiedlich, teilweise windgepresst, oft aber auch eine Pulverschneeschicht auf harter Unterlage die im Aufstieg manchmal ein wenig mühsam ist, Harscheisen sind jedenfalls sehr nützlich.

    Am Beginn der Klinserschlucht kommen wir einmal etwas zu weit rechts, was uns kurz von Schi auf Steigeisen wechseln lässt, sonst haben wir aber auf der ganzen Tour keine Probleme mit der Routenfindung mehr gehabt.


    Rückblick in die Klinserschlucht


    Jetzt sind wir auf der Hochfläche, die bei solchen Bedingungen, wie wir sie hatten, ein Erlebnis ist, das man nie mehr vergisst.
    Absolute Abgeschiedenheit in fantastischer Umgebung, ich möchte die Bilder sprechen lassen von unserer ca. 5-stündigen Wanderung auf der zentralen Karstfläche des Toten Gebirges, wems zu viel ist, einfach auf die übernächste Seite wechseln, ihr versäumt nichts Informatives.






    Zuletzt geändert von GrazerHans; 27.02.2011, 15:54.
    Nach uns die Sintflut.

  • #2
    AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011



















    Nach uns die Sintflut.

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    • #3
      AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011



      Die Pühringer Hütte ist etwas nach 15 Uhr erreicht , hingeduckt in einer Senke zwischen Elm (links) und Hochkogel (rechts).

      Statt der 6h laut Führer haben wir gut 7 ½ Stunden gebraucht, wir sind halt Genießer.
      Die Pühringer erwartet uns komplett einsam. Wir haben bis hierher auch keine Spuren gehabt, nur seit wir auf der Schiroute zur Tauplitz hinunter gestoßen sind haben wir an manchen Stellen eine eingewehte Schneeschuhspur gesehen, die Gehrichtung des Schneeschuhgehers hat sich aber auch bei genauem Hinsehen nicht mehr ausfindig machen lassen. Im Nahbereich der Hütte sehen wir noch Schispuren, die aber weder auf die Hochfläche noch auf den Elm führen, dort war jedenfalls nichts.
      Die Hütte ist unversperrt, und wir machen uns daran, einzuheizen und die teilweise ziemlich verdreckten Töpfe zu säubern und unser Mittagessen zu kochen. Vom Getränkevorrat der Hütte existiert leider auch nur mehr die Preisliste, trinken wir halt unseren mitgebrachten Tee und Mineralgetränk.
      Von unserem Nachmittagsschläfchen werden wir dann am späten Nachmittag aufgeweckt, eine 7-köpfige Gruppe unter der Führung von Bergprofi Heli (http://www.lebenextrem.at/Heli.html) ist vom Loser herübergekommen. Sie machen die 3-tägige Überquerung bis zur Wurzeralm, die man bei ihm buchen kann. Das nächste Mal gehe ich auch mit ihm mit, da brauch ich nicht so einen schweren Rucksack schleppen, er hat bei der Liezener Hütte schon ein Proviantdepot angelegt und auch für das Kochen sorgt er höchstpersönlich. Außderdem ist er ein ausgesprochen netter Typ, der sicherlich viele Gschichtln zu erzählen weiß, hat er doch in seinen wilden Jahren mit Walter Laserer extreme Sachen gemacht, McKinley im Winter, Cerro Torre usw.

      Später am Abend bekommen wir dann noch einmal Zuwachs: Eine ebenfalls 7-köpfige Gruppe aus Tschechien ist vom Grundlsee raufgekommen, wir sind jetzt 16 Leute auf der Hütte, aber mit ein wenig Rücksichtnahme haben wir alle genügend Platz, das Schlaflager ist sowieso groß genug, nur im Gemeinschaftsraum mit dem Ofen wird es ein bisserl eng. Die Tschechen wollen 2 Nächte auf der Hütte bleiben und fahren dann wieder runter zu ihrem Ausgangspunkt.

      Nachdem in der Nacht einige Bäume umgesägt wurden, läutet noch vor 5 Uhr der erste Wecker, Helis Truppe beginnt sich in der Küche zu betätigen. Wir stehen etwas später auf und kommen in den Genuss eines beheizten Frühstücksraums und auch vom ihrem Teewasser dürfen wir uns bedienen, danke!
      Wenn wir allein in einem Winterraum übernachten, heizen wir am Morgen ja eigenlich nicht mehr ein, da koch ich dann den Tee und das Wasser für das warme Müsli mit dem Gaskocher.
      Die Überquerer sind als erstes weg, sie haben heute auch mit Abstand am Meisten vor, bis zur Liezener Hütte ist es schon eine ausgiebige Etappe. Wir hören noch, dass es empfindlich kalt wäre, und als wir etwas später nach Ihnen die Hütte verlassen kriegen wir die Bestätigung: -22°C zeigts an meinem Schistock, das ist wirklich recht frisch. Das Bild ist ein wenig unscharf, daran könnt ihr sehn, wie es mich gschnacklt hat.


      Wir starten kurz vor ½ 8 rauf zum Elm und sind auf dessen Nordseite noch im Schatten, was es leider auch nicht wärmer macht. Dafür ist es recht steil und auch tief zu spuren, was es aber doch wieder wärmer macht, nur die Füße sind ein wenig kalt, was mir in den Schischuhen eigentlich recht selten passiert.


      Wir erreichen aber bald den breiten Nordostrücken und damit auch die Sonne, hier ist es auch gleich viel angenehmer und das Wetter ist abermals ein Traum.


      Nach dem Aufstieg auf den Rücken folgt ein langer, flacher Zustieg zum letzten Steilaufschwung vor dem Gipfelgrat, der meiner Herzallerliebsten aus der Ferne betrachtet ein bisserl kribbelig macht. Ich sag ihr, schaut irgendwie aus wie beim Ebenstein, wird eh ganz easy sein und der Mond wird uns die Richtung weisen.




      Wir gehen noch ein paar Spitzkehren rauf und legen dann unsere Steigeisen an. War wirklich nicht schlimm, oft schauts von der Ferne steiler aus, als es dann ist. Wie steil wars wirklich? Ich würde sagen, der Spirit schnallt für diesen Anstieg die Schi sicher nicht ab, am Everest spannen sie aber wahrscheinlich schon ein Fixseil, dort kann man aber auch höher runterfallen.


      Letzter Anstieg über den breiten Gratrücken


      Der Elm hat ein bisserl was von einem Kalvarienberg, find ich, würde auch gut als Ostertour passen.
      Nach uns die Sintflut.

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      • #4
        AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

        Der Sadleder schreibt, die Einheimischen würden den Elm als den schönsten Schiberg des Ausseerlandes bezeichnen. Ich glaub das sofort, die Aussicht von dort oben sucht wirklich ihresgleichen: Der Tiefblick zum Grundlsee, genau gegenüber der Dachstein, in der anderen Richtung das wild zerklüftete Plateau des Toten Gebirges.




        Rauf sind wir nordseitig, runter geht’s jetzt auf einem wunderschönen Südhang, leider hat hier der Schnee die Pulverphase schon hinter sich gebracht.


        Weiter unten folgt dann eine vom Herrgott geschaffene Buckelpiste mit, wie ein aufsteigender Einheimischer sagt, den Lerneffekt förderlichen Schnee. Im Pulver kann eh jeder wedeln.


        Es kommen uns recht viele Leute im Aufstieg entgegen, der Elm ist bei den Einheimischen tatsächlich eine beliebte Schitour, allerdings keine ganz kurze, sind doch 1500hm im Aufstieg und zusätzlich eine recht langer Forststraße mit Gegensteigung bei der Abfahrt zu bewältigen.
        Auf der Forststraße müssen wir immer wieder die Schi über apere Unterbrechungsstellen tragen, können aber grundsätzlich bis zum Grundlsee abfahren:


        Wir sind dann um 12 Uhr unten (1 Stunde länger als im Führer) und beginnen unsere Rückreise zum Auto um 12.51 Uhr, die eine eigene Halbtagesunternehmung darstellt: Bus-Zug-Zug-Zug-Bus, wir kommen um ca. 16.30 wieder bei unserem Auto in Hinterstoder an.

        Fazit: In Anbetracht unserer Gehzeiten möge mein Bericht als Beispiel dafür dienen, dass man auch mit nicht so toller Kondition ganz wunderschöne Touren machen kann, man hat sogar länger den Genuss!

        Abschließend noch eine Übersicht über die Touren im Toten Gebirge, über die ich in diesem Forum schon einen Bericht gemacht habe, die Saison für diese Überquerungen fängt ja eigentlich erst richtig an.

        Rot: Altaussee-Stodertal
        Grün: Tauplitzalm-Wurzeralm
        Blau: Loser-Wildenseehütte

        LG Hans
        Nach uns die Sintflut.

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        • #5
          AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

          Eine Traumtour!!!!! Wieso muß ich morgen bloß arbeiten???? Wunderschöne Fotos!!!!

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          • #6
            AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

            Servus Hans !

            Alle Achtung, eine ordentliche Tour !
            Super, der Bericht (schade, dass überall das schon aus war )!

            Obwohl ich die Gegend von zahlreichen Sommertouren ziemlich gut kenne, muß ich neidlos anerkennen, dass eine Schitour dort bei diesen Bedingungen schon etwas Besonderes ist. Die entlang des Ausseer-Weges und vom Elmgipfel sind großartig

            lg
            K(o)arl
            ACHTUNG : Posting kann Spuren von Ironie enthalten !
            Vor einer Erleuchtung muß man Holz hacken - danach auch. (Zen-Weisheit)
            Etwaige Rechtschreibfehler sind als Vorwegnahme künftiger Rechtschreibreformen zu werten.

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            • #7
              AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

              gratuliere zu dieser großartigen, traumhaften Tour
              lg Robert

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              • #8
                AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                Wunderschön kann ich nur sagen.

                helmut55
                Lg. helmut55

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                • #9
                  AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                  Gratuliere! Hut ab!

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                  • #10
                    AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                    a Spitzentour traumhaft schön - gratuliere!

                    lG
                    Martin
                    Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen!

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                    • #11
                      AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                      für den ausführlichen Bericht. Ich bin ja normalerweise nicht so gerne in der Waagrechten mit Schi unterwegs aber durch solche Bilder könnte ich mich schön langsam auch hinreissen lassen zur Toten Gebirge Überschreitung
                      ...a Tog ohne Bier is wia a Tog ohne Wein....
                      google online Album

                      Paul

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                      • #12
                        AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                        A Schitour ist zwar grundsätzlich eher nix für mich - aber deine Fotos beeindrucken mich ordentlich - Gigantisch diese Ansichten des Toten Gebirges im Winter! Gratuliere!
                        Herrgott d'Hoamat is schen!
                        (Spruch am Gipfelkreuz vom Maisenkögerl in Scharnstein)
                        Meine Seiten:http://indaheh.blogspot.com/index.html und: http://wanderfuehrerin.blogspot.com/
                        mein Chor Camerata Vocalis Pettenbach: http://cameratavocalispettenbach.blogspot.com/

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                        • #13
                          AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                          Hallo Hans,
                          Gratulation zu dieser herrlichen Tour, traumhaft schöne Landschaftsbilder. Viele träumen davon, Du und Deine Begleiterin macht es: einsame Touren weit weg von Pisten und Eintages-Trampelpfaden. Großartig!
                          HG
                          Rudolf

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                          • #14
                            AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011



                            Und wieder so eine schöne Tour! Da kann man nur sagen, dass Ihr die Ferien optimal genutzt habt. (Und jetzt hast Du sicherlich wieder genug Kraft für die nächste Runde in der Energiediskussion...)

                            LG
                            Matthias

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                            • #15
                              AW: Hinterstoder-Grundlsee, Totes Gebirge, 24.-26.2.2011

                              tagestouren reichen euch wohl nimmer?
                              wenn i net so faul wär und wenn mei bus keine standheizung hätt... aber die leichenberg knöpf ich mir sicher demnächst mal vor.

                              deine berichte machen ja richtig guster aufs gehen. und nachdem mir das schifahren eh vergangen ist (ich wurde von den karnischen regelrecht vorgeführt ), passts jetzt vielleicht endlich einmal.

                              super bilder, da kann man so schön das büro verlassen, ohne rausgehen zu müssen....
                              mei bier is net deppat! (e. sackbauer)

                              bürstelt wird nur flüssiges

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