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Schreinl, 2154 m über Kollererriegel, 2023 m; Hühnereck, 2035 m N.Tauern, 29.12.2022

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  • Schreinl, 2154 m über Kollererriegel, 2023 m; Hühnereck, 2035 m N.Tauern, 29.12.2022

    Vom Meng/Donnersbachtal über Jagdsteig, Forstrasse, SW-Kamm zum Kollerriegel, direkt am Kamm zum Schreinl, weiter Hühnereck, Anstieg über dessen Südkamm und Forstrasse zurück

    Natürlich – besonders das Schreinl könnte man von der Planneralm billiger erreichen, von dort sogar mit Schi – und noch dazu gleichzeitig eine der wenigen Schitourenmöglichkeiten.
    Beides möchte ich nicht…
    Denn da gibt es noch den Anstieg über den Kollerriegel – eine der ganz wenigen Routen in dieser Region, die ich noch nicht kenne.
    Die Schi kommen eher vorsichtshalber mit, vielleicht liegt ja doch Schnee, wenigstens auf der Forstrasse.
    Diese ist leider nicht verschneit – im Gegenteil – nicht einmal eisglatt, alles strohtrocken! Und das weit hinauf, mindestens bis 1500 Meter.
    Die Entscheidung ist einfach: Zu Fuß, sogar die Schneeschuhe bleiben zurück…

    Ein Überblick über meinen Weg:
    S-001.jpgSch-001.jpg

    Im hintersten Donnersbachtal stelle ich als Einziger mein Fahrzeug ab. Im ersten Morgenlicht ragt mir der Riedlerzinken entgegen:
    S-001.jpgSch-002.jpg

    Zur Abkürzung der langwierigen Forststraße finde ich einen schönen Jagdsteig:
    S-001.jpgSch-003.jpg

    Bald genieße ich erste Ausblicke, rechts der Bildmitte der Hochwart:
    S-001.jpgSch-004.jpg

    Weitum kein Schnee, zumindest bis 1800 m erwarten mich in dieser Hinsicht wohl kaum Behinderungen (Blick zum Südrücken des Hühnereck):
    S-001.jpgSch-005.jpg

    Kurz folge ich noch der Forstraße, einzelne Ausblicke Richtung Riesneralm
    S-001.jpgSch-006.jpg
    und Angrenzendes
    S-001.jpgSch-007.jpg

    Jetzt erst, auf einer Höhe von 1500 Metern würden Schi etwas bringen und ab nun suche ich auf weglosem, direktem Anstieg schneefreie Zonen zu nützen, Blick Richtung Hühnereck:
    S-001.jpgSch-008.jpg

    Die Aussicht nach Süden, auch nicht schlecht.
    Wölzer Schoberspitze, Talkenschrein, rechts Hochstubofen und Hochwart:
    S-001.jpgSch-009.jpg

    Im Südosten stehen steht der markante Riedlerzinken und Eiskarspitz, alte Bekannte überall:
    S-001.jpgSch-010.jpg

    Ohne wesentliche Behinderung steige ich weiter, bald erhasche ich einen ersten Blick auf den langen Schneekamm Richtung Schreinl, den ich bald überschreiten werde:
    S-001.jpgSch-011.jpg
    Im Tal drunter die Forststraße, die ich im Abstieg benützen werde. Aus dem Sattel zwischen Schreinl und Hühereckgrat lugt gerade die Planner Schoberspitze heraus.

    Die Waldgrenze bildet im Winter, bei einem Aufstieg ohne Schi, das oft mühsame Schneekriterium, lagern doch meist dort alle von oben weggeblasenen Schneemassen. Jedoch erst jetzt kündigen sich kleinere weiße Hindernisse an. Die Kuppe rechts im Bild ist der Kollerriegel, dorthin muss ich nun durchstapfen:
    S-001.jpgSch-012.jpg
    Es gelingt leichter als gedacht, wieder helfen Wildspuren und apere Streifen weiter.
    Viel rascher als vermutet, bringe ich die Strecke hinter mich und schon blicke ich zurück zur weißen Kuppe, wo ich gerade noch gestanden bin. Fast genau darüber zeigt sich der Knallstein:
    S-001.jpgSch-013.jpg

    Und vor mir liegt dieser wunderbare Schneerücken:
    S-001.jpgSch-014.jpg

    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 03.01.2023, 18:33.

  • #2
    Freilich, jetzt würden auch Schi etwas bringen, jedoch wiederum kommen mir die Verhältnisse entgegen. Über größere Strecken ist die Fläche bereits tragfähig, dann wiederum leiten grasige Streifen weiter.
    S-001.jpgSch-017.jpg

    Blick zurück, in Bildmitte die Wölzer Schoberspitze, links die Hochweberspitze, rechts der Hochwart:
    S-001.jpgSch-015.jpg

    Den flachen Berg gegenüber, das Hühnereck, möchte ich heute noch überschreiten, rechts rauf und vom Gipfel schräg links, Richtung Bildmitte runter:
    S-001.jpgSch-016.jpg

    Weiter geht´s!
    S-001.jpgSch-018.jpg

    Ein kleiner steilerer Hang noch, dann überblicke ich den Gipfelgrat:
    S-001.jpgSch-019.jpg

    Ich überschreite – überstapfe – ihn etwas mühsam, direkt, sieht wilder aus als es ist.
    Die Aussicht ist kaum zu überbieten.
    S-001.jpgSch-020.jpg

    Ein Schattenporträt:
    S-001.jpgSch-021.jpg

    Schon bin ich da, Blick in die Rottenmanner Tauern:
    S-001.jpgSch-022.jpg

    Auf der anderen Seite ist der Gipfel von Schitourengehern „gezeichnet“. Auf meiner Route hingegen bin ich keinem Menschen begegnet. Blick nach Westen, ich erkenne Knallstein, Wildstelle, das Tennengebirge und weit entfernt noch den Hochkönigstock:
    S-001.jpgSch-023.jpg

    Ein wenig raste ich, dann wende ich mich wieder auf meiner Spur zurück Richtung Westen. Mein Ziel ist der Wächtengrat Richtung Hühnereck, der - etwa aus der Bildmitte heraus - zu sehen ist:
    S-001.jpgSch-024.jpg

    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 03.01.2023, 18:32.

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    • #3
      Das kann anstrengend werden, aber die 150 Höhenemeter stapfen, werde ich wohl auch noch schaffen… Zumindest recht mühelos erreiche ich die Scharte davor. Die Hänge hinunter zu „wuseln“ – kein Problem. Tatsächlich fordernd ist dann der Anstieg über den Wächtengrat, mit vielen hüfttiefen „Einbrüchen“.
      Doch bald ist schon das Gröbste geschafft. Blick zurück zum Schreinl, rechts der lange Aufstiegskamm, links bin ich gerade runter:
      S-001.jpgSch-025.jpg

      Über einer gewaltigen Wächte lugt der Grimming hervor, rechts das Tote Gebirge mit dem Gr. Priel:
      S-001.jpgSch-026.jpg

      Im letzten Gratabschnitt werde ich aber doch mit Hartschnee belohnt und der der Gipfel ist rasch erreicht. Das Kreuz steht viel tiefer, daher müssen meine Stöcke als Gipfelzeichen herhalten:
      S-001.jpgSch-029.jpg

      Nun könnte ich auch dem nach SW ziehenden Kamm folgen, der wäre aber eher etwas für Schifahrer:
      S-001.jpgSch-027.jpg

      Ohne Schi brauche ich einen steileren Abstieg und wähle daher den Südkamm.
      Ein kurzer (etwas schiefer) Abschieds-Blick noch zum Grimming
      S-001.jpgSch-028.jpg

      dann schlurfe ich auch schon abwärts. Blick zurück, rechts mein Aufstiegsgrat:
      S-001.jpgSch-030.jpg

      Über angenehme Hänge erreiche ich die Ginzenalm, wo auch bereits eine Forststraße beginnt. Blick empor zur Scharte zwischen Hühnereck und Schreindl - bis hier her wär´s auch ein feines Schigelände…:
      S-001.jpgSch-031.jpg

      Aber leider nicht viel weiter, denn bald nach diesem Abschnitt
      S-001.jpgSch-032.jpg
      hätte ich meine Schier bereits tragen müssen.

      So folge ich dem langen Forstweg noch gemütlich talauswärts, bald folgt auf den kurzen Tag auch schon die Dämmerung. Der Mond geht auf über der Hochweberspitze
      S-001.jpgSch-033.jpg
      und beleuchtet meine letzten Schritte nach dieser herrlichen Tour.

      LG

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      • #4
        Nach den Bildern und deinem Text scheint es so, als wäre es eine gute Idee gewesen die Schneeschuhe mitzunehmen.
        "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

        https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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        • #5
          Schaut doch sehr mühsam aus bei der Schneelage.
          Lg. helmut55

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          • #6
            Also zumeist war es einfach nur wunderschön.
            Mühsam war nur die erste Hälfte des Hühnereckgrates. Dort musste ich aber immer wieder hohe Wächtenstufen überwinden. Das ist halt mit Schneeschuhen auch keine Gaudi. Den Gipfelgrat zum Schreinl hätte ich mit Schneeschuhen nicht riskiert, da musste man etwas kraxeln. War aber alles halb so schlimm. Der lange Kamm vom Kollerriegel her sieht mühsam aus, aber ich bin meist nur 20 cm im recht weichem Schnee eingesunken, dann gab es wieder lange harte Passagen oder apere Streiferl.
            Am ehesten wären Schi eine Option gewesen, die hätte ich aber auch gute 2-3 Stunden tragen müssen.

            LG

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            • #7
              In dieser Gegend an einem 29.12. fast ohne Probleme zu Fuß unterwegs sein zu können, ist traurig.

              Du hast das Beste aus den Verhältnissen gemacht.

              LG, Günter
              Meine Touren in Europa

              Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
              (Marie von Ebner-Eschenbach)

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              • #8
                Eine aussichtsreiche Unternehmung bei feinem Wetter.
                Ein würdiger Jahresabschluss!


                L.G. Manfred

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                • #9
                  Es sind wunderbare Landschaftseindrücke und Ausblicke, die auf deinen Bildern zu sehen sind.
                  Vielen Dank für den Bericht!

                  Angesichts solcher Impressionen hat es sich reich gelohnt, eine gewisse Mühsal auf dich zu nehmen.
                  Lg, Wolfgang


                  Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                  der sowohl für den Einzelnen
                  wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                  (David Steindl-Rast)

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                  • #10
                    Danke euch!
                    Die momentanen Verhältnisse sind tatsächlich etwas kompliziert, weil anders als in schneearmen Wintern die Grate diesmal nicht abgeblasen sind. Die wenigen Schneefälle müssen eher feucht und von wenig Wind begleitet gewesen sein. Dadurch liegt auch auf den Graten eine etwa 20-50cm hohe Schneedecke. Das ist schwer abzuschätzen...
                    Aber ich habe bereits wieder eine Tour mit 4 Gipfeln im Sölktal unternommen, diesmal etwas anstrengender.

                    LG

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                    • #11
                      Herrliches Abenteuer . Solch eine Tour werde ich eher nicht absolvieren können; umso schöner ist es dein Bericht anzuschauen. LG aus DK
                      Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe ist der Herr, der Himmel und Erde erschaffen hat (Ps 121). Gipfelkreuz Seespitze (3021 m), Venedigergruppe, Osttirol.

                      Weitere Themen und Berichten von mir.

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                      • #12
                        Zitat von HNT Beitrag anzeigen
                        Herrliches Abenteuer . Solch eine Tour werde ich eher nicht absolvieren können; umso schöner ist es dein Bericht anzuschauen. LG aus DK
                        Fein, danke, vielleicht schreibe ich ja noch was. Leider steht uns ja wieder eine regnerische Woche bevor, Schnee nur weiter oben...

                        LG

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                        • #13
                          Hy, da hast du gut spekuliert die Ski im Auto zu lassen. Wenn nur ein Teil der Tour etwas mühsam war, dann ist es halb so wild. Außerdem macht ein bisschen Herausforderung in Nachhinein vieles schöner.
                          Das Gebiet kenne ich im Winter (leider) nicht. Muss ich definitiv mal ändern.
                          ​​​

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                          • #14

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                            • #15
                              Danke!

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