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Karhorneck, 1828 m; Hundskogel, ca. 1900 m, Tattermann, 2047 m N. Tauern, 15.6.2023

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  • Karhorneck, 1828 m; Hundskogel, ca. 1900 m, Tattermann, 2047 m N. Tauern, 15.6.2023

    Vom Schrabachtal/Plannerstraße über Saubichlerhütte, SO-Flanke zum Karhorneck, dann Gratüberschreitung über Hundskogel zum Tattermann, Abstieg über NO-Grat und Ostkar, I+

    Diese Tour widme ich pauli !
    Einzig in seinem Tourenbuch fand ich Informationen über diese exotische Bergfahrt ins Ultra-Grünland der Niederen Tauern. Obwohl Paulis´s Informationen – was die Überschreitung des Hundskogels betrafen - alles andere als ermutigend klangen, wusste ich wenigstens, worauf ich mich einlasse…
    Zunächst eine Übersicht über meine Route samt GPS-Track:
    K-Kar-001.jpg

    K-Kar-003.jpg

    Das Wetter ist mäßig, aber für diese Tour wohl ausreichend. Ich starte an der Plannerstraße und zunächst folge ich noch einer bequemen Forststraße. Ein paar Abkürzer und zuletzt sogar ein Steig führen mich zur Saubichlerhütte. Hier versteckt sie sich – von Grün umgeben:

    K-Kar-004.jpg

    K-Kar-005.jpg

    Vielleicht findet sich ja nach dem Hochsitz (rechts) noch ein Steig?
    K-Kar-006.jpg

    Doch nein – nichts als Grün… Soll ich jetzt diesem Kar folgen?
    K-Kar-007.jpg

    Oder gleich den steilen Hang Richtung Karhorneck hinaufsteigen? Egal – aber wenn schon Bewuchs, dann wenigstens mit raschem Höhengewinn… Also den Wiesenhang Richtung Karhorneck rauf, weniger Stauden, dafür steil…
    Von meinem Anstieg aus mustere ich den Hundskogel mit seiner Latschenkappe:
    K-Kar-008.jpg
    Rechts im Bild verstecken sich die Felsen in den Bäumen, die Pauli erwähnt.
    Hinter dem Hundskogel taucht nun der Tattermann auf, links davon der Schober:
    K-Kar-009.jpg
    Bei näherer Betrachtung des Hundskogels denke ich mir, dass dieser wohl besser mit Schi zu erreichen wäre, aber was soll´s? Wenigstens habe ich von hier aus einen besseren Überblick als ihn wohl Pauli hatte und sehe, dass unter den Waldfelsen ein Band vorbeiziehen müsste. Dieses sollte ich möglichst nicht verfehlen…
    Aber zunächst folgt der entspannte Gipfelkamm Richtung Karhorneck:
    K-Kar-011.jpg
    Sogar mit Steig, was will man mehr!
    Alles gut!
    K-Kar-012.jpg

    Gegenüber sehe ich jetzt die Schaabspitze, dort war ich schon einmal:
    K-Kar-013.jpg

    Am Karhorneck ist sogar jetzt eine Bank errichtet:
    K-Kar-014.jpg

    Nach kurzer Pause verfolge ich zunächst gemütlich den Steig Richtung Süden zurück und erfreue mich an Frühlingsenzianen:
    K-Kar-015.jpg

    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 02.07.2023, 11:23.

  • #2
    Bald wird der Bewuchs dichter und der Weg undeutlicher. Der Beginn des Hundskogel Nordgrates ist im Dschungel gar nicht so leicht auszumachen:
    K-Kar-016.jpg
    Etwa in Bildmitte vermute ich meine Umgehungschance über ein grünes Band.
    Tatsächlich finde ich die richtige Stelle für einen kurzen Abstieg und teilweise ausgesetzt führt nun ein Wildwechsel direkt unter den bizarren Felsen vorbei.
    Das felsentechnisch Schlimmste scheint geschafft und ich blicke immerhin nur mehr latschentechnischen Problemen entgegen:
    K-Kar-017.jpg

    Aber zumindest im ersten Teil lassen sich diese recht harmlos an (Rückblick Karhorneck):
    K-Kar-018.jpg

    Aber immer öfter heißt es: Hilft nichts – durch!
    K-Kar-019.jpg
    Mit Biegen und Ächzen kämpfe ich mich weiter Richtung Gipfelkappe:
    K-Kar-020.jpg

    Und – so schaut´s aus, dort oben! (Blick zum Grat Schaabspitze, Brandlspitz – auch kein Lerchersch…)
    K-Kar-021.jpg
    Mein Rucksack mag es ja hier recht gemütlich haben auf diesem hunzigen Kogel, trotzdem möchte ich gleich meinen Weiterweg hinter mich bringen…
    Ich ahne nämlich, dass mir der schlimmste Latschenkampf noch bevorsteht!
    Ein Blick ins Abstiegsgelände bestätigt meine Vermutung:
    K-Kar-022.jpg
    Hilft nichts – da muss ich durch!
    Latschen hinunter sind manchmal doch etwas harmloser als herauf und – Latschen im Urgestein oft nicht sooo wehrhaft wie im Kalk. Damit tröste ich mich, während ich Ast um Ast zur Seite biege, auf wippende Äste trete und mich an den elastischen Dingern so manchen Absatz hinunterlasse.
    Jedoch zwischendurch – fast überraschend – gibt es Normalgelände, kaum zu glauben!
    Am besten hält man sich hart in Gratnähe, falls man sich das antun muss…
    Weit ist´s ja wirklich nicht und schon auch geschafft, Rückblick:
    K-Kar-023.jpg

    Gleich dahinter beginnt eine Steigspur:
    K-Kar-024.jpg
    Und ich blicke entspannt zu Hochstein und Gstemmerspitzen
    K-Kar-025.jpg

    Noch ein Rückblick zum widerborstigen Hundskogel
    K-Kar-026.jpg

    Und weiter empor Richtung Tattermann über harmlose Hänge, nochmals Rückblick:
    K-Kar-027.jpg

    Knapp vor dem Gipfel vereinigen sich die Grate, hier kommt der Kamm von der Schaabspitze herauf:
    K-Kar-028.jpg
    Den habe ich einmal im November überschritten, auch so ein Latschenabenteuer…:
    https://www.gipfeltreffen.at/forum/g...-11-2020%C2%A0


    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 02.07.2023, 11:23.

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    • #3
      Ein Blick zum Schreinl und Hühnereck, dahinter die Wölzer Schoberspitze:
      K-Kar-029.jpg

      Und schon bin ich oben am tatterigen Mann:
      K-Kar-030.jpg
      Den Weiterweg zum Schober kenne ich bereits, daher bleibe ich hier:
      K-Kar-031.jpg
      Gumpeneck, Wildstelle und Knallstein kann man gerade erkennen, aber ich hab´s heute nicht anders erwartet. Immerhin scheint das Wetter stabil, wenn auch in Richtung Schober nicht mehr sehr vertrauenerweckend.
      K-Kar-035a.jpg

      Für den Abstieg wähle ich den NO-Grat und zu meiner Überraschung zeichnet sich dort ein deutlicher Steig ab:
      K-Kar-032.jpg

      Gerne folge ich ihm hinunter bis zu einer Geländeverflachung (oberer Bildrand):
      K-Kar-033.jpg

      K-Kar-034.jpg
      Im Blick habe ich dabei immer die scharfen Gstemmerspizen.
      Dann wendet sich der Weg Richtung südliches Kar und – mangels anderem Angebot folge ich ihm. Steil, aber immerhin auffindbar, überwindet er einen Rasenhang und ich werde mit einer kleinen mineralogischen Überraschung belohnt:
      K-Kar-036.jpg
      AKtinolith, wenn ich nicht irre…

      Ein Rückblick ins Grüne:
      K-Kar-037.jpg

      Nach einer Flachstufe hoffe ich wieder auf einen Steig zu treffen, der in einer etwas älteren Karte noch eingezeichnet war. Denn nochmals wartet ruppiges Gebüschgelände!
      Doch ich habe Glück – tatsächlich finde ich den Weg! Allerdings verbirgt er sich verlässlich unter diesen Plotschen:
      K-Kar-038.jpg
      Wie gut, dass ich das Gewucher mit meinem Stock etwas niederdreschen kann und alsbald wieder gemütliche Wiese unter mir habe, ein Rückblick:
      K-Kar-039.jpg

      Und so grün wie die Tour begonnen hat, geht sie auch zu Ende…
      K-Kar-040.jpg

      Fazit: Nette, dem Wetter angepasste Entdeckungstour. Den Hundskogel muss man nicht unbedingt machen, es sei denn, man bildet es sich ein…

      LG

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      • #4
        Dein Entdeckergeist ist echt zu bewundern!!! "Plotschen" - das geht ja noch, aber wenn`s "latschentechnisch" wird, dann bin ich ganz schnell schwer untermotiviert. Vielen Dank für die schönen Bilder! LG

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        • #5
          Danke! Na ja, in den Niederen Tauern gibt es eben noch einige wenige Relikte, die ich noch nicht erforscht habe. Nichts Wildes, aber ev. latschentechnisches... Und gerade in Zeiten, wo echt nicht viel geht, versuche ich mich eben an solchen Projekten.
          LG

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          • #6
            Hallo Manfred! Danke für diesen interessanten Bericht und die Erwähnung meines Besteigungsversuches. Dass ich bei ausgesetzten Stellen leichter nervös werde als du war mir schon klar. Latschenkämpfe habe ich früher genug ausgetragen, aber immer brauche ich sie nicht. Damals habe ich mir vorgenommen den Hundling nochmal zu versuchen,aber dann habe ich mir gedacht: Den Hundskogel kann man besteigen, muss man aber nicht. lg leopold
            Besucht mich auf www.paulis-tourenbuch.at

            "Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein, und die Spatzen pfeifen lassen." -Don Bosco-

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            • #7
              glg Ingrid

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