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Hechlstein, 1814 m; Überschreitung. West – Ost, Tot. Geb.; 15.2.2024

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  • Hechlstein, 1814 m; Überschreitung. West – Ost, Tot. Geb.; 15.2.2024

    Wie macht man aus der Not eine Tugend?
    Zu wenig Schnee, wenn doch, dann jedenfalls erst weiter oben und zum Schifahren eventuell sehr wankelmütige Verhältnisse…
    Immerhin sind bei solchen Bedingungen aber auch Bergziele erreichbar, die zu erobern, in normalen Wintern sehr mühsam wäre.
    Na ja, ganz so mühelos sollte es diesmal auch für mich nicht werden.
    Trotzdem konnte ich meinem Trieb nach etwas Ausgefallenem nicht widerstehen…
    Vom Sommer kannte ich den Hechlstein ja schon, konnte also in etwa einschätzen, was mich erwartet - also los!
    Mein Startpunkt liegt in Wörschachwald, beim gleichnamigen Gasthof, von wo aus mein Ziel bereits zu sehen ist:
    Hec-002.jpg

    Hier meine Routenübersicht:
    Hec-001.jpg

    Der Zustieg, im weiten Bogen nach Westen gelingt noch recht einfach auf einer Forststraße mit harter Schneeunterlage. Zwischen den Baumwipfeln lugt schon der Gimming heraus:
    Hec-003.jpg

    Ein letzter steilerer Hang leitet mich zur Struwinscharte, wo sich der Grimming nun schon deutlicher in Szene setzt:
    Hec-004.jpg

    Im Süden imponiert düster der Nojer, ein kleiner, aber doch ein wenig spannender Gipfel:
    Hec-005.jpg

    Bis hier her war der Schnee wenig hinderlich und vielfach konnte ich auf apere Flächen ausweichen. Ab nun wird es spannend sein, was sich zwischen den Latschen versteckt.
    Vielfach ist der Untergrund hart, ich sinke lediglich 10 cm ein und zwischendurch überraschen mich völlig apere Stellen.
    Hier ein Blick zurück zum Gwöhnlistein, links hinten das Dachsteinmassiv und die Kammspitze:
    Hec-006.jpg

    Ein Obelisk markiert den Einstieg zum Klettersteig:
    Hec-007.jpg

    Sicherheitshalber zücke ich mein Klettersteigset, es sollte aber zunächst weitgehend unnötig sein, denn etliche der steilen, waldigen Passagen sind ohnehin nicht versichert. Aber - immerhin, recht schneearm zu begehen:
    Hec-008.jpg

    Das sollte aber leider nicht immer so bleiben:
    Hec-009.jpg
    Im Blick voraus erwarten mich allerdings offenbar doch wieder weniger anstrengende Passagen. In kurzer Zeit habe ich das weiße Feld „durchgestanzt“, Blick zurück:
    Hec-010.jpg

    Und hurra! Das nächste Stück ist wieder aper:
    Hec-012.jpg

    Trotzdem - der verschneite Blick ins Tote Gebirge – wunderschön!
    Traweng, Struzhahn, Tragln…
    Hec-013.jpg

    Auf dem Weg über den Westgrat zum Gipfel warten etliche Gratkuppen, die allesamt zu überschreiten sind. Erst das zweite, hintere Kreuz bezeichnet mein Ziel:
    Hec-014.jpg
    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 17.02.2024, 17:49.

  • #2
    Ich erreiche das erste Kreuz, doch das ist noch lange nicht der Gipfel:
    Hec-017.jpg
    Im Buch hier trage ich mich heuer als Erster ein.
    Der Weiterweg beindruckt nicht nur durch viele Schneepassagen:
    Hec-015.jpg

    Ich weiß, dass knapp vor dem Gipfel auch noch eine Scharte lauert.
    Noch Ein Blick Richtung Almkogel und Warscheneckgebiet (links):
    Hec-016.jpg

    Einige Versicherungen
    Hec-018.jpg

    wieder Rückblick
    Hec-019.jpg

    weiter geht’s, mal schmäler
    Hec-020.jpg

    dann wieder breit
    Hec-021.jpg

    Etwas gespannt nähere ich mich der eindrucksvollen Gipfelwand:
    Hec-022.jpg

    Gut, dass hier ein Stahlseil hinauf leitet,
    Hec-023.jpg
    in das ich nun auch gerne mein Klettersteigset einklinke. Doch das sind Sommerverhältnisse, ganz entspannt kann ich hier hochsteigen. Blick zurück, meine Spur ist gut zu erkennen:
    Hec-024.jpg

    Ein ausgesetzter Ausblick:
    Hec-025.jpg

    Dann, endlich die letzten Schritte zum Gipfel:
    Hec-026.jpg

    Geschafft!
    Blick in die Rottenmanner Tauern:
    Hec-027.jpg

    Ein Blick zurück, über den Westgrat und die schneefreien Wiesen der Mitterndorfer Senke Richtung Dachstein,
    Hec-028.jpg

    zum Grimming
    Hec-029.jpg

    Zuletzt geändert von tauernfuchs; 17.02.2024, 17:47.

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    • #3
      und natürlich in die Wölzer und Rottenmanner Tauern:
      Hec-030.jpg

      Etwas gezoomt beherrschen Hochstein und Gstemmerspitze die Bildmitte:
      Hec-031.jpg

      Ich genieße einige Zeit die prächtige Fernsicht, allerdings beschäftigt mich doch ein wenig der Abstieg. Von oben gesehen alles andere als übersichtlich, Markierungen natürlich durchwegs unter Schnee…
      Vom Sommer her weiß ich aber, dass man den obersten Abbruch südlich umgeht, versuche es also dort. Ich steige etwas zu weit ab, quere ein wenig und sehe endlich die Möglichkeit unter den Felsen. In der folgenden Querung oberhalb des steilen Hanges bin ich froh um meinen Pickel – Lawinengefahr besteht hier längst nicht mehr – Frühjahrsverhältnisse!
      Und im Rückblick bin ich dann doch schlauer…:
      Hec-033.jpg

      Na super! Ohne Weiteres hätte ich am Grat bleiben können! Im Sommer geht das halt wegen der vielen Latschen nicht… aber jetzt: Wahrscheinlich wär´s problemlos gewesen…
      Immerhin – diese Schlüsselstelle liegt hinter mir…
      Aber nun überblicke ich eine Problemstelle anderer Art:
      Hec-034.jpg
      Ein Königreich für Schneeschuhe! Aber was soll man nicht noch alles mitschleppen… Na ja, aber die Aussicht entschädigt. Blick vom Warscheneck bis ins Gesäuse – herrlich!
      Hec-035.jpg

      Wenigstens ist der Schnee schon sehr gut gesetzt und ich breche nur gelegentlich ganz durch. Wie gut, dass ich ein sehr gutes Gespür habe für die Bereiche, wo man am wenigsten einsinkt.
      Als nächstes peile ich dieses apere Plätzchen an:
      Hec-036.jpg

      Hier gönne ich mir dann doch eine längere Pause und schaue zurück:
      Hec-037.jpg
      In der Aufsicht wirkt der Gipfelgrat doch ein wenig steil, aber es tut es mir schon leid, ihm ausgewichen zu sein.
      Noch ein Rückblick, diesmal mit Grimming:
      Hec-038.jpg

      Dann stapfe ich weiter, irgendwie geht´s schon…
      Hec-039.jpg

      Sobald ich kann und unter mir keine Abbrüche mehr zu erwarten sind, zweige ich nach Süden ab in den steilen Wald. Jetzt kann ich endlich in weiten Schlurfschritten Höhe abbauen. Das geht jetzt sehr zügig und bald erreiche ich wieder besser gangbares Gelände.
      Schleierwolken verdecken etwas die Abendsonne
      Hec-041.jpg
      und mit einem letzten Blick zum Grimming, freue ich mich über die schöne, gelungene Tour…

      LG

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      • #4
        So ist es richtig, einfach das beste aus den Gegebenheiten machen.
        Und zumindest mir machen solche Touren wesentlich mehr Spaß als bei schlechtem Schnee Skitouren zu gehen.
        "Glück, das kann schon sein: man hat es fast hinter sich und einen Schluck Wasser noch dazu." (Malte Roeper)

        https://www.instagram.com/grandcapucin38/

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        • #5
          Allzu viel Besuch dürfte der Hechlstein um diese Zeit wohl nicht bekommen,
          im Sommer ist er jedenfalls meist stark überlaufen.
          Die Mitnahme des Gwöhnlisteins ist im Sommer oft eine nette Verlängerung.
          Lg. helmut55

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          • #6
            Eine spannende Sache, durch den weichen Schnee sicher ziemlich fordernd. Aber da verliert man trotz Mangel an Schitouren wenigstens seine Kondi nicht.



            LG, Günter

            Meine Touren in Europa

            Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
            (Marie von Ebner-Eschenbach)

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            • #7
              Wie Günter schon anmerkt: Eine spannende Sache.
              Im Winter um so mehr!
              Tolle Aufnahmen, besonders der Rückblick zum Hechlstein!

              L.G. Manfred

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              • #8
                Schaut sehr lohnend aus dein Experiment! Solche Gipfel haben einfach einen anderen Erlebniswert, wenn man sie zu einer aussergewöhnlichen Jahreszeit besteigt!
                Danke für den schönen Bildbericht!
                carpe diem!
                www.instagram.com/bildervondraussen/

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                • #9
                  Schlechte Verhältnisse gut genutzt, würde ich sagen!

                  Nachdem es schon Anfang Dezember schon so viel geschneit hat, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es im Februar schon wieder so mau aussieht. Ich überlege auch gerade, ob ich die nächste Tour mit Ski weiter oben oder ohne weiter unten angehe. Gut wühlen oder schlecht fahren - das ist die Frage.
                  Tourenberichte und Sonstiges auf www.deichjodler.com

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                  • #10
                    Danke für eure netten Meldungen!

                    Zitat von placeboi Beitrag anzeigen
                    So ist es richtig, einfach das beste aus den Gegebenheiten machen.
                    Und zumindest mir machen solche Touren wesentlich mehr Spaß als bei schlechtem Schnee Skitouren zu gehen.
                    Ganz genau - noch dazu kann ich mit schlechtem Schnee ohnehin schitechnisch nicht viel anfangen.

                    Zitat von helmut55 Beitrag anzeigen
                    Allzu viel Besuch dürfte der Hechlstein um diese Zeit wohl nicht bekommen,
                    im Sommer ist er jedenfalls meist stark überlaufen.
                    Die Mitnahme des Gwöhnlisteins ist im Sommer oft eine nette Verlängerung.
                    Im Jänner ist ein einziger auf den Gipfel, wohl aber nicht über den Westgrat. Im Sommer nehme ich den Gwöhnlistein auch gern mit, wäre aber diesmal noch mehr Schneestapferei gewesen.

                    Zitat von mountainrabbit Beitrag anzeigen
                    Eine spannende Sache, durch den weichen Schnee sicher ziemlich fordernd. Aber da verliert man trotz Mangel an Schitouren wenigstens seine Kondi nicht.
                    Kann man wohl sagen und ehrlicherweise: Dass es so intensiv wird, dachte ich nicht! Wenigstens war der Schnee schon recht gut gesetzt.

                    Zitat von manfred1110 Beitrag anzeigen
                    Wie Günter schon anmerkt: Eine spannende Sache.
                    Im Winter um so mehr!
                    Tolle Aufnahmen, besonders der Rückblick zum Hechlstein!

                    L.G. Manfred
                    Der Rückblick hat mir dann ja die wahrscheinlich bessere Abstiegsmöglichkeit eröffnet. Von oben war das Gelände sehr unübersichtlich und letztlich war der erste Abstiegsteil die größte Herausforderung.

                    Zitat von Gamsi Beitrag anzeigen
                    Schaut sehr lohnend aus dein Experiment! Solche Gipfel haben einfach einen anderen Erlebniswert, wenn man sie zu einer aussergewöhnlichen Jahreszeit besteigt!
                    Danke für den schönen Bildbericht!
                    Das stimmt, an solche Touren erinnert man sich ewig!

                    Zitat von Deichjodler Beitrag anzeigen
                    Schlechte Verhältnisse gut genutzt, würde ich sagen!

                    Gut wühlen oder schlecht fahren - das ist die Frage.
                    Ja - und es geht um die Wahl des richtigen "Werkzeugs". ..

                    LG

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                    • #11
                      Die perfekte Tour für jemand, der bereits so oft auf einsamen Routen unterwegs war und jede Menge Erfahrung besitzt, wo anspruchsvolles Gelände am einfachsten zu begehen ist!
                      Herzlichen Glückwunsch!

                      Die Ausblicke zum Toten Gebirge und dem nahen Grimmingstock gewinnen durch die Schneelage in den höheren Regionen natürlich noch einmal zusätzlich.
                      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 20.02.2024, 11:42.
                      Lg, Wolfgang


                      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                      der sowohl für den Einzelnen
                      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                      (David Steindl-Rast)

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                      • #12
                        Tolle Überschreitung!

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                        • #13
                          Danke! Fein, wenn´s gefällt! Mir hat´s auch richtig gefallen, erstmals heuer bei diesen komplexen Wetter- und Schneeverhältnissen eine eindrucksvollere Tour zusammenzubringen.

                          LG

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                          • #14
                            Etwas spät bin ich zum Glück auch noch auf diesen Bericht aufmerksam geworden. Ich denke diese Tour hätte mir auch sehr gut gefallen.

                            Die Gipfelwand sieht schon interessant aus und auch der Rest sehr fein. Wenn man mal mittendrin is in der Stapferei, beißt man sich eh durch, muss man ja auch irgendwie Wüsste man (ich) es schon vor dem Start so genau, würde man es sich vielleicht eh zwei Mal überlegen

                            Der Blick auf den Almkogel weckt Erinnerungen, wo ich heuer schon das unverspurte Pulververgnügen hatte.

                            Vielen Dank und verdienter Bericht des Monats

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                            • #15
                              Bin gerade dabei mir die Berichte des Monats nochmal durchzulesen für die Abstimmung zum Bericht des Jahres. Passend zu diesem Bericht war bei meiner heutigen Tour dieses Foto dabei (allerdings von Norden aus)

                              image001.jpg

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