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Hohe Veitsch (1981m) über Wildkamm, 21.10.2024

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  • Hohe Veitsch (1981m) über Wildkamm, 21.10.2024

    Berichte darüber gibt es wahrlich schon genug, aber weil’s so schön war, möchte ich trotzdem kurz davon erzählen.
    Das erste Mal am Wildkamm war ich im September 2010, damals bin ich aber statt auf die Hohe Veitsch auf den Muckenriegel und den Seebodenkogel weitergegangen.
    Diesmal will ich ganz hinauf. Die Frage ist nur, in welcher Richtung: zuerst auf die Hohe Veitsch und beim Abstieg über den Wildkamm oder umgekehrt? Ich beschließe, mich erst am Niederalpl spontan zu entscheiden.

    Die Anfahrt verläuft wie so oft um diese Jahreszeit ab dem Semmering bis zum Niederalpl unter einer Hochnebeldecke, erst auf der Passhöhe erreiche ich die Nebelobergrenze.


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    Es ist sehr feucht und im Schatten kalt, als ich um 10 Uhr weggehe. Bald komme ich aber am Weg zur Sohlenalm in die Sonne und kann schon aufs Nebelmeer im Osten hinunterschauen.

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    In der anderen Richtung sind die Täler nebelfrei. Paradeblick zum Hochschwab von der Sohlenalm.

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    Bei der Almhütte mache ich kurz Pause. Die Jacke brauche ich jetzt nicht mehr, T-Shirt genügt. Dann fällt die Entscheidung: ich gehe zuerst auf den Wildkamm, da erwarte ich mir eher Sonne als am Weg in seiner SW-Flanke. Dort scheint sie dann am Nachmittag hin, außerdem ist das ein gemütlicher Abstieg ohne Gegensteigungen. Ich beginne also den Anstieg zum Kleinen Wildkamm. Beim Zurückschauen sehe ich, dass ich einen Verfolger habe.

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    Der Weg ist leicht zu finden, er ist gut ausgetreten und zusätzlich markiert. Allerdings liegt er großteils noch bzw. schon im Schatten. Nach 400hm erreiche ich den Kleinen Wildkamm. Zum Großen hinüber scheint es nur ein Katzensprung zu sein. Das dauert aber noch…

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    Leider führt der Weg nur kurze Zeit oben am Kamm weiter, meistens verläuft er in nordseitigen Latschengassen knapp unterhalb. Dort ist es schattig und feucht und daher unangenehm rutschig. Ich bin froh, als ich auf den Gipfelhang komme und zurückschauen kann.

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    Großer Wildkamm, 1874m. Als ich das letzte Mal hier stand, war er leicht angezuckert. Heute liegt kein Stäubchen Schnee.

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    Blick zum Hochschwab

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    Links der Muckenriegel. Zur Gingatzwiese hinunter sind es rund 130hm. Auf den Abstieg über den Kamm freue ich mich schon. Zunächst wird aber einmal ausgiebig gerastet.

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    Mein Verfolger lässt sich nicht blicken. Nach einer halben Stunde breche ich auf. Der Kamm ist leicht, aber doch mit einiger Vorsicht zu begehen, links und rechts geht’s ganz schön runter.

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    Unten habe ich zuerst zwei Wanderer im Aufstieg gesehen. Vor den Grattürmchen drehen sie jedoch um. Als ich mich nähere, sind sie schon wieder weg.

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    Jetzt kommt die Schlüsselstelle. Das unterste Türmchen wird durch eine kurze Rinne und eine nordseitige Querung umgangen. Ist nicht weiter schlimm, stolpern sollte man halt nicht. Hier hab ich es schon hinter mir.

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    Der ganze Kamm im Rückblick. Durch den Schatten wirkt er sehr plastisch. Das gibt’s halt nur im Herbst.

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    Nach der Gingatzwiese steigt der Weg wieder an und trifft bald auf den markierten Weg von der Rodel. Kurz danach kommt die Abzweigung des „Normalwegs“ zum Niederalpl. Wie Rudolf schon einmal angemerkt hat, stimmt weder die Ortsbezeichnung noch die Höhe auf dem kleinen Taferl. Der Wegweiser steht nicht auf der Gingatzwiese und keines von beiden liegt auf 1700m. Hier ist man schon fast auf 1800m.

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    Die nächste Wegkreuzung, 80m höher. Von hier kann man direkt zum Meranhaus gehen.

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  • #2
    Der Schlussanstieg zieht sich noch, ich habe heute nicht meinen besten Tag. Aber dann stehe ich, 4 Stunden nach meinem Aufbruch, endlich am Gipfel: Hohe Veitsch, 1981m.

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    Im November 2019 war ich bei stürmisch-winterlichen Verhältnissen das letzte Mal hier. Heute ist es wesentlich angenehmer. Es ist mild und es geht fast kein Wind. Nur wenige Leute bevölkern den Gipfel.

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    Ich schaue in die Runde:
    Im WSW sind die Niederen Tauern im Dunst nur ganz schwach zu erkennen, ebenso einige Gipfel der Ennstaler Alpen und des Toten Gebirges im Westen. Halbwegs gut sieht man nur das deutlich nähere Hochschwabmassiv und die Ybbstaler.


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    Hochschwab

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    Ötscher

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    Der überschrittene Wildkamm, dahinter Tonion und Hohe Student

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    Zentrale Schneealpe, dahinter Schneeberg

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    Fast eine Stunde verbringe ich oben, dann wird es Zeit für den Abstieg. Gemütlich schlendere ich zur Gingatzwiese hinunter, immer den Wildkamm im Blick.

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    Von dort geht’s dann links, vorerst noch etwas steiler, ins oberste Bärental hinab. Dann wendet sich der Weg flacher werdend rechts in die Flanke. Über diese Quelle bin ich hocherfreut, denn meine Wasservorräte gehen langsam zur Neige und bis zum Niederalpl ist es noch weit.

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    Der Weg ist wunderschön, sowohl was seine Beschaffenheit als auch die Aussicht betrifft. Querliegende Bäume (vom Sturm im September?) sind tadellos ausgeschnitten.

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    Zwischendurch ein Blick hinauf auf die in der Nachmittagssonne erstrahlenden SW-Abstürze des Wildkamms.

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    Natürlich schaue ich auch immer wieder zurück zu den Bärentaler Wänden der Hohen Veitsch.

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    Damit es nicht fad wird, folgt ein Stück Forststraße entlang eines Schlags.

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    Aber nur 500m weit, dann endet sie und der Weg wendet sich nach rechts zur Sohlenalm. Ich gehe aber nicht dorthin, sondern zweige vorher auf die Almstraße links hinunter ab. Beim „Hirschel“ trifft sie auf die breite Forststraße, die zum Niederalpl führt. Die Lärchen leuchten im schönsten Oktoberlicht.

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    Schließlich geht es von der Straße abzweigend auf einem Weg waagrecht um den Sohlenkogel herum. Dort ist es noch einmal besonders schön.

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    Der letzte Kilometer zur Passhöhe verläuft dann schon im Schatten und es wird frisch. Um 17:30 bin ich wieder bei meinem Auto, um 18:30 bin ich daheim. Wieder einmal hat es sich ausgezahlt, den inneren Schweinehund überwunden zu haben.

    Die Runde war 14km lang und hatte 940hm. Die Gehrichtung war die richtige Entscheidung; den Wildkammsteig hätte ich bei diesen Bedingungen nicht gerne hinuntergehen wollen (feucht und rutschig). Außerdem hasse ich Gegensteigungen im Abstieg. Der Weg westlich um Wildkamm und Sohlenkogel herum ist zwar lang, aber vom Gefälle und seiner Beschaffenheit her ideal als Abstieg.

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    • #3
      Super, hast ein Traumtagerl erwischt,

      LG
      der 31.12.

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      • #4
        Schöne Tour, die ich auch mal wieder unternehmen sollte.
        Lg. helmut55

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        • #5
          Sehr schöne Herbstbilder sind dir gelungen!
          Am Wildkamm war ich erst einmal, der Steig ist doch ein wenig mühsam, weil verwachsen.

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          • #6
            Zitat von musitoni Beitrag anzeigen
            der Steig ist doch ein wenig mühsam, weil verwachsen.
            Verwachsen ist der Steig gar nicht, man kommt überall bequem durch. Offensichtlich wird er gepflegt.

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            • #7
              Tolle Bilder, tolle Stimmung. Und offenbar eine herrliche Runde, die mir wohl auch gefallen würde. Danke für den Bericht!
              Tourenberichte und Sonstiges auf www.deichjodler.com

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              • #8
                Vielen Dank für die wunderbaren Herbstimpressionen von der Veitschalpe!

                Den schönsten Rundblick von der Hohen Veitsch hatte ich im Herbst 2012 bei einer Plateauüberschreitung von Ost nach West, bei ähnlicher Färbung und (am Anfang) ebenfalls Hochnebel in den Tälern. An die Eindrücke dieses Tages erinnere ich mich noch heute sehr gern.

                Zugleich macht mir dein Bericht natürlich auch bewusst, dass mir die Überschreitung des Wildkamms nach wie vor fehlt.
                Lg, Wolfgang


                Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                der sowohl für den Einzelnen
                wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                (David Steindl-Rast)

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                • #9
                  Ein schöner Klassiker, den ich in dieser Richtung noch nie gegangen bin.

                  Danke für's mitnehmen und die Bilder.

                  LG, Günter
                  Meine Touren in Europa

                  Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                  (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                  • #10
                    Gratuliere zu dieser schönen sonnigen Herbsttour und danke fürs Zeigen

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                    • #11
                      Grüß Dich,

                      eine schöne Tour hast Du da gemacht .
                      Kenne diese in umgekehrter Richtung, ist aber doch schon etwas länger her
                      (06.2015 Aufstieg über die Rodel).

                      LG
                      Zuletzt geändert von helferst; 28.10.2024, 09:41.
                      Erich


                      "Gesundheit ist des Menschen höchstes Gut"

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                      • #12
                        Vielen Dank für eure Antworten!

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