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Riegerin (23.6.2013)

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  • Riegerin (23.6.2013)

    Die Riegerin, das widerspenstige Mädchen, stand schon lange auf meiner "to do - Liste". Garantiert doch dieser unnahbare Gipfel jede Menge Höhenmeter in steilem Gelände und abenteuerliche, selten begangene Wege, wenn man nicht denselben Weg wieder zurück gehen will.

    Trotz nervend langer Anreise starte ich noch vor 6 Uhr früh beim Jagdhaus Brunnjäger am Eingang des Brunntals.

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    Gegenüber dieser Kapelle ist gerade Platz für ein Auto.

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    Im flachen Talgrund sammelt sich das Wasser und bildet den idyllischen Brunnsee.

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    Flott geht es bei noch angenehmen Temperaturen auf einer bequemen Forststraße ins Tal hinein.

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    Im Talschluss taucht dieser Turm auf. Er heißt auch schlicht und einfach nur Turm.

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    Das breite Schotterbecken und die zahlreichen Verbauungen lassen ahnen, was sich hier bei der Schneeschmelze oder bei Starkregen abspielt.

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    Von einem früheren Bericht von B.P. weiss ich, dass man bei einer Lichtung direkt über einen recht verwachsenen Steig zur ehemaligen Talstation der bereits demontierten Materialseilbahn aufsteigen kann. Ich inspiziere jede Lichtung, kann aber nirgends Wegspuren entdecken. Erst weiter hinten finde ich an einem Baum eine rote Marke und dahinter noch eine. Ich folge der Einladung, auch wenn es eigentlich gar keinen Weg gibt. Das Motto heißt einfach: "Da gerade hinauf."

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    Immerhin habe ich ein großes Stück der Forststraße damit abgeschnitten und auch an Höhe gewonnen. Im Tal hat sich wieder Nebel gebildet, die beiden Griessteine erheben sich schon in der Sonne.

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    Vor der letzten Forststraßenkehre weisen relativ neue gelbe Farbzeichen den Beginn des "Weges", mit dem man sich im Abstieg die große Schleife der Forststraße erspart. Auch hier sucht man aber vergeblich nach Wegspuren. Jetzt beginnt ein gut ausgetretenes Steiglein, das neuerdings auch mit vereinzelten roten Punkten markiert ist, am Rande dieser Schütt im steilen Zick-Zack anzusteigen.

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    Nebel und Restbewölkung haben sich mittlerweile vollständig aufgelöst.

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    Bei diesem Einschnitt beginnt der nunmehr sehr gut gesicherte Durchstieg durch die Rotmäuer.

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    Der Weg nutzt geschickt die natürlichen Geländeformen und leitet eigentlich ohne Schwierigkeiten durch die nahezu senkrechten Abstürze.

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    Nur noch wenige Meter sind es bis in das Schärtchen, wo man auf die andere Seite wechselt.

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    Hier nochmals die Steiganlage im Rückblick.

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    Bis auf die Höhe dieser Felsen geht es jetzt hinauf, wo man die (ehemalige) Riegerinalm erreicht.
    Auch wenn schon viele Bäume den Almboden bedecken, erkennt man immer noch, dass es sich um eine früher genutzte Weidefläche handelt. Ich frage mich nur, wie und welche Tiere man hier heraufgebracht hat. Maximal Schafe über die Viererscharte, eine andere Möglichkeit gibt es ja wohl kaum.

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    --- Fortsetzung folgt ---
    LG Rudolf
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    Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit,
    die wir nicht nutzen. (Seneca)

  • #2
    AW: Riegerin (23.6.2013)

    Die Jagdhütte auf der Riegerinalm lädt zu einer kurzen Verschnaufpause ein.

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    Die Hütte hat auch einen Namen, den man aber auf keiner Karte sondern nur auf diesem Schild findet.

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    Mit dem Erreichen der Jagdhütte habe ich gerade mal an die 900 Höhenmeter geschafft. Ein Stück geht es noch hinauf, aber dann heißt es fast 100 Höhenmeter in den Bärengraben abzusteigen. Der Gipfel ist noch weit.

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    Zuerst geht es steil durch lichten Wald hinauf, dann quert der Weg ein Latschenfeld und wechselt die Bergflanke.
    Rundum ziehen Quellwolken auf. Der Ebenstein versteckt sich bereits. Wird das Wetter durchhalten?

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    Nach einer langen grasigen Rinne, in der es schnurgerade hinauf geht, erreiche ich die Grathöhe.

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    Ganz oben taucht schon das kleine Firnfeld auf, das sich in Gipfelnähe befindet.

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    Von einer leichten Einschartung sehe ich hinüber zum Großen Schober.

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    Vor mir liegt der letzte Grataufschwung.

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    Erst knapp vor dem Erreichen des Gipfels taucht das Gipfelkreuz auf.

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    Geschafft!

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    Das ist der Blick hinüber, über Großen Schober und Schönberg im Vordergrund, zum zentralen Höhenzug der Hochschwabgruppe.

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    Der Ebenstein ist wieder wolkenfrei.

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    Das könnte der Brandstein sein, wenn ich mich nicht irre.

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    Stark umwölkt, aber trotzdem gut auszunehmen, die Buchsteingruppe.

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    Aus dem Norden sehen Dürrenstein und Kräuterin herüber.

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    --- Fortsetzung folgt ---
    LG Rudolf
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    die wir nicht nutzen. (Seneca)

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    • #3
      AW: Riegerin (23.6.2013)

      Das Gipfelplateau der Riegerin ist ein einziger wunderbarer Alpengarten.

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      Ich möchte nicht den selben Weg zurückgehen sondern nach Gschöder absteigen. Dieser Blick über die Eisgrube hinweg zeigt als tiefste Einsattelung den einzig möglichen Übergang, die Viererscharte.

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      Will man nicht wieder bis in den Bärengraben absteigen, bleibt als einziger und auch logischer Weiterweg der Verbindungsgrat zum Großen Schober. Der Grat ist steil, ausgesetzt und ungemein brüchig. Er verlangt höchste Konzentration, so dass ich ganz aufs Fotografieren vergesse.

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      Der Rückblick über den Großen Schober zum Grat und zum Nebengipfel der Riegerin.

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      Nach zum Teil mühsamen Kampf mit den Zerben erreiche ich die letzte Erhebung vor der Viererscharte.

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      Über rasige Hänge geht es hinab. Über den Antengraben hinweg blicke ich zu den Nordabstürzen der zentralen Hochschwabgruppe.

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      Noch ein Rückblick auf den Rücken, über den ich abgestiegen bin.

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      Der Übergang über die Viererscharte ist dank dieses Steinmannes nicht zu verfehlen. Aber nicht nur das, der alte Jagdsteig ist auch mit roten Punkten markiert worden.

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      Bevor ich absteige raste ich noch kurz auf der schönen Wiese, umschwirrt von zahllosen Insekten. Dieser kleine Falter hat sich offenbar in mich verliebt und wollte meine Hand gar nicht mehr verlassen.

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      Der Jagdsteig beginnt recht harmlos. Im Hintergrund der Hochtürnach.

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      Immer knapp unter den Felsen ist der weitere Steigverlauf eine recht ungute, schotterige Angelegenheit.

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      --- Fortsetzung folgt ---
      LG Rudolf
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      • #4
        AW: Riegerin (23.6.2013)

        Statt weiter den Hang zu queren, wie in meiner Karte eingezeichnet ist, führen die roten Zeichen bei diesem Felsturm steil durch den Wald hinab.

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        Weg gibt es praktisch keinen, aber immer wieder rote Zeichen an den Bäumen oder solche Steindauben.

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        Erst weit unten treten wieder vereinzelte Wegspuren auf.

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        Schließlich führt das Weglein genau an das Ende der obersten in der Karte eingezeichneten Forststraße.

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        Ich verfolge die wunderschön zu gehende Forststraße bis zur nächsten Kehre. Von dort geht es dann weglos durch den Wald hinunter.

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        Nach 500 endlosen Höhenmetern komme ich bei der Gschöderkapelle wieder in die Zivilisation.

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        In weiser Voraussicht habe ich am Morgen bei diesem Bildstock ein Fahrrad deponiert, das bringt mich nun die 5 km zurück zum Auto.

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        Einschließlich aller Pausen war ich 12 Stunden unterwegs und habe über 1400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt. Zum Glück sind im Sommer die Tage lang. Eine Plage war 's teilweise schon, aber schön war 's trotzdem. Und vor dem Schlechtwettereinbruch in der folgenden Nacht ist es sich auch noch ausgegangen.
        LG Rudolf
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        • #5
          AW: Riegerin (23.6.2013)

          Sehr interessante, logische Runde, bei der mir die Abstiegs-Hälfte auch noch fehlt.
          Den Grat Schober-Riegerin werde ich aber eher im Aufstieg versuchen

          lg
          Norbert
          Meine Touren in Europa
          ... in Italien
          Meine Touren in Südamerika
          Blumen und anderes

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          • #6
            AW: Riegerin (23.6.2013)

            Tolle Tour, und toller Bericht!
            Da muss ich auch endlich mal hin.

            Lg P. Boss

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            • #7
              AW: Riegerin (23.6.2013)

              Vielen Dank für diesen interessanten Bericht!

              Die Überschreitung ist natürlich ein besonderes Schmankerl.

              Schade, dass das Steiglein aus dem Brunntal bis zur Forststraßenkehre unterhalb der Rotmäuer inzwischen offensichtlich endgültig ganz verfallen ist.

              LG,

              P.B.

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              • #8
                AW: Riegerin (23.6.2013)

                interessante tour, und danke für den informativen bericht.
                auch bei mir steht die riegerin noch auf der liste, aber einmal ganz um den hochschwab herum ist auch für mich eine lange anreise

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                • #9
                  AW: Riegerin (23.6.2013)

                  feine Tour Danke für deinen hervorragenden Bericht!

                  lG
                  Martin
                  Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen!

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                  • #10
                    AW: Riegerin (23.6.2013)

                    Ser feiner Bericht! Einer offensichtlich sehr einsamen Tour!
                    Die Gegend ist ein Traum!

                    Herzliche Grüße,
                    Plessberger
                    Alle meine Beiträge im Tourenforum

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                    • #11
                      AW: Riegerin (23.6.2013)

                      Zitat von Rudolf_48 Beitrag anzeigen
                      In weiser Voraussicht habe ich am Morgen bei diesem Bildstock ein Fahrrad deponiert, das bringt mich nun die 5 km zurück zum Auto.
                      Geniale Variante.

                      Da ich ja seit letztem Jahr bei der Riegerin "mitreden kann", hab ich deine Bilder mit Begeisterung betrachtet.Gratulation zur Tour.

                      Gruß, Günter
                      Meine Touren in Europa

                      Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                      (Marie von Ebner-Eschenbach)

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                      • #12
                        AW: Riegerin (23.6.2013)

                        Eine echt tolle Runde hast Du da gemacht. Vor allem der Abstieg über den Großen Schober zur Viererscharte und in den Antengraben runter hat es mir angetan. Ich werde diese Runde demnächst aber in der umgekehrten Richtung versuchen weil ich glaube, dass ich mich da leichter zu Recht finde.
                        LG, Hans
                        Zuletzt geändert von HAFA; 25.06.2013, 11:30.

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                        • #13
                          AW: Riegerin (23.6.2013)

                          Gratuliere zu dieser tollen Unternehmung!
                          Die Kombination von "hike" & "bike" ermöglicht gerade auf der Nordseite des Schwaben einige interessante Möglichkeiten.

                          Den brüchigen Grat auf deiner Abstiegsroute möchte ich mir in nächster Zeit nicht antun, aber eine "einfache" Besteigung würde mich schon wieder reizen, da ich von meiner letzten Besteigung nur unbefriedigende Fotos mitgebracht habe.

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Riegerin (23.6.2013)

                            Ich kann mich meinen Vorpostern nur anschließen: Interessante Runde, die ich aber auch eher in der umgekehrten Richtung machen würde.
                            Da ich bisher noch nie auf der Riegerin war, ist dein Bericht eine willkommene Anregung für die Überschreitung.
                            Vor allem die Information, dass der Jagdsteig zur Viererscharte jetzt leicht zu finden ist, ist für mich wertvoll.

                            LG maxrax

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                            • #15
                              AW: Riegerin (23.6.2013)

                              Gefällt mir gut, Deine Route.
                              War zwar schon auf der Riegerin aber den Grataufstieg möchte ich auch gerne nachholen.
                              Hinunter ist er sicher sehr unangenehm!
                              War bestimmt eine zache Tour aber Landschaftlich sicher die Mühe wert.


                              L.G. Manfred

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