Ankündigung

Einklappen
Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Nach dem großen Regen in den Föhrenbergen, 17.09.24

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Nach dem großen Regen in den Föhrenbergen, 17.09.24

    • Wegführung: Rodaun - Heide - Franz-Ferdinand-Hütte - Parapluieberg - Josefswarte - Muglhöhe - Salzstanglwirt - FF-Hütte - Ruine Kammerstein - Rodaun
    • Länge: 9 km
    • Höhenmeter (Aufstieg): 400 hm
    • Viecher: 2 Schwarzspechte
    Nach fünf Tagen Sintflut wagte ich mich wieder einmal ins Freie. Ich kann es ruhig zugeben, die Tage erinnerten mich an die ersten Tage des Lockdowns. Es ist eine weitere Zäsur in den letzten fünf Jahren nach Pandemie, Krieg und nun ein 100-jährliches Hochwasser in etlichen Regionen von Niederösterreich und Wien, zum Teil in Punkto Sturm auch im Südosten der Steiermark. Das Ereignis war bestens vorhergesagt und ich hatte an mehreren Tagen Dienst und explizit von der Hochwassergefahr geschrieben, aber auch auf anderen Kanälen gewarnt. Aber ich empfinde keine Freude oder Genugtuung darüber, dass meine Prognose zutraf.

    Die Folgen werden wir noch lange spüren. In Wien spürt man sie, weil die neue schnelle Westbahnstrecke für längere Zeit gesperrt sein dürfte aufgrund Wassereintritts in diverse Tunnel, und die alte Westbahnstrecke ist nur eingleisig befahrbar aufgrund zahlreicher Hänge in Bewegung. Weite Bereiche, fast alle Regionen des Wienerwalds haben schwere Überflutungen und Muren erfahren, die Gutensteiner und Türnitzer Alpen waren auch stark betroffen. In den Ybbstaler Alpen sind viele Wanderwege gesperrt, wahrscheinlich bis nächstes Frühjahr. In höheren Lagen gibt es Schäden durch Schneebruch und den anhaltenden Sturm. In Hanglage sind viele Bäume umgefallen, weil das durchnässte Erdreich nachgegeben hat. Innerhalb einer Woche fielen in Lackenhof und Wastl am Wald mit 480mm so viel Niederschlag wie das Jahresmittel im Burgenland im Jahr 2022, aber auch der Wienerwald erreichte stellenweise 400mm. Auf der Alpensüdseite gab es verbreitet Böen zwischen 120 und 160km/h, etwa am Schöckl, wo es mit 157km/h einen neuen Stationsrekord gab, ehe der Windmast der Wetterstation umgerissen wurde. Im Bezirk Hartberg legte es ganze Wälder um, wie man es nur von starken Föhnstürmen oder Orkantiefs im Winter kennt.

    Die Flutkatastrophe forderte mindestens sechs Tote alleine in Österreich, auch in Tschechien und Polen kamen bei verheerenden Überschwemmungen mehrere Menschen ums Leben. Ich hab das Ereignis von Beginn bis Ende auf meinem Blog meteoerror.wordpress.com dokumentiert und mehrere Artikel darüber geschrieben - kürzlich auch noch zu dem unerwarteten Gewitter am Donnerstag in der Früh.

    Start also wieder in Rodaun. Umständliche Anreise, denn wegen des Wienflusshochwassers waren U4 und U6 unterbrochen und ich musste erst zum Westbahnhof, um nach Rodaun fahren zu können.

    Bild 1: Die Dürre Liesting hatte deutlich Hochwasser geführt, war aber nicht über die Ufer getreten.



    Bild 2: Auf der Heide war es still an diesem Dienstag, die Bewölkung lockerte sonnig auf.



    Ich blieb dieses Mal am Fahrweg Richtung Kammersteinerhütte, kürzte aber die Kehren ab. Etwa oberhalb von 400m begannen die Sturmschäden.

    Bild 3: Meist mit der ganzen Wurzel herausgerissen.



    Bild 4: Fast überall lagen zahlreiche Zweige und kleinere Äste am Boden.



    Bild 5: Dann ein unerwarteter Schnappschuss, der mich heute noch freut:



    Bild 6: Gleich zwei Schwarzspechte pickten am Baum.

    Einer blieb unten, der andere pickte oben. Das erinnerte mich an ein Kletterduo.



    Bild 7: Am Weg zum Parapluieberg.



    Bild 8: Schräglage am Kammweg.



    In Summe sind wenige Buchen entwurzelt worden, viele Eichen und einige wenige Föhren.

    Bild 9: Parapluieberg.



    Bild 10: Ausblick Richtung Gutensteiner Alpen, Sulzer Höhe und Schöpfl.

    Alles hinter der Sulzer Höhe wurde schwer getroffen. Von Grub über Sattelbach, das gesamte Helenental, alle Seitentäler und -gräben. Einige Ortschaften waren noch nicht erreichbar. Auch beim Schöpfl hatte es stark geregnet. Von oben betrachtet sah alles aus wie immer. Es war schlicht unvorstellbar, wie es in den Tallagen aussah.



    Bild 11: Reisalpe und Hochstaff noch mit deutlicher Neuschneedecke.



    Bild 12: Irgendwie symptomatisch für das Ereignis: Der Wegweiser zur Kammersteinerhütte war umgefallen.



    Bild 13: Gewimperter Erdstern, schon lange nicht mehr gesehen.



    Bild 14: Altocumulus stratiformis undulatus kündeten die nächste Front an.

    Sie sollten am Abend und in der Nacht einzelne, teilweise aber kräftige Regenschauer bringen.



    Bild 15: Ein neu entstandener See?



    Bild 16: Auch hier Überschwemmungen sichtbar.



    Bild 17: Die grüne Lunge drohte zu ertrinken.



    Bild 18: Alles wirkte wie immer.



    Bild 19: Ich ging am Kamm weiter zur Muglhöhe.



    Ich bog dann links zum Salzstanglwirt ab. Geradeaus zum Großen Sattelberg hätte ohnehin ein umgestürzter Baum den Weg versperrt.
    Zuletzt geändert von Exilfranke; 22.09.2024, 00:39.
    http://www.wetteran.de

  • #2
    Bild 20: Herbstzeitlose.

    Bei der Bank genoss ich ein paar Minuten lang die Sonne und die Stille, die alsbald von einem Mountainbiker zerrissen wurde. Insgesamt war aber eher wenig los. Und wie schon auf der Herfahrt schienen alle ein wenig stiller und nachdenklicher zu sein als sonst.



    Bild 21: Blätterwald am Rückweg.



    Bild 22: Ausblick vom Franz-Ferdinand-Haus.

    Dort traf ich später noch zwei befreundete Meteorologen und wir ließen das Ereignis gemeinsam Revue passieren.



    Bild 23: Angespannter Hund, denn ...



    Bild 24: ... ein streitlustiger Retriever bellte jeden Neuankömmling an.

    Der andere Hund holte einen Ast, ließ ihn liegen, der bald vom Retriever in Besitz genommen wurde.



    Bild 25: Vom Bellen schon beunruhigt, dieser Labrador.



    Wir hatten Glück und bekamen kurz nach fünf noch ein warmes Essen. Die Sperrstunde hatten wir wohl übersehen. Putenstreifen auf Blattsalat kann ich empfehlen, die Spare Ribs sahen auch gewaltig aus. Über die Ruine Kammerstein stiegen wir ab. Etwa auf halben Weg floss ein Bach am Weg, aber es war problemlos zu gehen.

    Bild 26: Von Samstagmorgen (gestern) - Flache Nebelschwaden mit Wellenkämmen durch den lebhaften Südostwind darüber.

    Im Hintergrund die Kleinen Karpaten.



    Bild 27: Ayers Rock - in natura noch viel beeindruckender.



    Bild 28: Sonnenaufgang am Mars.



    Knapp wars mit dem Bodennebel am Flughafen Wien, aber es ging sich gerade so noch aus.

    Lg, Felix
    http://www.wetteran.de

    Kommentar


    • #3
      Tolle Bilder! Besonders die Schwarzspechte haben es mir angetan.

      LG

      Kommentar


      • #4
        Die Spechte sind wirklich ein toller Schnappschuss, sehr schön

        Kommentar


        • #5
          Tolle Schwarzspechte!
          Ich kenne sie nur solo.
          Gestern haben wir auch endlich unseren "Hinterhof" besichtigt:
          Ziemlich direttissima auf den Bierhäuselberg, abseits aller markierten Wege keine größeren Sturmschäden. Einige wenige störende Stämme waren offensichtlich schon von Mountainbikern geschnitten worden. Weiter zur Kugelwiese nur eine kleine Umleitung, das perfekte Krautfleisch beim Markus erfreulich wie immer.
          Beim Abstieg zur Elisabethstraße dann bremsen allerdings etliche prächtige Parasole

          Liebe Grüße, Norbert

          P.S.: Ein paar Tage zuvor war eine Rundwanderung Plattenstein-Katharinenschlag schön und ungehindert wie früher machbar, nur der Kammweg wächst stellenweise ziemlich zu und verlangt eine leistungsfähige Heckenschere ...
          Meine Touren in Europa
          ... in Italien
          Meine Touren in Südamerika
          Blumen und anderes

          Kommentar

          Lädt...