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Bericht eines Geretteten!

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  • Bericht eines Geretteten!

    Zu Weihnachten 2004, war ein Schneeschuhtourengeher am Karnischen Hauptkamm 4 Tage eingeschneit. Auch im Forum wurde darüber berichtet.
    Hier seine Schilderung des Abenteuers.






    http://home.arcor.de/lothar.sowada/E...hneit2004.html


    Bild: Autor des Berichts
    Angehängte Dateien
    MfG. Siegi



    _______________________

    Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
    Alexander von Humboldt (1769-1859)

  • #2
    AW: Bericht eines Geretteten!

    Den Bekannten in München hatte ich gebeten, den Alpinen Sicherheits-Service ASS des Deutschen Alpen Vereins (DAV) zu benachrichtigen, falls ich mich bis Montagabend nicht bei ihm zurückmelden würde.
    Eine mehr als weiße Entscheidung wie ich meine!
    Erst wenn der letzte Lift abgetragen, die letzte Schneekanone vernichtet ist und die Schipisten bewaldet sind, werdet ihr merken das Greenpeace es auch nicht schneien lassen kann!

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    • #3
      AW: Bericht eines Geretteten!

      Nur Ariel wäscht weißer als weiß !
      In der Einfachheit liegt eine große Würde (Angus Young - AC/DC)

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      • #4
        AW: Bericht eines Geretteten!

        hm, also ich weiss nicht. der "vermisste" hatte oben handy-empfang und essen für eine woche. für mich ist das kein anlass einen hubschrauber in gang zu setzen, da finde ich schon, dass ausharren angesagt ist, zumal nach einer woche die lawinengefahr garantiert geringer wird.

        ich weiss, diese aussage ist provokant, aber ich gehe auch oft alleine une eben "querfeldein", aber oberstes ziel muss es bleiben alleine runterzukommen. egal wie und wann.
        servus, andré
        http://www.carto.net/andre.mw/photos/places/

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        • #5
          AW: Bericht eines Geretteten!

          Mich erstaunt schon, mit welcher Gelassenheit und Kaltschnäuzigkeit der Tourengeher hier über seinen Leichtsinn berichtet. Die umfangreichen Vorbereitungen mit Hinterlassen der Tourenbeschreibung und Benachrichtigung von Bezugspersonen zeigt, daß er schon ein mulmiges Gefühl gehabt haben muß. Das er Mitglieder des Rettungsteams in Lebensgefahr gebracht hat, schein ihn ja nicht besonders zu jucken. Fotos vom Rettungshubschrauber zu machen zeigt auch, wie nervenstark und stabil der Typ wohl ist. Schade das es den Rettern nicht erlaubt ist, solchen Leuten statt Essen und Getränke als Willkommensgruß ein paar Watschen zu geben.

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          • #6
            AW: Bericht eines Geretteten!

            QUOTE=a666]
            ich weiss, diese aussage ist provokant, aber ich gehe auch oft alleine


            Ich finde Deine Meinung nicht provokant sondern absolut o. k. !

            Meine schönsten Touren waren eigentlich Alleingänge, wenn niemand gewußt hat, wo ich bin.

            Ich mir also genügend Zeit lassen konnte
            und nicht auf Kosten der Sicherheit h e t z e n mußte,
            um ja zu einem gewissen Zeitpunkt irgendwo zu sein.

            Richtig peinlich war es mir einmal,
            als mir um 20 Uhr 15 eine ganze Bergrettungstruppe entgegenkam.

            Weil ich um 19 Uhr noch nicht zurück war,
            schlug der Hüttenwirt Alarm.
            Sein Argument : "Um 19 Uhr muß man spätestens beim Schutzhaus sein".

            Ich werde einmal nachzählen, wieviele "Nacht-Ankünfte" ich schon hatte.
            Wenn da jedesmal die Bergrettung ausgerückt wäre . . .

            Oft habe ich einen Zettel in die Windschutzscheibe gesteckt : "Bin am - z. B. - Roten Mann".
            Und wenn ein Jäger am nächsten Tag mein einsames Auto findet,
            weiß er und kann der Bergrettung mitteilen, wo ich hinuntergeflogen sein könnte.

            Ich danke aber allen Bergrettungsmännern - ich gehe ja mit vielen - wieder einmal ganz herzlich
            und verbeuge mich vor Ihrer unschätzbaren Leistung !


            Denn es ist irgendwie doch wunderbar zu wissen,
            daß man bei einem gebrochenen Haxen im Gebirge meist nicht so endet :

            FREI HERUMLIEGENDES SKELETT
            Zuletzt geändert von Willy; 21.07.2005, 10:51.
            TOUREN PLANEN - TOUREN (ERFOLGREICH) DURCHFÜHREN - TOUREN DOKUMENTIEREN

            Das ist auch eine Art "Heilige Dreifaltigkeit" !

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            • #7
              AW: Bericht eines Geretteten!

              Beim Begriff „Genua-Tief“ müssen sowieso alle Alarmglocken schrillen…!
              Nach dem Durchzug eines solchen sind wir einmal Anfang Oktober in der Texelgruppe trotz intensiver 8-stündiger Schneewühlerei nicht zur Hütte gekommen: absolut chancenlos in den Neuschneemassen. Wir konnten es schier nicht glauben!

              Aus dem Bericht geht aber nicht klar hervor, ob der Typ selbst noch (per Handy) die ja von den Ortsbewohnern initiierte Rettung hätte stoppen können, also ob die Option des Ausharrens noch bestand. Denn es gilt natürlich: alleine in die Sch….rein, alleine raus!

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              • #8
                AW: Bericht eines Geretteten!

                Zitat von Bartgeier
                Die umfangreichen Vorbereitungen mit Hinterlassen der Tourenbeschreibung und Benachrichtigung von Bezugspersonen zeigt, daß er schon ein mulmiges Gefühl gehabt haben muß.
                Was ist da schlecht dran ? In den Berghütten gibt es z.B. das Hüttenbuch, in dem man sein nächstes Ziel eintragen kann/soll. Auch meinen Angehörigen teile ich immer mit, wohin ich in den Berge gehe und wie mein Zeitplan ausschaut, ohne dass ich deswegen ein mulmiges Gefühl habe
                Mein Lieblingssong - [B]Lied 16 [/B]...

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                • #9
                  AW: Bericht eines Geretteten!

                  die diskussion um die sinnlosen hubschraubereinsätze kommt ja glücklicherweise langsam in gang.

                  ich kann auch nicht verstehen warum zb. ein tödlich verunglückter mit dem hubschrauber ins tal gebracht werden muss (passierte diese woche wieder irgendwo in Tirol), 4 leute die den körper zur nächsten forststrasse schleppen sind sicher billiger.

                  ich bin auch immer wieder über die nachmittagssportler entsetzt die nur mit 4 liter wasser am rücken so manche täler raufwalken. ich komm mir blöd vor mit meiner ausrüstung, kann dafür aber immer und überall mindestens eine nacht aushalten, da ich genug gewand, biwaksack und eine volle bergapotheke habe.

                  das mit dem alleine unterwegs sein und irgendwer löst bei nachteinbruch alarm aus ist eine zweischneidige sache. hier passiert es mir machmal gezielt NICHT zu sagen wo ich hingehe, nur damit keiner auf die idee kommt mir nachzuforschen.

                  hatte da letzthin bei der Schöntalspitze wieder so eine erfahrung: wir lassen einen rucksack in der ebene vorm sattel, gut sichtbar beim wegeweise zurück, mit 3 (!) stecken und offensichtlich so abgestellt, dass jeder annehmen konnte das wir da oben sind und den mehrtagesrucksack nicht in die scharte schleppen wollten. am rückweg sagen uns besorgte leute dass dort unten ein herrenloser rucksack herumsteht und wir mögen doch am Westfalenhaus eine vermisstenmeldung abgeben... machmal wünsche ich mir schon die zeit zurück wo eigenverantwortung einen höheren stellenwert hatte als der überwachungsstaat.

                  aber um zum thema zurückzukommen: ich finde die tour die der deutsche gemacht hatte grundsätzlich okay. (im gegenteil, mal wo so wirklich eingeschneit zu sein täte mir taugen, ist mir trotz mehrmaliger versuche leider noch nicht gelungen). er hatte aber auf der ital. seite handy-empfang! und was macht er? er schlägt sich in die gegenrichtung durch ohne was zu melden... da mache ich es mir doch oben gemütlich und sage meine termine ab. oder versuche herauszubekommen ob der abstieg nach süden machbar ist...
                  servus, andré
                  http://www.carto.net/andre.mw/photos/places/

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                  • #10
                    AW: Bericht eines Geretteten!

                    Wahrscheinlich hat er gedacht, er kommt durch ins Tal. Nach der Devise: Runter geht’s doch immer irgendwie.

                    Kommentar


                    • #11
                      AW: Bericht eines Geretteten!

                      Zitat von a666
                      ich kann auch nicht verstehen warum zb. ein tödlich verunglückter mit dem hubschrauber ins tal gebracht werden muss (passierte diese woche wieder irgendwo in Tirol), 4 leute die den körper zur nächsten forststrasse schleppen sind sicher billiger.
                      wieso verstehst du das nicht??

                      vielleicht wars schon 7uhr abends als man die leiche gefunden hat. alle teile zusammensuchen, in leichensack stecken und dann noch viell. 1000hm runtertragen geht sich wohl kaum mehr aus! oder willst du, weils billiger ist, die leiche bis morgen liegenlassen??

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                      • #12
                        AW: Bericht eines Geretteten!

                        Zitat von 2armigerbandit
                        wieso verstehst du das nicht??

                        vielleicht wars schon 7uhr abends als man die leiche gefunden hat. alle teile zusammensuchen, in leichensack stecken und dann noch viell. 1000hm runtertragen geht sich wohl kaum mehr aus! oder willst du, weils billiger ist, die leiche bis morgen liegenlassen??

                        es wird konkret überlegt hubschrauber abzuschaffen und selbstbehalte zu erhöhen. da verstehe ich nicht warum leichen per helikopter eskortiert werden müssen, stundenlang nach einem blöden gipfelkreuz gesucht wird oder eben einem gemütlich eingeschneiten ein flug gegönnt wird.

                        es gibt viele notwendige einsätze und es wäre eine katastrophe wenn wegen ein paar bequemlichkeiten die notwendigen gestrichen werden. eine minute hubschrauberflug kostet EUR20,- im schnitt und da ist nur der pilot einkalkuliert, kein ärzteteam etc.

                        lies öfters http://oesterreich.orf.at/tirol/ , dort wird fast täglich von einemhubschrauberflug berichtet. letzthin war auch ein hund dabei...
                        Zuletzt geändert von a666; 21.07.2005, 17:05.
                        servus, andré
                        http://www.carto.net/andre.mw/photos/places/

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                        • #13
                          AW: Bericht eines Geretteten!

                          Zitat von Bartgeier
                          Mich erstaunt schon, mit welcher Gelassenheit und Kaltschnäuzigkeit der Tourengeher hier über seinen Leichtsinn berichtet. Die umfangreichen Vorbereitungen mit Hinterlassen der Tourenbeschreibung und Benachrichtigung von Bezugspersonen zeigt, daß er schon ein mulmiges Gefühl gehabt haben muß.
                          Also ich hinterlasse bei einer Tour auch immer bei Bekannten meine Route und eine Rückkehrzeit und das auch vollkommen ohne mulmiges Gefühl. Ein Unfall kann schließlich auch bei bestem Wetter passieren.

                          Ob der Hubschraubereinsatz schon zu diesem Zeitpunkt notwendig war oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber keiner von uns weiß, ob die Bergwacht wußte, wieviel Verpflegung der dabei hatte und welche Informationen sie überhaupt über dessen Ausrüstung hatte.

                          Dass es leichtsinnig war, allein bei Anzug eines Genua-Tiefs eine Tour zu machen, ist klar. Aber das schreibt er ja auch selbst. Aber diese Schneemenge war wohl nicht zuerwarten und mit weniger Schnee wäre er wohl auch noch runtergekommen. Nichtsdestotrotz bleibts leichtsinnig bei dieser Wetterprognose und noch dazu allein. Diesen Vorwurf muss er sich sicher gefallen lassen.Aber es ist eben auch immer einfach, im Nachhinein unter Kenntnis aller Dinge dann schlaue Schlüsse zu ziehen

                          mfg
                          deconstruct
                          lg deconstruct

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                          • #14
                            AW: Bericht eines Geretteten!

                            Zitat von a666
                            es wird konkret überlegt hubschrauber abzuschaffen und selbstbehalte zu erhöhen. da verstehe ich nicht warum leichen per helikopter eskortiert werden müssen, stundenlang nach einem blöden gipfelkreuz gesucht wird oder eben einem gemütlich eingeschneiten ein flug gegönnt wird.
                            mag ja sein. aber nach einem gipfelkreuz suchen oder ne leiche vom berg zu fliegen ist wohl nicht dasselbe!

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