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Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

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  • Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015


    Die Route: Neuberg an der Mürz bis Seebergalm, anschließend mit den Fahrrädern zurück zum Ausgangspunkt.

    Die Anregung für diese Winterwanderung habe ich von User Geofix, danke dafür! Sein toller Bericht war für mich Anlass diese Tour einmal zu probieren. Mir war nach dem Lesen des Berichts auch klar, dass wir die Tour von vornherein auf 3 Tage anlegen müssen, wenn wir mit unserem gemächlichen Gehtempo da drüber wollen.
    Das bedeutet, dass wir mit Campingzeugs unterwegs sein werden und so ist dann mehr oder weniger egal, wie langsam wir aufgrund der Schneeverhältnisse oder mangelnder Kondi weiterkommen werden.

    Der Wetterbericht war nicht so optimal, wenig Sonnenschein und winterlich niedrige Temperaturen waren prognostiziert. Aber wir brauchten nach dem traditionellen (und für uns auch wichtigen) Familien- und Verwandtenbesuchsprogramm ganz dringend eine Ration Frischluft.
    Und die Luft war anfangs wirklich frisch, hier die Messwerte für die 3 Tage unserer Wanderung:


    Natürlich ists schöner, so eine Überschreitung bei Sonnenschein zu machen, wenn die Schneekristalle glitzern und die Karsthochfläche sich in ihrer ganzen Pracht zeigt.
    Das kennen wir auch, bei unserer Veitschüberschreitung nach Mariazell hatten wir so ein wunderbares Wetter.

    Aber man kann auch so durchwachsene Bedingungen, wie wir sie vorgefunden haben, als sehr reizvoll empfinden: Man spürt vielleicht noch intensiver die Natur, man fühlt noch eindringlicher das Verlassen der Komfortzone, in die wir degenerierte Wohlstandsbürger dann doch wieder gerne zurückkehren.

    Erster Tag:

    Wir starten die Tour in Neuberg an der Mürz, bei der Eisstockbahn an der Mündung des Veitschbachs beginnt der Wanderweg 481.
    Die ersten Schritte, hier müssen die Schi noch ein Stück getragen werden:


    Bald wird der Schnee aber mehr und wir können anschnallen. Baumlose Hochflächen wie Dachstein oder Totes Gebirge sind natürlich besonders eindrucksvoll, aber auch ein Waldhatscher kann durchaus unterschiedliche Eindrücke vermitteln:






    Natürlich ist das klassische Schitourengehen das Besteigen eines Berges zum Zwecke einer tollen Abfahrt, aber das absolut einsame Dahinwandern und das Ziehen einer Spur in die unberührte Winterlandschaft kann einem auch eine besondere Stimmung bescheren, auch auf „öden“ Forststraßen:




    Wir sind in Neuberg erst um ½ 11 gestartet und schlagen noch vor den Veitschalmhütten unser Lager auf. Wir sind langsamer als erwartet unterwegs, naja das Alter macht sich halt bemerkbar. Wenn der körperliche Verfall so weitergeht, ärgern wir uns auch bald über die Parkgebühren für die Pistenschitouren.
    Aber eigentlich haben wir keinen Stress, bis zum Urlaubsende an Dreikönig werden wir unser Ziel schon erreichen.

    Unser Häuschen mitten im Wald, sieht ja recht romantisch aus, oder?


    Die Nacht war recht frisch aber unerwartet windstill. Am Morgen treibt es uns nicht wirklich schnell aus den Federbetten und wir trödeln auch lange herum mit dem Frühstück: Eine ordentliche Portion Babybrei soll uns die nötige Energie geben, Frühstücksbuffet im Urlaubsquartier ist auf ein ander Mal verschoben.

    So war der zweite Tag:
    Trüb, etwas weiter im Südosten (Blick Richtung Windenergieparks in den Fischbacher Alpen) scheints besser zu sein:


    Rund um die Veitschbachalmen haben wir sogar ein Stück Spur, es werden offenbar einige Leute heroben den Jahreswechsel feiern:


    Auf dem Weg zur Hochfläche ists wichtig, immer die ausgeschnittenen Latschengassen zu finden, das GPS leistet da wertvolle Hilfe:


    Auf der Hochfläche der Veitsch ists erwartet unfreundlich: Kalt, stürmisch, abgeweht, die Schi müssen über weitere Strecken getragen werden. Weil ich um meine Finger ein wenig besorgt war, habe ich da kaum mehr fotografiert, war aber eh nix zu sehen. Hier noch ein repräsentatives Nebelbildchen:


    Wir sind froh, uns in der warmen Stube am Graf Meran Haus aufwärmen zu können und legen gleich unsere Schlafsäcke in den Winterraum. Es kommen zwar noch etliche Gäste nach Einbruch der Dunkelheit zur Hütte rauf, aber laut Hüttenwirt Georg fahren er und alle seine Gäste am Abend wieder runter und feiern im Tal den Jahreswechsel. Es gibt Leute, die meinen, dass die Truppe oben geblieben wäre, aber warum sollte er mich anlügen?

    Wir sind dann im Winterraum zu viert. 2 nette junge Oststeirer, die sich im grundlosen Pulver den Teufelssteig rauf gekämpft haben, leisten uns Gesellschaft. Den Jahreswechsel verschlafen wir alle, es ist einfach zu gemütlich im Schlafsack, der Winterraum ist ja unbeheizt.
    Zuletzt geändert von GrazerHans; 03.01.2015, 18:37.
    Nach uns die Sintflut.

  • #2
    AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

    Dritter Tag:
    Zunächst geht es die rechte Schallerrinne runter, die erste Abfahrt auf der bisherigen Tour. Meine Schotterschi mit Fritschi hab ich scheinbar nicht optimal auf meine Schischuhe eingestellt, die ich sonst nur mit der Pinbindung gefahren bin und ich muss höllisch aufpassen, dass ich nicht andauernd aus der Bindung falle. Im oberen Bereich ists pistenmäßig hart, da geht’s ganz gut. Aber unten, wo der Schnee weicher und tiefer wird schnalle ich immer wieder ungewollt ab und ich bin froh, endlich unten bei der Forststraße bei der Schalleralm zu sein.

    Grundsätzlich herrschen schon gute Schneebedingungen in den Schallerrinnen:


    Unten schon die Schalleralm, ab dort darf wieder gehatscht werden:

    Wir haben hier allerdings eine etwas zugewehte Schneeschuhspur, die unsere Winterraumkollegen gestern angelegt haben, als sie vom Scheikl zum Teufelssteig rübergegangen sind. Das erleichtert uns das Gehen ungemein, wir sind da gefühlt gleich doppelt so schnell.
    Die Rotsohlalm, ein beliebter Stützpunkt der Mariazell-Pilger im Sommer, ab hier müssen wir wieder selber spuren:


    Ein ganz rarer Lichtblick, mein Schatz wirft in einem kurzen Sonnenfenster einen Schatten:


    Auf der Turnaueralm, die am heutigen Neujahrstag wirklich gut besucht ist, machen wir eine ordentliche Mittagspause. Hier könnten Überquerer übrigens auch ein Zimmer finden.

    Dann geht’s wieder weiter teils auf Forststraßen, teils auf Wanderwegen im Wald:


    Manchmal können wir sogar ein Stück runterrutschen:


    Ein gutes Stück vor der Göriacher Alm haben wir wieder eine Spur und wir können wieder etwas Tempo machen, so dass wir viel schneller als erwartet die Almhütten erreichen:


    Ein letztes Mal die Felle runter und wir zischen auf einer neu gebauten Forststraße, die auf meiner Kompasskarte noch nicht eingezeichnet ist, ins Lappental hinunter. Auch unten fällts kontinuierlich bis zu unserem Zielpunkt, der Seebergalm an der Bundesstraße:


    Jetzt haben wir unser Ziel doch noch in 3 Tagen geschafft und brauchen nicht noch eine Zeltnacht einlegen, obwohl wir schon irgendwie damit gerechnet hatten. Aber wir sind am Seeberg und unser Auto ist in Neuberg. Unsere Räder und Wechselschuhe haben wir bei der Anreise schon hier deponiert, danke an den netten Wirt der Seebergalm, der uns das Zeug in seiner Garage einstellen ließ. Aber zurückradeln würde nur mehr im Finsteren gehen. Auf der Seebergalm ist kein Zimmer mehr frei, aber beim Gasthof zur Post in Wegscheid kommen wir unter und bis dort rollen wir heute noch.
    Wir genießen wieder ein beheiztes Zimmer und ein richtiges Frühstück, ist schon was anderes als Babybrei. Man lernt die einfachen Dinge wieder so richtig zu schätzen.

    Am vierten Tag also noch das Radeln zurück nach Neuberg. Das Niederalpl will noch bezwungen werden, aber das ist gut ausgeschlafen kein Problem.
    Hier sind wir schon auf der Passhöhe, im Hintergrund die Schneealpe (ein zukünftiges Projekt?):


    Nun geht’s nur mehr runter, zunächst noch steil, dann leicht fallend die Mürz entlang, bis Neuberg. Ganz lustig, das Radeln, nach der langen Wanderung auf Schi!
    Das Jahr 2015 hat für uns schon sehr befriedigend begonnen, möge es uns noch das eine oder andere schöne Erlebnis bereithalten.
    Das wünsche ich auch allen Lesern, die brav bis hierher durchgehalten haben!

    LG Hans
    Zuletzt geändert von GrazerHans; 03.01.2015, 18:35.
    Nach uns die Sintflut.

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    • #3
      AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

      Ganz, ganz tolle Tour!!! Könnte ich sowas, stünde es schon auf der ToDo-Liste!
      Und ja - im Winter haben Forststraßen eindeutig Vorteile!
      Das Bild vom Niederalpl -
      Niederalpl-Überquerung mit Fahrrädern und riesen Rucksäcken im Winter -
      LG, Eli

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      • #4
        AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

        super, wie immer!
        danke für den tollen bericht :-)
        tu was du willst, aber tu was!!!

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        • #5
          AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

          Danke für den schönen und stimmungsvollen Bericht!
          Ihr habt ja das neue Jahr in Eurem persönlichen Stil ganz wunderbar begonnen!

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          • #6
            AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

            Eine sehr schöne Tour! LG

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            • #7
              AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

              Super! Wunderschöne Tour und Bilder!
              Aktuelle Lieblingssprüche:
              - Meister wird, wer trotz der Schule Bücher liest.
              - Vor Bäumen ich den Wald nicht seh, wenn ich auf meiner Leitung steh.

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              • #8
                AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                super tour - danke für den bericht!

                (auch wenns euch darum gar nicht gegangen ist - für mich habt ihr 'silvester am berg' in eine neue dimension gebracht )
                Zuletzt geändert von LaVic; 03.01.2015, 15:43.
                NixTun gibt's ned!

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                • #9
                  AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                  Eindrucksvolle Neujahrsunternehmung möchte ich sagen! Euer Bildbericht gefällt mir sehr gut.

                  Lg, michl fasan
                  Zu seiner Milbe sagt der Milber:
                  "Geh bitte, schenk mir einen Zahn aus Silber.
                  Damit ich, wenn im Haargewurl
                  ich beißen möchte, hab kan Gsturl!"

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                  • #10
                    AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                    Den Jahreswechsel gemeinsam mit einer derartigen Unternehmung begehen zu können find ich großartig

                    Danke für den tollen Bericht!

                    lG
                    Martin
                    Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen!

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                    • #11
                      AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                      Spitze Hans!

                      Danke für den Bericht! Eure Touren sind halt schon immer etwas ganz Besonderes!
                      Over every mountain there is a path, although it may not be seen from the valley.

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                      • #12
                        AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                        Tolle Unternehmung, sehr ansprechender Bericht!

                        Das mit dem "körperlichen Verfall" lässt sich am allerbesten mit genau solchen Touren recht erfolgreich einbremsen...

                        Vielen Dank & LG,

                        P.B.

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                        • #13
                          AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                          Danke für den stimmungsvollen Bericht. Ich habt wieder einmal eine außergewöhnliche Tour gemacht. Hut ab!

                          LG
                          Rosa
                          Liebe Grüße RosaT,
                          wenn möglich, immer unterwegs :)

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                          • #14
                            AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                            ...und wieder haben wir einen vor Staunen offenen Mund und trenschn so vor uns hin...
                            WOW!!! Gratulation für dieses Unterfangen...mit den Radln ... oidaoida...respekt!!!!

                            Absolut cool, genial und toll beschrieben! DANKE und a Guats Neix
                            -_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-_-
                            Es gibt imma an, dem gehts oascha... (Helmi, Kabarett Simpl)

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                            • #15
                              AW: Veitsch-Überquerung Ost-West, 30.12.2014 bis 1.1.2015

                              Danke an alle für die äußerst netten Reaktionen!

                              Wünsche euch allen ein Jahr 2015, so wie ihr euch das individuell erwartet.
                              Und die notwendige Stärke, wenn da und dort irgendwas einmal nicht so läuft, wie man sichs wünschen würde.

                              LG Hans
                              Nach uns die Sintflut.

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