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Greifenberg, 2618m, Schladminger Tauern, 12.8.2024

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  • Greifenberg, 2618m, Schladminger Tauern, 12.8.2024

    Das Ziel für eine Bergtour an diesem Tag war mit dem Greifenberg schnell gefunden - ein neuer Gipfel in schöner Umgebung und mit durchaus respektabler Höhe (für einen Ostösterreicher).
    Dann kamen die Überlegungen zur Anreise: Mit dem Auto oder der Bahn?
    Mit dem Auto müsste ich am Ausgangspunkt im Riesachtal Parkgebühr zahlen und würde bei insgesamt etwa 7 Stunden Autofahrt auch eine ganze Tankfüllung verfahren.
    Bei der Anreise mit der Bahn müsste ich das Fahrrad mitnehmen um dann überhaupt den Ausgangspunkt im Schladminger Untertal erreichen zu können; zudem ist es sehr wahrscheinlich, daß ab Wien kein Platz mehr für Fahrräder in den Fernzügen ist.

    Das Ergebnis dieser Überlegungen und Gegebenheiten ist eine Kombination der Verkehrsmittel mit den dazugehörigen Kompromissen.
    Dazu gehört in erster Linie eine besonders gewichtsoptimierte minimalistische Ausrüstung, bei der ich vor allem bei der Kameraausrüstung und Bekleidung spare.

    Mit dem Auto geht es also zeitig nach St. Michael - dem St. Michael, das am Verkehrsknoten A9 / S36 bzw. S6 liegt - und von dort mit einem Regionalzug in etwa 2 Stunden nach Schladming.
    Mit dem Rad sind es jetzt also weiter, die noch 12.5km und 360Hm bis zum Ende der erlaubten Fahrstrecke im Untertal.
    Wer zumindest auch meine Radstrecke einmal zurücklegen will oder muß, dem empfehle ich die offizielle Radroute entlang der Talbachschlucht, die am südlichen Ortsende beginnt - so erspart man sich ein paar Höhenmeter, die man sonst via Rohrmoos zu fahren hätte.
    Zu Beginn gibt es zwei kurze Steilstücke - hier dürfte zur Not auch mal geschoben werden - der Rest ist eher flach und ebenso nicht asphaltiert, aber gut zu fahren. Auf Fußgänger muß natürlich geachtet werden, mehr noch auf entgegen kommende Touristen auf wahrscheinlich geliehenen E-Bikes.

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    Am Beginn des Untertals lohnt der Rückblick auf den Dachstein - wer weiß, wie lange der heute wolkenfrei bleibt:

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    Nach einem ersten steileren Stück geht es dann deutlich weniger steigend weiter ins Tal hinein.

    003comp.jpg

    Beim Großparkplatz Riesachfall stelle ich auch mein Fahrzeug ab.
    Knapp 5km Forststraße müssen jetzt bis unter die Gollinghütte bewältigt werden.
    Nachdem ich weder Zeit dafür noch die richtige Kameraausrüstung dabei habe, ist das eine ziemlich fade Angelegenheit und sie wird nicht besser, wenn ich jetzt schon an den Abstieg hier denke.
    Anfangs geht es noch eher im Schatten, bald aber lichtet sich der Wald und zwingt mich zumindest dazu, den einen oder anderen Schnappschuß zu machen:

    004comp.jpg

    Schon ein ordentliches Stück später kommt auch der Hochgolling ins Sichtfeld:

    005comp.jpg

    Die Forststraße endet bei der Materialseilbahn für die Gollingütte.
    Auf einem Steig und zwischen Kühen hindurch geht es weiter, kurz vor der Hütte gibt es wieder einen Rückblick auf das doch recht enge Tal:

    005fcomp.jpg


    Es geht über den Bach und den steilen Hang hoch Richtung Greifenbergsattel - bis dorthin sind es ziemlich genau weitere 800Hm.
    Zum fotografieren gibt es nicht viel - ein Versuch die Ausmaße der Bergflanke bzw. des gesamten engen Tales fotografisch festzuhalten scheitert.

    Auf dem Steig quert man die Flanke zwei Mal für einen längeres Stück und dann ist der grüne Untergrund auch schon mehr dem grauen gewichen.
    Hier wird es auch weniger steil und die Scharte ist nicht mehr allzu weit weg:

    006comp.jpg

    Kurz davor fallen mir zwei Dinge auf:

    1. Der finale Gipfelaufbau ist ein noch breiterer Buckel als es die Karten vermuten lassen.
    2. Der See sieht sehr verlockend aus - liegt aber vielleicht zu nahe an der Wanderroute.

    007comp.jpg

    Von der Scharte aus gesehen ist er noch schöner:

    008comp.jpg

    Etwas überrascht bin ich davon, wie viele Leute hier nun zu sehen sind - die müssen vor allem über die anderen Routen hoch gekommen sein.
    Ein paar Minuten später habe ich den Gipfel erreicht.

    Der Nahblick über den Klafferkessel ist natürlich das Highlight hier.
    Darüber sind die markanten Gipfel Waldhorn, Hochwildstelle und Höchstein zu sehen.

    009comp.jpg

    Daß es neben den gößeren Seen noch viele kleine gibt, erkennt man erst bei genauerem hinsehen:

    010comp.jpg

    Nachdem ich auch noch nicht im Klafferkessel war, rutscht das jetzt auf meiner to-do Liste höher hinauf - ob man dort auch mal alleine sein kann?

    Es ist schon nach 14:00, am Gipfel sind viele Leute und die Quellwolken kennen - wie hier am Dachstein - vor allem den Weg nach oben...

    011comp.jpg

    ...es wird Zeit zu gehen.

    In südlicher Richtung ist es am Himmel deutlich freundlicher, am Erdboden dominiert natürlich der Hochgolling das Bild:

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    Zurück beim See habe ich Glück - ich bin quasi alleine hier:

    014comp.jpg
    Zuletzt geändert von Gratwanderer; 29.08.2024, 18:46.

  • #2
    Dann wird es endgültig Zeit Höhe zu verlieren, schließlich ist der Weg noch weit und ich muß noch mit dem Rad, dem Zug und dem Auto zurück nach Hause fahren.

    ...und nicht zuletzt motivieren mich die nicht mehr ganz so harmlosen Quellwolken über dem Nachbartal einen schnelleren Schritt zu verwenden:

    015comp.jpg

    Etwas weiter unten ist dann auch ein Donnergrollen zu hören - über und hinter dem Golling ist weiterhin nichts los:

    016comp.jpg

    Ich gehe auch noch in der Sonne, aber Richtung Ennstal zieht es immer weiter zu:

    016dcomp.jpg


    Einige Abschnitte am Steig verlangen doch mehr Konzentration und in genau so einer Stufe ist ein gewaltiger Kanonenschuß im ganzen Tal zu hören - natürlich war es die Folge eines nahen Blitzes.

    Ich gehe aber weiterhin in der Sonne und habe bald wieder die Gollinghütte erreicht.

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    Der nahe Donnerschlag ist zum Glück ein Einzelereignis geblieben, "das Wetter" ist wohl im Nachbartal geblieben ...aber leider auch im Ennstal vorhanden, wie ich schon bald sehen kann.

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    Vielleicht hat es sich bis ich dort bin aber schon ausgeregnet.

    Am Beginn der Forststraße geht es wieder an den Kühen vorbei, diese haben sich jetzt recht auffallend zu zwei Gruppen zusammen gefunden - Zufall oder eine Folge des Wetters?

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    Eigentlich möchte ich mich an dieser Stelle ein wenig über die lange Hatscherei bis zum Parkplatz beschweren, andererseits kann ich froh sein, bis dorthin nicht nass geworden zu sein und so berichte ich lieber über meine Freude nun wieder auf dem Rad zu sitzen um talwärts zu rollen.

    Unter anderem geht es auch an der Waldhäuslalm vorbei, deren Küche ich in der Vergangenheit schon zwei Mal testen konnte und gerne weiter empfehlen möchte.

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    Kurz darauf wird der Asphalt feucht und nass, was mich dazu veranlasst das Tempo zu reduzieren.

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    Es folgt die steilere Abfahrt am Ausgang des Tales und ausgerechnet hier regnet es noch ...oder schon wieder:

    022comp.jpg

    Noch vorsichtiger bin ich dann auf dem Kiesweg in der Talbachschlucht - wer mich bergabfahrend etwas besser kennt, wird es kaum glauben können.

    Ich kann sogar für ein Foto stehen bleiben - komplett durchnässt bin ich eh schon:

    023comp.jpg

    Zurück in Schladming kann ich einen Fahrradplatz in einem Fernzug buchen.
    Während der etwa 20 minütigen Wartezeit bin ich nur ein wenig trockener geworden - einen Sitzplatz habe ich mir trotzdem genehmigt.

    Das Wetter dort draußen - wie hier über dem Kammspitz -kann mir dann egal sein...

    024comp.jpg

    ...nach dem Schoberpass ist der Spuk sowieso vorbei, falls er dort überhaupt statt gefunden hat.





    Rückblickend war das ein netter Bergtag mit einigen interessanten Eindrücken und einer abwechslungsreichen und wahrscheinlich unkonventionellen Anreise, ...was mir aber dieses Mal besonders klar wurde ist der Umstand, daß ich heute mir den ganzen Kompromissen nicht wirklich glücklich wurde.

    Wahrscheinlich brauche ich bald eine Tour, wo ich ohne Zeitdruck und Zugsfahrplan im Hinterkopf los gehe und auf der Suche nach Kameramotiven dann "zufällig" auch den Gipfel erreiche.
    ...danach könnte vielleicht schon wieder die nächste Unternehmung mit verrückterer Anreise folgen.

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    • #3
      Da hast du einen tollen Tag erlebt Danke für den Bericht und die Bilder
      Klaffe Kessel ist sehenswert und toll zum Durchwandern. Wegen der Aussicht auf die Seen von der Golling- zur Preintalerhütte wandern.

      LG
      der 31.12.

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      • #4
        Servus!

        Eine sehr schöne Tour. Die Anreise wäre mir persönlich aber zu aufwändig.
        Vor zig Jahren war ich mal über die Preintalerhütte und Klafferkessel auf dem Greifenberg. Auch damals hat es sich dort ordentlich abgespielt. Aber die Klafferkessel-Seen dort sind einfach wunderschön.
        Vor kurzem war ich auch wieder beim Parkplatz Riesachfälle, um die Hochwildstelle zu besuchen. Da war unterwegs weniger los. Erst bei der Preintalerhütte spielte es sich wieder ordentlich ab.

        Mit deinen Fotos hast mir den Hochgolling wieder schmackhaft gemacht, der würde mich auch mal reizen und das wäre zumindest zu Beginn der selbe Anstieg.
        lg, Manfred (manfredsberge.blogspot.com)

        Meine Tourenberichte auf gipfeltreffen

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        • #5
          Ein sehr ambitioniertes Projekt , bei dem ich mir, so wie Manfred, nicht sicher bin, ob ich es mir antun würde.

          Aber der Aussage mit der schönen Tour kann ich voll und ganz zustimmen , danke für's mitnehmen.

          Und ein Badesee als Bonus hat auch was.

          LG, Günter
          Meine Touren in Europa

          Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
          (Marie von Ebner-Eschenbach)

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          • #6
            Gab ja vor nicht allzulanger Zeit einen Diskussions-Thread bzgl. Anreise, wer das wie macht bzw. was wer in Kauf nimmt, kein einfaches Thema und da muss wirklich jeder für sich und seine Umstände den besten Weg finden.

            Eine super Tour jedenfalls, die langen Hatscher sind natürlich speziell beim Abstieg, wo man schon ausgelaugt ist und auch keine große Vorfreude mehr besteht, oft eine lästige Pflicht, die dazu gehört. Aber bei den Anblicken würde ich sagen, dass sich der Hatscher auf jeden Fall auszahlt!

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            • #7
              Schöne Tour mit tollen Eindrücken.
              Lg. helmut55

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              • #8
                Boa! Starke Leistung+Anreisechallenge! Gratuliere auch zu deiner Motivation!
                Etwas schade, dass du, wenn du schon nicht auch noch zur Materialseilbahn reingeradelt bist, nicht über die Klafferkesseln abgestiegen bist. Wäre ja kaum ein Mehraufwand gewesen...
                Wenigstens bist du aber im angeblich höchst gelegenen See der Schladminger Tauern geschwommen. (war wahrscheinlich gar nicht so kalt, hat ja kaum Zufluss...)
                In disem See bin ich noch nicht geschwommen. Die Wanderer hätten mich dabei auch nicht gestört...

                Weiter so, lässiger Beitrag!

                LG

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                • #9
                  Zitat von Gratwanderer Beitrag anzeigen
                  Rückblickend war das ein netter Bergtag mit einigen interessanten Eindrücken und einer abwechslungsreichen und wahrscheinlich unkonventionellen Anreise, ...was mir aber dieses Mal besonders klar wurde ist der Umstand, daß ich heute mir den ganzen Kompromissen nicht wirklich glücklich wurde.
                  In Hinblick auf die tatsächlich aufwendige Hin- und Rückreise (die dann auch noch eine längere Talstrecke zu Fuß erforderte) ist dein eher zurückhaltend klingendes Fazit für mich verständlich. Und an gewitterlastigen Tagen könnte ich das Genießen und Verweilen an besonders schönen Plätzen nicht im vollen Umfang auskosten.

                  Ich war 2008 auf dem Greifenberg und im Klafferkessel - "klassisch" mit Übernachtung in der Gollinghütte und der Preintalerhütte. Ich habe die großartigen Landschaftseindrücke bis heute noch lebendig vor Augen. Natürlich ist man dort nicht allein, aber ich habe auch in den Hütten keine unangenehme Dränglerei oder Hektik in Erinnerung. Vielleicht eignen sich Wochentage im Spätsommer mit stabilem Wetter - zumindest für Wiener - am besten für ein intensives Erleben des Klafferkessels!

                  Deine Bilder haben meine Erinnerungen jedenfalls rasch wachgerufen. Herzlichen Dank!

                  Lg, Wolfgang


                  Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                  der sowohl für den Einzelnen
                  wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                  (David Steindl-Rast)

                  Kommentar


                  • #10
                    Toller Bericht - das mit der Anreise würde ich mir aber nicht antun..,warum nimmst dir kein Zimmer und gehst das Ganze relaxt an?

                    lg Chris

                    Kommentar


                    • #11
                      Spannende Anreisekombination. Bus ins Untertal wäre auch zumindest in den Sommermonaten eine Option...

                      Kommentar


                      • #12
                        Wunderschöne Tour, ohne Zweifel. Aber bezüglich An- und Abreise schließe ich mich meinen Vorpostern an, das könnte man gemütlicher angehen. Ich war bisher dreimal im Klafferkessel, und das war nie bloß eine Tagestour.

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                        • #13
                          Vielen Dank für euer Feedback.


                          Zitat von tauernfuchs Beitrag anzeigen
                          Etwas schade, dass du, wenn du schon nicht auch noch zur Materialseilbahn reingeradelt bist, nicht über die Klafferkesseln abgestiegen bist. Wäre ja kaum ein Mehraufwand gewesen...
                          Nachdem es am Ende des PP Riesachfälle ein Fahrverbotschild gab, habe ich mich brav daran gehalten.
                          Am Gipfel habe ich noch einmal kurz überlegt über den Klafferkessel abzusteigen, aber die schon vorhandene Quellbewölkung und der Umstand, daß ich mir dafür eigentlich viel (!) mehr Zeit nehmen möchte, haben mich sehr schnell wieder auf die Aufstiegsroute geführt.
                          ...das kurze Bad im See bei der Scharte war auch ein netter Trost und kurz darauf waren die Wolken eh schon bedrohlicher und ich hätte mich auch durch den Kessel beeilen müssen.

                          Zitat von tauernfuchs Beitrag anzeigen

                          Wenigstens bist du aber im angeblich höchst gelegenen See der Schladminger Tauern geschwommen.​ (war wahrscheinlich gar nicht so kalt, hat ja kaum Zufluss...)
                          In disem See bin ich noch nicht geschwommen. Die Wanderer hätten mich dabei auch nicht gestört...
                          Ja, war eigentlich gar nicht kalt und ist mir jedenfalls wärmer vorgekommen als zB der Hallstätter See bei Obertraun im Frühsommer.



                          Zitat von chfrey Beitrag anzeigen
                          Toller Bericht - das mit der Anreise würde ich mir aber nicht antun..,warum nimmst dir kein Zimmer und gehst das Ganze relaxt an?

                          lg Chris

                          Das mit dem Zimmer ist schnell erklärt:
                          Für einen Gipfel wie den Greifenberg würde ich grundsätzlich kein Übernachtungsgeld ausgeben wollen, außerdem wollte ich ja nicht mit dem Auto anreisen und öffentlich nehme ich bestimmt nicht mehr Gepäck als einen Rucksack und Kleinzeug am Fahrrad mit.
                          Vor allem wenn man bedenkt, daß ich schon Gipfel in den Hohen Tauern als Tagestour ab Wien gemacht habe, liegen die Schladminger Tauern ja geradezu in noch guter Tagestourenentfernung.

                          Und zur Anreise:

                          Ich hatte eigentlich schon einen deutlich negativeren Schlußsatz für den Bericht vorbereitet und ihn dann doch noch etwas freundlicher umformuliert.
                          Daß ich mit der Anreise nicht wirklich happy war, dürfte man eh noch rauslesen können.

                          Grundsätzlich finde ich es aber schon interessant, was man alles mit Zug und Rad erreichen kann. Die Grenzen habe ich bei dieser Tour vielleicht etwas weiter ausgelotet bzw. erreicht.
                          Ich habe mich aber an jenem Tag bewusst dafür entschieden und die Gründe bzw. Umstände in der Einleitung angesprochen.


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