Ankündigung

Einklappen
Mehr anzeigen
Weniger anzeigen

Rundwanderung über Spitzmauer und Geißbühel (849m) ab Rabenstein an der Pielach, Türnitzer Alpen / 30.03.2019

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Rundwanderung über Spitzmauer und Geißbühel (849m) ab Rabenstein an der Pielach, Türnitzer Alpen / 30.03.2019

    Samstag, der 30. März 2019 versprach im Osten Österreichs erneut ideale Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten.
    Natürlich wollte auch ich den Tag nützen und dabei meiner augenblicklichen Spur des "Frühlingswanderns" weiter folgen. Dank etlicher milder Tage sollten sich die entsprechenden Eindrücke nicht mehr nur in den Niederungen, sondern bereits auch den Voralpen bieten.

    Meine Wunschziele für den Tag finden sich im Pielachtal in NÖ, südlich von Rabenstein: Spitzmauer und Geißbühel. Im Dezember 2012 war ich mit Peter im Zug einer Überschreitung vom Pielachtal zum Traisental schon einmal auf den zwei Bergen, damals bei eher trübem Frühwinterwetter und einigen Zentimetern Schnee (Bericht). Auch wenn es für die Obstbaumblüte noch zu früh ist, erhoffe ich mir diesmal anregende Eindrücke der neu erwachenden Natur.

    Um etliche Stunden des schönen Tages nützen zu können, stelle ich mir eine ausgedehnte Rundroute zusammen, die zunächst in Regionen westlich der Pielach führt.

    Ich starte also in der Marktgemeinde Rabenstein und schaue zu Beginn zu ihrem bemerkenswertesten Bauwerk: der Pfarrkirche zum heiligen Laurenz, die ihr spätgotisches Erscheinungsbild weitgehend behalten hat.
    01-Rabenstein-Pfarrkirche.jpg

    Bereits nach einigen Minuten verlasse ich den eher kleinen Ortskern in Richtung Westen und komme in das frühlingshaft grüne Hügelland, das für diese Region nahe dem nördlichen Alpenrand typisch ist.
    05-Hügelland.jpg

    Der Blick zum Himmel im Osten über der Burgruine Rabenstein zeigt, was der Tag bieten wird: stabiles Schönwetter mit harmlosen Schleierwolken bei etwas diesiger Luft.
    Zudem sind die Spuren lebhaften Flugverkehrs nicht zu übersehen.
    06-BurgruineRabenstein-Kondensstreifen.jpg

    Die aktuellen Karten deuten an, dass auf der ersten Kuppe in jüngerer Zeit ein Siedlungsgebiet entstand. Mangels gründlicher Beschäftigung mit einschlägigen Publikationen bin ich allerdings doch sehr erstaunt, was genau mich dann erwartet: das 2002 eröffnete Westerndorf „Greenhorn Hill“! Holzhäuser und ein großer Saloon, eine Kapelle samt Friedhof, ein Planwagen und sogar ein Totempfahl: Hier ist vieles anzutreffen, was man sonst tatsächlich nur im „Wilden Westen“ findet. Solange nicht gekämpft wird, könnte man sich an dem Ort durchaus wohl fühlen...
    09-GreenhornHill.jpg

    Hundert Meter weiter westlich dominiert beim großen Gehöft Kollerberg dann aber doch wieder die typische Szenerie des Mostviertels.
    10-GehöftKollerberg.jpg

    In leichtem Auf und Ab bin ich durch vorwiegend landwirtschaftlich genutztes Land unterwegs. Die gelben Dirndlsträucher zeigen den beginnenden Frühling schon sehr deutlich an.
    14-Frühlingsfarben2.jpg

    Blick über das Gehöft Untersattel nochmals zurück zum großen Hof Kollerberg.
    15-GehöfteUntersattelKollerberg.jpg

    Auch die typischen Frühlingsblumen können sich dank etlicher milder Tage bereits schön entfalten.
    16-Veilchen.jpg

    Hier blicke ich etwa von Nordwesten erstmals frei zum Kamm des Geißbühels, meinem späteren Gipfelziel. Sowohl seine die Umgebung deutlich überragende Höhe als auch die vergleichsweise steilen Flanken kommen in dieser Perspektive gut zur Geltung.
    18-GeißbühelvonWesten.jpg

    Bei Hundsdorf erreiche ich die Pielach wieder und folge ihr noch etwa einen Kilometer flussaufwärts auf einem Wiesenweg, bevor ich sie dann bei Warth – nahe der Haltestelle Tradigist der Mariazellerbahn – überquere.
    21-PielachbeiWarth.jpg

    Nach dem bequemen Genusswandern in den ersten beiden Stunden warten nun 500 relativ steile Höhenmeter Anstieg auf den Geißbühel. Zu Beginn passiert der Weg nochmals einige große Bauernhöfe.
    22-GehöftinWarth.jpg

    Blick Richtung Südosten über das Tal des Tradigistbaches bis zum Hohenstein ganz hinten. Die Bedingungen insgesamt wie die Temperaturen speziell sind heute perfekt zum Frühjahrswandern.
    23-BlickSüdostenHohenstein.jpg

    Dass es eher diesig ist, tut dem hübschen Blick flussaufwärts ins mittlere und obere Pielachtal keinen Abbruch. In der Talweitung links der Bildmitte breitet sich Kirchberg aus, die größte Marktgemeinde im Tal.
    26-BlickMittleresPielachtal.jpg

    Das Detailfoto belegt, dass das gesamte Pielachtal eine Region vieler alter sehenswerter Kirchen ist. Rechts unten die auf einem Hügel stehende Andreaskirche, auch „Gotteshaus ohne Dorf und Turm“ genannt. Nach einer langen Phase des Verfalls wurde das große gotische Bauwerk in den letzten Jahrzehnten gründlich renoviert. Die ebenfalls erhöht stehende mittelalterliche Kirche links oben gehört – Nomen est omen – zu Kirchberg; der Ortskern befindet sich dahinter im Talboden.
    24-ZoomPfarrkircheKirchberg-Andreaskirche.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 03.04.2019, 07:34.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)


  • #2
    Über mir ist bereits die Spitzmauer sichtbar: ein markanter Kalkfelsen im Westkamm des Geißbühels, der einen umfassenden Ausblick bietet.
    27-Spitzmauer.jpg

    Neben dem Violett der Leberblümchen und Veilchen prägt auch das Gelb der Primeln – sowie in geringerer Zahl der Himmelschlüssel – den Waldboden.
    30-Primeln.jpg

    Mit einem eigenen Hinweis „steil“ zweigt gut 10 Minuten unter der Spitzmauer ein direkter Anstieg zu ihr hinauf ab. Der Karrenweg unterhalb war allerdings auch schon alles Andere als flach; so liegt der Unterschied mehr darin, dass der Steig nun zusätzlich schmal und wurzelig ist.
    32-steilerWeg.jpg

    Die letzten steilen Anstiegsmeter zu dem Felszacken, der hinter den noch weitestgehend kahlen Laubbäumen bereits deutlich zu sehen ist.
    image_579474.jpg

    Und da ist sie nun, die durch ein Kreuz verzierte Pielachtaler Spitzmauer.
    Ihre Höhe beträgt fast genau ein Drittel der großen Schwester im Toten Gebirge: laut OSM sind es 817m, laut NÖ Atlas um einige Meter mehr.
    35-Spitzmauer.jpg

    Durch den Riss links unter dem Kreuz ist der Gipfelbereich problemlos zu erreichen. Er ist recht klein und bietet maximal einigen Menschen zugleich Platz.
    36-SpitzmauerGipfelkreuz.jpg

    Das Parademotiv von hier aus ist natürlich der Blick pielachaufwärts mit dem dominierenden Ötscher im Hintergrund. An einem ohnehin dunstigen Tag bin ich dafür nun allerdings zum falschen Zeitpunkt hier: Der nur ganz zart erkennbare Ötscher im Südwesten steht knapp nach 14 Uhr exakt im Gegenlicht. So fotografiere ich lieber zwei „Seitenblicke“. Die Türnitzer Alpen setzen sich westlich des Pielachtals in ganz ähnlicher Art fort: durchwegs dreistellige Höhen, aber viele durchaus ausgeprägte Kuppen und Kämme. Zentral der 735m hohe Stierberg, links dahinter stehen dann die Berge um das Texingtal.
    39-Spitzmauer-BlickPielachtalStierberg.jpg

    Der Seitenblick nach links zeigt Berge anderer Höhenkategorien: rechts den Hohenstein und links hinter ihm den Türnitzer Höger. Und noch weiter links schaut in leuchtendem Weiß der Hochschneeberg über den Kamm. Er ist zwar um 10km weiter entfernt als der Ötscher (fast 40km), aber für den Blick nach Südosten steht die Sonne inzwischen viel günstiger.
    40-Spitzmauer-BlickHohensteinSchneeberg.jpg

    Der Kamm von der Spitzmauer bis zum Geißbühel ist fast durchwegs von Felsgebilden unterschiedlicher Größe geprägt – etwas sehr Typisches für die niederösterreichischen Kalkvoralpen!
    42-Geißbühel-Felsformation.jpg

    Nach einer kleinen Mulde folgt ein letzter kurzer Anstieg zum Gipfel des Geißbühels in 849m Höhe mit einem stattlichen Kreuz.
    45-Geißbühel-Gipfelkreuz.jpg

    Die Felsrippe mit dem Gipfelkreuz fällt nach Norden am steilsten ab, so bietet sich der beste Ausblick über Rabenstein zum Alpenvorland in diese Richtung. Auffällig auch hier die heute ausgeprägte Dunstschicht, sodass der Jauerling in knapp 35km Entfernung (genau über Rabenstein) nur mehr zu erahnen ist.
    46-Geißbühel-BlickRabensteinAlpenvorland.jpg

    Nur knapp östlich des Gipfels folgt überraschend eine ausgedehnte Wiese auf dem ansonsten schmalen West-Ost-Kamm des Geißbühels. An ihrem östlichen Ende steht die Josef-Franz-Hütte der Naturfreunde.
    47-Geißbühel-Gipfelwiese-JosefFranzHütte.jpg

    Es ist ein Platz, der heute stark dazu einlädt, sich in die Sonne zu legen und mit der Seele zu baumeln. So bin ich nicht verwundert, dass etliche genau das auch tun. Zu keiner anderen Jahreszeit blickt der Hochschneeberg so attraktiv wie nun über die Szenerie, wenn sein leuchtendes Weiß einen Kontrast zum frischen Grün des Vordergrunds bildet.
    49-GeißbühelGipfelwiese-Hochschneeberg.jpg

    Die Josef-Franz-Hütte ist ganzjährig an Wochenenden bewirtschaftet und auch heute natürlich offen. Aber ich habe genügend Proviant mit und nütze eine der vielen Holztischgruppen dafür, mich selbst zu versorgen. In der Sonne herrscht perfektes T-Shirt-Wetter, und so genieße ich den Platz und lasse ich es mir eine halbe Stunde gut gehen.
    50-Josef-Franz-Hütte.jpg
    Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 03.04.2019, 10:28.
    Lg, Wolfgang


    Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
    der sowohl für den Einzelnen
    wie für die Welt zukunftsweisend ist.
    (David Steindl-Rast)

    Kommentar


    • #3
      Eine kleine Anhöhe direkt über der Hütte lohnt einen kurzen Besuch, da sie nochmals einen freien Blick Richtung Norden über das flache (Alpenvor-)Land bietet. Rechts außen im Dunst ahnt man die Landeshauptstadt St. Pölten.
      52-BlickNorden-Alpenvorland.jpg

      So verlasse ich den hübschen Gipfelbereich des „Goasbichls“ – wie ihn die Einheimischen nennen – wieder.
      53-Josef-Franz-Hütte.jpg

      Am Ostrücken des Geißbühels bieten größere Wiesen wiederholt freie Ausblicke. Links der Steinbruch am Geisberg, rechts anschließend die Berge um den Lorenzi-Pechkogel. (Dort war ich mit Felix im März 2015 unterwegs.) Im Hintergrund schauen mit Reisalpe, Muckenkogel und Hinteralm prominente Gipfel der westlichen Gutensteiner Alpen drüber.
      55-BlickLindenbergMuckenkogel.jpg

      Hier bietet sich nun auch die beste (Foto-)Perspektive des Tages zum Ötscher. Aufgrund seiner Form zieht er ja selbst als dunstige Silhouette die Aufmerksamkeit an sich.
      56-SilhouetteÖtscher.jpg

      Das große Gehöft Oberzögernitz direkt unter dem Hochebenkogel. Wer den Geißbühel am schnellsten erreichen will, kann bis hierher fahren und ist in (knapp) 30 Minuten beim Gipfelkreuz.
      57-GehöftOberzögernitz-Hochebenkogel.jpg

      Auf der Wiese nordöstlich des Gehöfts absolviere ich in Richtung Hochebenkogel etwa 50 Bonus-Höhenmeter. Das letzte Stück zum Gipfel – ein Steilhang mit dichtem Gestrüpp – ist mir dann allerdings zu mühsam. So begnüge ich mich mit diesem Rückblick zum Geißbühel, in dem er trotz Gegenlicht gut zur Geltung kommt.
      58-Geißbühel.jpg

      Dann steige ich zum Jubiläumsweg ab, der mich nun zurück nach Rabenstein führen wird. Im ersten Teil des Kamms verläuft er in mehrmaligem Auf und Ab und etwas unübersichtlicher Wegführung, ist aber bestens markiert. Über das Gehöft Bontal öffnet sich der Blick zum Hirschkogel im Osten.
      63-GehöftBontal-Hirschkogel.jpg

      Bei der Querung einer großen Wiese zeigt sich die ansprechende Voralpenlandschaft nochmals in der Totale. Rechts hinten stehen erneut Muckenkogel und Hinteralm.
      65-BlickMuckenkogelHinteralm.jpg

      Bald danach folgt ein sehr schöner Wegabschnitt auf einem bewaldeten Kamm.
      66-bewaldeterKamm.jpg

      Erst ab einer Wendung nach Norden verliert der Weg deutlicher an Höhe. Bald wird links unter mir wieder Rabenstein sichtbar, mittlerweile schon im Licht des späten Nachmittags.
      68-BlickRabenstein.jpg

      Die Zeit des schönsten Lichts und der sattesten Farben hat begonnen.
      Der lange Sandstein-Höhenzug der Plambachecker Höhe mit großen, einzeln stehenden Bauernhöfen ist ganz charakteristisch für den Nordrand der Alpen im Mostviertel.
      70-Plambacheck.jpg

      Mit Hinter-Prielwies ist rechts unter mir bereits das letzte große Gehöft zu sehen, das ich heute passiere.
      71-großesGehöft.jpg

      Gleich danach wendet sich das Sandsträsschen in das Tal des Röhrenbachs hinunter, und nach einer weiteren Viertelstunde bin ich wieder in Rabenstein angelangt.
      Fast siebeneinhalb Stunden sind es schließlich geworden, die ich bei bestem Frühlingswetter in Niederösterreichs Voralpen unterwegs sein konnte. Entsprechend zufrieden trete ich die Rückfahrt nach Wien an.
      Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 03.04.2019, 21:35.
      Lg, Wolfgang


      Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
      der sowohl für den Einzelnen
      wie für die Welt zukunftsweisend ist.
      (David Steindl-Rast)

      Kommentar


      • #4
        Informationen zur Wanderung

        18km Länge, gut 850 Höhenmeter.

        Ein Ausschnitt meiner Route im ersten Teil: ein sanftes Auf und Ab, meist auf markierten Wegen, nur ein etwas längerer Asphaltabschnitt entlang dem Innerreitbach.
        (Greenhorn Hill ist durch die Punkte unter der zweiten Silbe des Wortes "Kollerberg" dargestellt. )
        PlanRabenstein.jpg

        Bis zur Querung der Pielach bei der Haltestelle Tradigist habe ich bereits acht Kilometer und gut 200 Höhenmeter hinter mich gebracht.
        Der Aufstieg zur Spitzmauer von Westen ist fast von Beginn an relativ steil, am meisten dann auf den letzten 10 Minuten.
        Der Jubiläumsweg von Oberzögernitz nach Rabenstein zurück ist deutlich flacher, schlägt im obersten Teil aber ein paar Ecken und weist einige kurze Gegensteigungen auf. Die blau-gelben Markierungen sind (auch bereits auf dem Geißbühel) allerdings absolut nicht zu übersehen...

        Die Überschreitung des Geißbühels von der Hst. Tradigist nach Rabenstein ist auch für sich allein lohnend, erfordert aber eigentlich nur einen halben Tag Zeit. Fast dasselbe gilt auch für die Rundwanderung zum Geißbühel ab Rabenstein über die gleichnamige Ruine und den Jubiläumsweg (in welche Richtung auch immer).

        Eine weitere Möglichkeit einer längeren Rundwanderung ab Rabenstein führt weiter östlich über den Kaiserkogel und passiert auch die lohnende Bärntaler Lacke. Diese Route kannte ich zum größeren Teil bereits, daher meine Präferenz für die Variante westlich der Pielach.

        Die Josef-Franz-Hütte der Naturfreunde ist ganzjährig an Wochenenden einfach bewirtschaftet. In der wärmeren Jahreszeit ist die große Wiese westlich der Hütte zugleich ein sehr einladender Platz zum Rasten und auch Picknicken.

        Rabenstein als Ausgangsort ist durch die Mariazellerbahn ab St. Pölten öffentlich leicht erreichbar. Die Bahn lässt sich auch gut dafür nützen, die Runde zwischen Rabenstein und der Hst. Tradigist zu schließen.

        Wie oft in den Voralpen ist die Wanderung in Summe wohl im Frühjahr und im Herbst auf jeweils eigene Weise am lohnendsten. Bei moderater Schneelage (bzw. nicht zu vereistem Hang unter der Spitzmauer) ist sie auch im Winter möglich, wobei die geöffnete Hütte an Wochenenden dann spezielle Vorteile bietet.
        Bei Sommerhitze müsste man eher die Tagesrandzeiten nützen, um unterwegs zu sein. Einen Sonnenuntergang auf der Spitzmauer stelle ich mir beispielsweise sehr reizvoll vor.

        Der Paradeblick von der Spitzmauer pielachaufwärts zum Ötscher ist am Vormittag oder am Abend im besten Fotolicht; am früheren Nachmittag steht die Sonne dafür am ungünstigsten.


        Persönliches Fazit

        Die Voralpen erreichen größtenteils nur dreistellige Höhen, und doch bieten sie für mich ein sehr abwechslungsreiches Landschaftsbild. Der Wechsel von Feldern, Lichtungen und Wald trägt dazu ebenso bei wie manche steilere Hänge und Kalkfelsen unterschiedlicher Größe. Zugleich empfinde ich die vielfach von großen Bauernhöfen geprägte Szenerie als erholsam und ruhig und bin allein schon deshalb gern dort unterwegs.

        Im (zeitigeren) Frühjahr entfaltet diese Landschaft einen eigenen Reiz. Sie wirkt dann auf mich besonders durch die Kontraste zwischen bunten Blumen, ersten blühenden Sträuchern und Bäumen und Ausblicken auf noch verschneite höhere Berge.

        All das konnte ich auch am vergangenen Samstag erneut erleben und genießen. Einzig eine bessere Fernsicht hat zum rundum perfekten Wanderwetter vielleicht gefehlt.

        Wie erhofft, war alles entlang meiner Route bereits komplett schneefrei. Die nächsten größeren Schneereste habe ich in der steilen Nordflanke des Eisenstein-Stocks ausnehmen können. Zugleich erschien mir der Waldboden für das beginnende Frühjahr teilweise sehr trocken. Ein Phänomen, das allerdings in den letzten Jahren zunehmend zum Normalfall geworden ist...

        Wer die Voralpen im Frühjahr so wie ich gerne mag, wird beim Wandern in der Umgebung von Rabenstein sowie auf Spitzmauer und Geißbühel gewiss schöne und wohltuende Stunden erleben können.
        Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 03.04.2019, 21:36.
        Lg, Wolfgang


        Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
        der sowohl für den Einzelnen
        wie für die Welt zukunftsweisend ist.
        (David Steindl-Rast)

        Kommentar


        • #5
          Servus Wolfgang, danke für den schönen Bericht. Wäre eine Tour ganz nach meinem Geschmack mit sehenswerten alten Kirchen, Höfen und idyllischen Kammwanderungen.

          Ist schon in meiner "To-Do-Liste" vermerkt: http://www.inntranetz.at/galerie/sal...urenziele.html

          Beim Überfliegen der Karte ist mir südöstlich von Loich noch der unmarkierte Schwarzenberg (1033m) aufgefallen, der von der Form her sehr markant ist.
          Überhaupt sind im Gebiet Frankenfels - Türnitz - Kirchberg/Pielach noch etliche Mugeln zum "Sammeln", mit denen man ordentlich Höhenmeter machen kann.

          Gruß,Felix
          http://www.wetteran.de

          Kommentar


          • #6
            Danke für die schönen Eindrücke aus dem Pielachtal.

            Ich bin dort, weil auch zu Hause, viel unterwegs. Gerade die Kombination mit der Mariazellerbahn macht das Gebiet zum Wandern einfach perfekt.

            ​​​Ein ganz besonderes Tal...

            LG David

            Kommentar


            • #7
              Servus Wolfgang! Sehr schöne Eindrücke aus dem Dirndtal zeigst du da! Die Runde östlich der Pielach (mit einbezogenen Ewigen Tränen/Bärentaler Lacke) habe ich selbst vor vielen Jahren als Wandertipp von BerndOrfer aus dem Standard kennen gelernt!
              carpe diem!
              www.instagram.com/bildervondraussen/

              Kommentar


              • #8
                Das ist ja lustig. Wir sind am selben Tag von Rabenstein aus eine Runde über Geiseben und Kaiserkogel gegangen, mit Aufstieg über den Jubiläumssteig. Deine letzten acht Fotos kommen mir daher sehr bekannt vor.

                Den Geißbühel (Goaßbichl) hab ich im Mai vor zwei Jahren bestiegen, und zwar als bike&hike-Tour: Mit dem Rad von der Geiseben zum Bahnhof Steinschal-Tradigist runter und Aufstieg so wie du.

                Kommentar


                • #9
                  Ein äußerst interessanter Tourenvorschlag, der nun auch in meiner Wunschliste Platz gefunden hat.

                  Und es ist wieder einmal schön, den (wie immer perfekten) Bericht zum Gruß SMS zu lesen.

                  LG, Günter
                  Meine Touren in Europa

                  Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
                  (Marie von Ebner-Eschenbach)

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von danuberunner
                    Ein ganz besonderes Tal...
                    Das kann ich fett unterstreichen. Wir sind immer wieder sehr gerne in der Gegend unterwegs.

                    Speziell die Spitzmauer hat "Hochgebirgsflair".

                    Wolfgang, danke fürs In-Erinnerung-Rufen dieses feinen Kleinodes!


                    L.G. Manfred

                    Kommentar


                    • #11
                      Sehr schön, Wolfgang!

                      Es freut mich, dass das Wetter bei Deiner Tour am Samstag viel besser mitgespielt hat als bei unserer Winterwanderung vor mittlerweile auch schon gut sechs Jahren...

                      Danke für die ebenso informative wie stimmungsvolle Dokumentation!

                      LG,

                      Peter

                      Kommentar


                      • #12
                        Feiner Bericht mit schönen Aufnahmen.
                        Ist doch schon einige Jährchen her, das ich dort war.
                        Lg. helmut55

                        Kommentar


                        • #13
                          Servus Wolfgang,

                          eine schöne frühlingshafte Rundtour hast gemacht. Das Kreuz auf der Spitzmauer sieht ja sehr exponiert aus.
                          Danke für den schönen Bericht.
                          lg, Manfred (manfredsberge.blogspot.com)

                          Meine Tourenberichte auf gipfeltreffen

                          Kommentar


                          • #14
                            Herzlichen Dank für eure Antworten!

                            Ich freue mich zu lesen, dass etliche die hübsche Landschaft des Pielachtals bereits bisher als sehr einladend zum Wandern erlebt haben
                            und andere vielleicht dazu angeregt wurden, selbst (wieder) dort unterwegs zu sein.


                            Zitat von Exilfranke Beitrag anzeigen
                            Beim Überfliegen der Karte ist mir südöstlich von Loich noch der unmarkierte Schwarzenberg (1033m) aufgefallen, der von der Form her sehr markant ist.
                            Überhaupt sind im Gebiet Frankenfels - Türnitz - Kirchberg/Pielach noch etliche Mugeln zum "Sammeln", mit denen man ordentlich Höhenmeter machen kann.
                            Servus Felix,
                            viele der Berge um das Pielachtal haben trotz ihrer eindeutig voralpinen Höhen ein markantes Aussehen und durchaus steile Flanken. Das trägt zur Abwechslung der Landschaft bei und bietet auch zahlreiche Möglichkeiten zum "Höhenmeter-Sammeln".
                            Berge wie der Schwarzenberg bei Loich üben auf mehrere Forumsmitglieder eine Faszination aus, und so ist nicht so überraschend, dass der letzte Bericht dazu noch nicht einmal ganz ein Jahr alt ist.
                            Auch die Autoren älterer Berichte sind weder im Forum unbekannt noch allzu überraschend:
                            https://www.paulis-tourenbuch.at/201...arzenberg.html
                            http://www.energieinbewegung.at/loich.htm

                            Zitat von maxrax Beitrag anzeigen
                            Das ist ja lustig. Wir sind am selben Tag von Rabenstein aus eine Runde über Geiseben und Kaiserkogel gegangen, mit Aufstieg über den Jubiläumssteig. Deine letzten acht Fotos kommen mir daher sehr bekannt vor.
                            Servus maxrax,
                            dass gar keine Forumsmitglieder irgendwo in Sichtweite unterwegs wären, kann an einem so schönen Frühlingstag ausgeschlossen werden.
                            Dass ihr (nahezu) vom selben Ausgangsort eine andere Route gegangen seid, finde ich aber schon wieder einmal speziell witzig - zumal der Jubiläumssteig ja nicht wirklich überlaufen wirkt.

                            Zitat von P.B. Beitrag anzeigen
                            Sehr schön, Wolfgang!
                            Es freut mich, dass das Wetter bei Deiner Tour am Samstag viel besser mitgespielt hat als bei unserer Winterwanderung vor mittlerweile auch schon gut sechs Jahren...
                            Servus Peter,
                            ich habe genießen können, dass es diesmal viel sonniger war und sich doch weitere Ausblicke boten.
                            Zugleich habe ich unsere stille Adventwanderung bei wenig Sonne und ein paar Zentimetern Schnee als sehr stimmungsvoll in Erinnerung behalten.

                            Zitat von Manfred9 Beitrag anzeigen
                            Servus Wolfgang,
                            eine schöne frühlingshafte Rundtour hast gemacht. Das Kreuz auf der Spitzmauer sieht ja sehr exponiert aus.
                            Servus Manfred,
                            bis direkt links neben/unter das Kreuz kommt man durch den Riss einfach. Das weitere Herumklettern im - kleinen - Gipfelbereich würde dann allerdings rasch wesentlich luftiger.


                            Die große Wiese östlich des Geißbühel-Gipfels spricht im Frühjahr zusätzlich zu ihrer Ausdehnung auch durch die Baumumrahmung und die Ausblicke zum Muckenkogel, Schneeberg (und Ötscher) an. Dass sie zu alledem noch sanft nach Süden geneigt ist, macht sie zu einem wahrhaft perfekten Platz für eine (Nach-)Mittagsrast in der Sonne.
                            48-Geißbühel-BlickMuckenkogelSchneeberg.jpg

                            Lg, Wolfgang


                            Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
                            der sowohl für den Einzelnen
                            wie für die Welt zukunftsweisend ist.
                            (David Steindl-Rast)

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Wolfgang A. Beitrag anzeigen
                              Berge wie der Schwarzenberg bei Loich üben auf mehrere Forumsmitglieder eine Faszination aus, und so ist nicht so überraschend, dass der letzte Bericht dazu noch nicht einmal ganz ein Jahr alt ist.
                              Das ist nicht der letzte Bericht, ich war am 21.5.18 auch noch oben. (Guckst du hier!)
                              LG Rudolf
                              _________________________________________
                              Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit,
                              die wir nicht nutzen. (Seneca)

                              Kommentar

                              Lädt...