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Alpl (1499m) und Arabichl (1595m) - rund um Molzegg, Randgebiete östl. der Mur / 18.12.2020

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  • Alpl (1499m) und Arabichl (1595m) - rund um Molzegg, Randgebiete östl. der Mur / 18.12.2020

    Im Wechselgebiet ist die Runde rund um Mariensee, über Kampstein, Arabichl und Hochwechsel, ziemlich bekannt und auch für alle relevanten Sportgeräte geeignet. Die nördlich anschließende Kammwanderung rund um Molz kennt niemand, fast niemand - Leopold war zu ähnlicher Zeit natürlich auch dort schon
    Ich war etwas unschlüssig, ob ich Schneeschuhe oder doch nur Grödel mitnehmen solle, eine Info aus erster Hand (danke, Günter!) hat mich die Schneeschuhe nicht einmal ins Auto legen lassen. Ob das ein Fehler war, ist mir auch heute noch nicht ganz klar ...


    Ich suche und finde also einen recht praktischen Parkplatz mitten in Molz (746m). Wirkt zwar ein wenig privat, dürfte es aber nicht sein. Beschwert hat sich jedenfalls niemand
    1030570_GT (1).jpg

    Ein paar Meter muß ich talauswärts zurück, dann folge ich einer Hofzufahrt zum Kogelbauer und anderen Höfen.
    Bei ca. 900m biege ich rechts auf einen Fahrweg ab, der mich zum Saurücken bringt.
    Blick über das Tal des Molzbaches zum Kampstein, dem geplanten Endpunkt meiner Wanderung.
    1030571_GT (2).jpg

    Knapp unterhalb vom P.980 erreiche ich den hier bequemen Kammweg.
    Eine etwas merkwürdige Steinsäule samt Rastbank steht später rechts vom Weg.
    Die Topo v2 kennt diesen Gipfel und bezeichnet ihn mit "Saurücken, 1144 m". [Leopold]
    1030574_GT (3).jpg

    In der Folge kann ich kurz einem markierten Weg folgen, dann wirkt aber der Fahrweg nördlich des etwas verwachsenen Höhenrückens kammnäher.
    An diesem Kreuz für "Hubsi" - wer auch immer das gewesen sein mag - komme ich vorbei. Sogar die Kerzlein brennen ...
    1030575_GT (4).jpg

    So angenehm zu gehen bleibt der nur gering verschneite Fahrweg nicht mehr lange
    1030576_GT (5).jpg

    Kurz kann ich sogar einem sehr angenehmen und überdies aperen Grenzsteig auf der Ideallinie folgen, aber bald sind die Bäume wieder unnachgiebig ...
    1030577_GT (6).jpg

    ... und ich muß hinaus in den "Tiefschnee"; nicht wirklich tief, aber er verdeckt perfekt Steine, Äste und sonstige Gemeinheiten.
    Immerhin habe ich dort wieder Sicht auf den Kamm vom Kampstein.
    Die Bewölkung läßt noch etwas zu wünschen übrig.
    1030578_GT (7).jpg

    Nein, noch nicht der Gipfel!
    Nur ein etwas ähnlicher Fels im Jungwald.
    1030579_GT (8).jpg

    Die folgende große Wiese, jetzt schon wirklich in Gipfelnähe, beschert mir endlich schöne Sicht auf Schneeberg und das Gebiet der Hohen Wand mit den Nebelfeldern über der Ebene. Blauen Himmel gibt's endlich auch.
    Weniger erfreulich sind die Bodenverhältnisse: nicht besonders viel Schnee, aber Bruchharsch, und etliche Weidezäune. Auch Schneeschuhe wären wohl nicht allzu hilfreich gewesen.
    1030581_GT (9).jpg

    Alpl (1499m).
    Eigentlich ein nicht unbedeutender Gipfel, aber kaum jemand war dort schon. Vielleicht ist auch der Name unattraktiv
    1030582_GT (10).jpg

    Die interessantere Seite der Gipfelblöcke.
    1030587_GT (11).jpg

    Der Abstieg nach Südwesten zurück zur Zivilisation ist wieder reichlich mühsam und weglos, aber knapp vor der Steyersberger Schwaig kann ich dieses relativ neue Wegkreuz bewundern.
    1030588_GT (12).jpg

    Steyersberger Schwaig (1357m).
    Endpunkt der Straße durch Molz, normalerweise auch bescheidener Liftbetrieb. Heute nur ganz wenige Langläufer auf den Wechselloipen, zwei Schneeschuhgeher, weiter oben ein Tourenskifahrer. Aber immerhin sind ab hier die Gehverhältnisse entscheidend besser.
    1030589_GT (13).jpg

    Kurz begehe ich die Loipe Richtung Kranichberger Schwaig, dann kann ich einer guten, harten Spur südöstlich gerade hinauf auf die abgeblasenen Höhen folgen.
    Schneealpe und fast die gesamte Rax.
    1030590_GT (14).jpg

    Schneeberg - schneearm.
    1030592_GT (15).jpg
    .
    Zuletzt geändert von csf125; 24.12.2020, 09:30.
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  • #2
    Arabichl (1595m).
    Zwei derzeit nicht besonders einladende Rastbankerln mit Blick zum Hochwechsel.
    1030595_GT (16).jpg

    Ab nun geht's (fast) nur mehr bergab.
    Steinernes Kreuz (ca. 1470m)
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    Römerzeitlicher Samersteig.
    Noch im 14. Jhdt. wurden Pröbste von Stift Vorau über die Vorauer Kuhschwaig - Hochwechsel - Steinernes Kreuz nach Kirchberg/W in Sänften zur Visitation getragen.


    Der Kampstein - doch noch weit weg ...
    1030599_GT (18).jpg

    Nördlich der Feistritzer Schwaig ein Lonely Tree mit Kreuz.
    1030600_GT (19).jpg
    Hier verunglückte Herr Josef Bauer am 19.05.2001 bei Waldarbeiten tödlich [sic]
    Laß ihn, Gott, Erbarmen finden. Milder Jesus, Herrscher Du, Schenk den Toten ew'ge Ruh.


    Wenig weiter ist dem Schwarzen Herrgott (1403m) das Kreuz abhanden gekommen. Service?
    Die Stacheldrahtkugel ist noch da.
    1030601_GT (20).jpg

    Rückblick über den vorher begangenen Saurücken. Links dahinter die Heukuppe.
    1030602_GT (21).jpg

    Im Norden die Hohe Wand und Umgebung, deutlich über den Talnebeln.
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    Wegkreuze können auch erfreulichere Ereignisse zum Inhalt haben
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    Hier erblickte am 8.9.1902 Katharina Brunner das Licht der Welt.
    Verzage nicht in Leid und Tod, Tu' was du kannst und bau auf Gott.
    Neuerrichtet 1992.


    Bei der Frauenalpe (1458m) habe ich den genauen Gipfelpunkt nicht gesucht.
    Und noch ein Kreuz ... endlich eine motivierende Wegzeit
    1030605_GT (24).jpg

    Kampsteiner Schwaig (1400m).
    Natürlich, nicht nur corona-bedingt, geschlossen.
    1030606_GT (25).jpg

    Kampstein (1467m).
    Wäre zwar kein großer Umweg, aber da ich den ohnedies schon ausgiebig kenne und die Zeit doch knapp werden könnte, lasse ich ihn aus.
    1030607_GT (26).jpg

    Das letzte der Wegkreuze: Der Antrittstein (ca. 1330m)
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    Von diesem Platz schleuderte der Heilige Wolfgang während seiner Missionsreise Ende des zehnten Jahrhunderts eine Axt in das Feistritztal. Das Beil blieb in einem Baum am Lienberg bei Kirchberg am Wechsel stecken. An dieser Stelle wurde eine Kapelle errichtet, die im 15. Jahrhundert zur heutigen Wolfgangskirche erweitert wurde. Bei seinem mächtigen Beilwurf stemmte sich der Heilige mit einem Fuß so fest gegen einen Stein, dass der Fußabdruck am sogenannten "Antrittstein" bis heute sichtbar ist.
    Das waren halt noch Burschen, damals

    Ab dem Antrittstein gehe ich vorerst weglos direkt, dann in zunehmender Dämmerung auf den verschneit/eisigen Forststraßen hinunter ins Tal.
    1030609_GT (28).jpg

    Beim obersten molzer Haus hat mich die 4-Sekunden-Belichtungszeit ein wenig überrascht.
    Immerhin erreiche ich gerade noch ohne Zuhilfenahme der Stirnlampe den Parkplatz.
    1030610_GT (29).jpg

    Fazit:
    Durchaus interessante Kammwanderung für jede Jahreszeit. Der erste Teil, der Saurücken, hat sicherlich Einsamkeitsgarantie und erfordert etwas Wegsuchen, der Abschnitt ab Steyersberger Schwaig ist bestens bekannt, aber normalerweise auch nicht überlaufen.


    lg
    Norbert
    Zuletzt geändert von csf125; 24.12.2020, 09:36.
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    • #3
      Wow, eine ausgiebige Runde bei der momentanen Tageslänge.

      Hoffentlich hast Du mich im Bruchharsch nicht all zu sehr verflucht, weil ich Dir die Schneeschuhe nicht empfohlen habe.

      LG, Günter
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      Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
      (Marie von Ebner-Eschenbach)

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      • #4
        Zitat von mountainrabbit Beitrag anzeigen
        ... Hoffentlich hast Du mich im Bruchharsch nicht all zu sehr verflucht, weil ich Dir die Schneeschuhe nicht empfohlen habe. ...
        Nein, kein Problem.
        Wie erwähnt, bin ich mir selbst im nachhinein nicht sicher, ob sich Mittragen der Schneeschuhe ausgezahlt hätte. Der sinnvolle Einsatzbereich war doch eher kurz, oftmaliges An- und Abschnallen wäre notwendig gewesen.
        Zweckmäßiger wäre es gewesen, beim Forststraßenabstieg Grödel anzulegen; die hatte ich zwar dabei, aber mittlerweile war's zu finster, um sie problemlos anzuschnallen. Ist aber auch so gegangen

        lg
        Norbert
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        • #5
          Erstaunlich wenig Schnee im Vergleich zur Waldheimat drei Tage davor. Dort gab es gut 30cm auf 1000m und 60cm auf 1360m (Tanzmeisterkogel). Zum Glück waren wenigstens einige Forststraßen geräumt. Allerdings hat die Sonne dem Schnee im Verlauf des Tages kräftig zugesetzt und die Temperatur ist von -8 Grad in der Früh auf 0 Grad am Nachmittag gestiegen.
          Zuletzt geändert von maxrax; 20.12.2020, 12:48.

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          • #6
            Hallo Norbert,

            vielen Dank für deinen Bericht mit aktuellen Eindrücken zur Schneesituation und - wie stets - sehenswerten Bildern!

            In eigener Sache erlaube ich mir einen Hinweis darauf, dass ich vor knapp drei Jahren mit Schneeschuhen von Molz über den Saurücken zur Steyersberger Schwaig gegangen bin, allerdings ohne Abstecher zum Gipfel des Alpls. (Bericht). Daher kann ich die "Einsamkeitsgarantie" für diesen Teil bestätigen - und dies, obwohl die Schwaig damals sehr rege von Langläufern besucht war.

            Seither war ich im Sommer einmal auf dem Alpl und habe für den Abstieg zur Steyersberger Schwaig die in diesem Kartenausschnitt punktierte Forststraße genützt.
            Ein Granitblock mit hübscher Aussicht Richtung Schneeberg und Hoher Wand befindet sich etwas östlich unterhalb des höchsten Punktes (der ja gar keine Aussicht bietet), zumindest nahe dem eingezeichneten Kreuz.
            Richtung Osten verliefen dann bald mehrere Weidezäune, auch das kann ich aus der Erinnerung bestätigen.
            PlanAlpl.jpg

            Zitat von maxrax Beitrag anzeigen
            Erstaunlich wenig Schnee im Vergleich zur Waldheimat drei Tage davor. Dort gab es gut 30cm auf 1000m und 60cm auf 1360m (Tanzmeisterkogel). Zum Glück waren wenigstens einige Forststraßen geräumt. Allerdings hat die Sonne dem Schnee im Verlauf des Tages kräftig zugesetzt und die Temperatur ist von -8 Grad in der Früh auf 0 Grad am Nachmittag gestiegen.
            Der letzte Schneefall kam von Süden bis Südwesten, so bekam die Steiermark generell mehr ab als Niederösterreich. Besonders wenig Neuschnee - nur einige Zentimeter - fiel entsprechend in den Nördlichen Kalkvoralpen Niederösterreichs.
            Zuletzt geändert von Wolfgang A.; 20.12.2020, 21:26.
            Lg, Wolfgang


            Für mich ist Dankbarkeit ein Weg,
            der sowohl für den Einzelnen
            wie für die Welt zukunftsweisend ist.
            (David Steindl-Rast)

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            • #7
              Gefällt mir sehr gut diese Runde. Den Abschnitt übers Alpl kenn ich noch nicht.
              Danke für den schönen Bericht und die gute Doku. Werd mir das sicher auch mal anschauen.
              LG. Martin
              Alle meine Beiträge im Tourenforum

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